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Gruppendynamik

Übersicht
Eine für Mama, eine für die Klassenkameraden: Seit jeder ein Smartphone hat, gründen wir für alles und jeden eine eigene Whatsapp-Gruppe. Die Stimmt!-Schreiber Daria Müller und Jona Laukhuf haben in den Handys ihrer Freundinnen und Freunden gestöbert und das typische Gruppentheater einmal aufgeschrieben. Noch eine Bitte in eigener Sache: Erst nach dem Lesen diese Seite verlassen

 

Die Klassengruppe


Die Gruppe wird schlicht nach der Klasse benannt. Sie heißt also zum Beispiel 10b. Auf dem Gruppenbild ist ein Schriftzug zu sehen, der den Namen der Klasse zeigt. Das Foto wird vom Klassenclown häufig gegen einen Cartoon oder ein anderes komisches Bild ausgetauscht.

Die sind drin:

Alle Schülerinnen und Schüler aus der Klasse, die Whatsapp nutzen und deren Nummern bekannt sind. Hierbei handelt es sich normalerweise um 90 Prozent der Klasse.   

Das soll sie bringen:

Gegründet wurde die Gruppe, um den ewig langen Telefonaten aus dem Weg zu gehen, wenn man nicht weiß, welche Hausaufgaben aufgegeben wurden oder ein Unwissen über die anstehenden Klassenarbeiten herrscht. So kann man die ganze Klasse auf einmal zu diesen wichtigen, schulischen Themen befragen und bekommt hoffentlich sofort eine hilfreiche Antwort.

Das bringt sie wirklich:

Neben vielen Begrüßungen und dem typischen "Wmi?" (Was macht ihr?) und "Wg?" (Wie geht’s?) werden Bilder und Videos verschickt, die allmählich den Speicherplatz des Handys füllen. So sind mehrere hundert Nachrichten am Tag in der Klassengruppe keine Seltenheit. Wenn die Hausaufgaben nach einer halben Ewigkeit endlich in Form von Bildern verschickt werden, sind sie entweder unleserlich oder machen nicht immer den Eindruck, dass sie richtig sind. Die Gruppe erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die gesamte Klasse die Hausaufgaben identisch gelöst hat.

Typische Konversation:

Mark: Hi
Nele: Hi
Nina: Wg?
Mark: Gut und dir?
Nina: Auch
Nele: Habt ihr Hausaufgaben?
Mark: Ne

 

Die Familiengruppe


Entweder heißt sie "Familie Schneider", oder sie wird schlicht "Familie" benannt. Das Gruppenbild ist ein Bild aus dem Internet, auf dem eine gezeichnete Familie zu sehen ist. Oder aber ein Relikt von Weihnachten vor sechs Jahren, als beim Gruppenfoto endlich mal niemand fehlte.

Die sind drin:

Oma Gerda (die sich ein Smartphone gekauft hat und auch dem Whatsapp-Trend folgt), Onkel Konrad und Tante Linda, die Enkelkinder (Tom, Clemens, Christina und Steffi). Und natürlich Mama und Papa.

Das soll sie bringen:

Da man an verschiedenen Orten wohnt und sich gegenseitig über den Alltag und anstehende Familienfeste austauschen will, hat der zwölfjährige Enkel Clemens die Gruppe gegründet. 

Das bringt sie wirklich: 

Das kontinuierliche "Hi"-Schreiben der jungen Enkel Clemens, Christina und Steffi nervt den 17-jährigen Tom und er verlässt daraufhin die Gruppe. Onkel Konrad will die Gruppe aufrechterhalten und schreibt über das Familientreffen, während die Jüngeren sich immer noch über Themen unterhalten, die hauptsächlichen in ihrem eigenen Interesse liegen und nicht unbedingt in dem, der ganze Gruppe. Auch Oma Gerda verliert langsam den Spaß an der Gruppe und so wird die Whatsapp-Gruppe letztendlich nach zwei Monaten aufgelöst.

Typische Konversationen:

Clemens: Hi
Christina: Hi
Steffi: Hi
Tom: Könnt ihr mal bitte damit aufhören?!?
Tom hat die Gruppe verlassen.
Onkel Konrad: Um wie viel Uhr ist das Familientreffen am Samstag?

 

Die Einweg-Gruppe


"Party am Freitag" oder "Toms Geschenk": Meist existiert bei diesen Gruppen gar kein Profilbild. Falls doch, ist es häufig ein Schnappschuss von einer vergangenen Party.

Die sind drin:

Alle Leute, die Freitagabend vielleicht Bock auf eine Party hätten. Oft auch Leute, mit denen man sonst nicht viel zu tun hat. Hier gilt: je mehr, desto besser. Und all die, die Interesse daran haben Tom gemeinsam ein Geschenk zu besorgen.

Das soll sie bringen: 

Organisation von coolen Ereignissen und Arbeitsteilung beim Geschenkekauf, aufgrund mangelnder Kreativität von einzelnen Personen.

Das bringt sie wirklich:

Nervenverlust, Vibrationsrekord des Handys, stundenlanges gemeinsames Grübeln, was man denn machen könnte, um am Ende in derselben Bar wie jeden Freitag zu sitzen und Tom das mittlerweile fünfte Fotoalbum zu schenken.

Typische Konversation:

Nina: Hey Leute, Bock am Freitag was zu starten?
Melli: Auf jeden Fall!
Tom: Also ich kann nicht, muss Samstag arbeiten!
Nina: Sebastian, zu dir? Aber wie kommt man da hin?
Sebastian: Nee, zu stressig. Gehen wir ins Lehner's!

 

Die Cliquen-Gruppe


Die Namen lauten "Official Gurlies" oder "The Crew". Das Bild zeigt meistens eine attraktive prominente Person des anderen Geschlechts oder ein peinliches Bild eines Gruppenmitglieds.

Die sind drin:

Nur der engste Freundeskreis.

Das soll sie bringen: 

Zusammenhalt der Gruppe stärken, gemeinsames Lösen von Problemen und Wochenendorganisation.

Das bringt sie wirklich: 

Ab und zu Wochenendorganisation, Spam-Alarm, Lästern, Unterhaltungen über das Fernsehprogramm.

Typische Konversation:

Elena: Was geht am Wochenende?
Tanja: Keine Ahnung, schaut grad jemand "The Voice"?
Elena: Jaaa, geiler Typ, oder?
Johannes: Leude, spamt doch nicht immer so, ich will pennen.
Tanja: Dann machs Handy aus :-)
Thomas: Gehen wir am Wochenende was trinken?


 

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