Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Beratung am Computer in Echtzeit

Übersicht
Bei Schiller hieß es noch "Die Axt im Haus erspart den Zimmermann". Heute kann man sich mit einem Computer den Zimmermann ins Haus holen oder zumindest sein Wissen anzapfen, und das von Angesicht zu Angesicht.

Über die neuen Videochat-Dienste ist das technisch kein Problem, nur etwas gewöhnungsbedürftig. "Real help from real people in real time" erklärt Google seinen neuen Dienst Helpouts, der genau das bietet – echte Hilfe von echten Menschen in Echtzeit. Das Prinzip ist einfach: "Es gibt einen Marktplatz, wo sich Leute mit ihren Fähigkeiten anbieten", erklärt Jo Bager von der Computerzeitschrift "c’t". "Mit ihnen kann man in einen Livechat gehen und hat hinterher die Möglichkeit, diese Experten zu bewerten."
 

Einfaches Prinzip

So lässt man sich in einem bestimmten Zeitfenster etwa Gitarrenunterricht geben oder das Kochen von Risotto erklären. Das Angebot ist gratis oder kostenpflichtig, findet aber immer im Dialog statt, also unter vier Augen. Das ist der große Unterschied zwischen den Videochats und anderen E-Learning-Angeboten. Die gibt es schon lange, nach Angaben des IT-Verbands Bitkom nutzt sie inzwischen jeder zweite 14- bis 44-Jährige – Helpouts und Co. sind dagegen noch nicht so verbreitet.

"Es ist ein Paradigmenwechsel", sagt Al Navas aus Kansas City in den USA. Im Hauptberuf ist er Dolmetscher, bei Google Helpouts bietet er kostenlose Hilfe fürs Gestalten von Webseiten, das Schneiden von Videos und für Google Hangouts an. Das sind Gruppenchats, deren Software auch die Grundlage der Helpouts ist. Im Vergleich zu den vielen Erklärvideos im Netz schneidet die individuelle Beratung aus mehreren Gründen besser ab, sagt Navas: "Man bekommt die richtigen Antworten viel schneller und man kann viel gründlicher auf das Problem des Klienten eingehen, auch weil er nachfragen kann."
 

Zahlreiche Hilfsdienste

Die Hürden für eine Anmeldung zu den verschiedenen Hilfsdiensten sind niedrig. Für Google Helpouts braucht man nur ein Konto im sozialen Netzwerk Google+ und ein kleines Plug-in für den Browser. Bei Creative Live, wo der Schwerpunkt auf Fotografie, Design und Kunst liegt, kann man sich mit seinem Facebook-Account einloggen, genau wie bei dem Ebay-Angebot Secret Guru. Bei Live Ninja funktioniert die Anmeldung mit Facebook, Google+ oder einem Linkedin-Profil, auch thematisch ist der Dienst sehr breit aufgestellt: Zur Wahl stehen Fitness- und Marketingtipps oder Onlinekurse über Charles Dickens.

"Sowohl Anbieter als auch Nutzer von Videochats brauchen neben einer ausreichend schnellen Internetverbindung keine besondere technische Ausstattung", sagt Martin Schmidt, E-Learning-Experte bei Bitkom. Für die Teilnahme reichten eine Webcam und ein Mikrofon. Viel Geld muss dafür nach Angaben von Schmidt aber nur investieren, wer selbst Hilfe per Videochat anbietet, vor allem, wenn er dafür Geld nimmt – das wirkt dann professioneller.

Bucht man selbst einen kostenpflichtigen Kurs, wird die Summe über Dienste wie PayPal oder die Kreditkarte eingezogen. Die Plattformen behalten davon in der Regel 20 Prozent, der Rest geht an die Experten. Geld zurück verspricht Google, wenn man einwilligt, die Videosession aufzeichnen zu lassen.
                    

Galerien

Regionale Events

Heilbronn kocht

Am 8. November können sich alle Interessierten quer durch Heilbronn kochen.