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Fluggesellschaft muss Lösungen finden

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Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat für heute einen Streik bei Langstreckenflügen der Lufthansa ab Frankfurt angekündigt. Zwischen 8 und 23 Uhr wollen die Piloten diese Verbindungen bestreiken. Was hat das für Folgen für die Passagiere?

Ersatzflüge: Fallen Flüge wegen eines Streiks aus, muss die Fluggesellschaft Passagiere schnellstmöglich auf anderem Weg an ihr Ziel bringen. Lufthansakunden müssen in diesem Fall unter Umständen einige Stunden Verspätung in Kauf nehmen, sagt der Reiserechtler Paul Degott aus Hannover. Wäre ihr Flug sehr spät am Abend gestartet, müssen sie eventuell auch in einem Hotel übernachten, bis ein Ersatzflug sie am nächsten Tag ans Ziel bringen kann. Die Fluggesellschaft muss notfalls auch versuchen, betroffene Fluggäste auf andere Fluggesellschaften umzubuchen. Das werde ihr aber wahrscheinlich zu teuer sein, schätzt Degott. Passagiere sollten in diesem Fall Beweise dafür sammeln, dass die Lufthansa sie nicht auf einen Flug einer anderen Airline umbuchen wollte. Haben sie es – etwa aus beruflichen Gründen – eilig, könnten sie den Flug mit der anderen Fluggesellschaft dann selber buchen und sich anschließend mit Lufthansa um die Erstattung des Ticketpreises streiten, erklärt Degott. Dabei haben sie seiner Einschätzung nach durchaus Aussicht auf Erfolg, weil die Fluggesellschaft dann ihrer Ersatzbeförderungspflicht nicht nachgekommen sei.

Rückgabe: Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast das Recht, sein Flugticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen. Das heißt, sie muss sich nicht mehr um Verpflegung oder Unterkunft während der Wartezeit kümmern. Meist wird deshalb von dieser Möglichkeit abgeraten.

Verpflegung: Bei einem Pilotenstreik muss sich die Airline um die Passagiere am Flughafen kümmern. Wenn diese dort längere Zeit auf einen freien Platz in einer späteren Maschine warten müssen, stehen ihnen zum Beispiel Essen und Getränke zu. Meist erhalten sie Gutscheine, um sich am Flughafen versorgen zu können.

Übernachtung: Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen. Eine Pritsche im Terminal reicht in der Regel nicht aus. Es muss allerdings auch kein Fünf-Sterne-Haus sein. Den Transport der Passagiere vom Flughafen zum Hotel muss die Airline ebenfalls bezahlen.

Pauschalurlaub: Pauschalurlauber können zunächst ihren Reiseveranstalter in die Pflicht nehmen, sie möglichst schnell ans Ziel zu bringen. Können sie ihren Urlaub zum Beispiel erst zwei Tage später antreten, dürfen sie den Reisepreis um diese zwei Tage mindern.

Ausgleichszahlungen: Bei Flugausfällen oder größeren Verspätungen wegen eines Streiks steht betroffenen Passagieren keine Ausgleichszahlung zu. Denn ein Streik gilt nach derzeitiger Rechtsprechung als höhere Gewalt. In diesem Fall ist die Airline laut dem Bundesgerichtshof von der Zahlungspflicht entbunden. 


 

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