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Kaufen mit gutem Gewissen

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Kein Fleisch auf dem Teller, keine von Kinderhänden zusammengenähten Billig-Klamotten: Ein an ethischen Kriterien ausgerichteter Konsum wird für die Deutschen seit Jahren immer wichtiger. So kaufen 58 Prozent aller Menschen hierzulande nur Produkte, die ihren Überzeugungen, Werten oder Idealen entsprechen, wie eine gestern veröffentlichte Studie des Marktforschungsunternehmens GfK ergab. Doch allzu oft klafft zwischen Überzeugung und dem tatsächlichem Handeln eine Lücke.

"Natürlich wollen das viele, aber das heißt nicht, dass bei der tatsächlichen Kaufentscheidung auch so gehandelt wird", betont Christoph Lütge von der Technischen Universität München. Dennoch konstatiert der Professor für Wirtschaftsethik eine seit längerem zu beobachtende Entwicklung. Auch Professor Markus Beckmann von der Uni Erlangen-Nürnberg sieht "ein zunehmendes Bewusstsein, welche ethischen Probleme in bestimmten Produkten stecken können". So ernährten sich manche Menschen strikt vegan oder verzichteten generell auf Flugreisen, auch wenn sie dafür persönliche Einschränkungen in Kauf nehmen müssten. 56 Prozent aller Deutschen kaufen nach der jüngsten Trendstudie des Otto-Konzerns "häufig" ethisch korrekt hergestellte Produkte. Damit stieg der Anteil in der Bevölkerung von 2009 bis 2013 rasant um 30 Punkte an.

 

Gründe


"Neben der Produktqualität werden Produktumfeld und Herstellungsbedingungen wichtiger", heißt es in der Studie. Der eigene Vorteil ist ein Punkt, der aus Sicht der Wissenschaftler eine entscheidende Rolle spielt. "Es ist nur ein latent vorhandenes Motiv, dass man etwas für die Umwelt oder sein Gewissen tun würde. Aber um das zu aktivieren, muss man einen persönlichen Anreiz haben", so Lütge. Sichtbar wird dies besonders am Boom pestizidfrei angebauter Bio-Lebensmittel, die inzwischen fest im Markt etabliert sind. Auf andere Bereiche lässt sich das Engagement für die Umwelt nicht so einfach übertragen. 

Lütge: "Es muss eine eigene Betroffenheit hinzukommen, sonst ändert sich nichts." Das Drei-Liter-Auto etwa fand nie eine bedeutende Käuferzahl. Auch der erschütternde Einsturz von Textilfabriken mit mehr als 1000 Toten in Bangladesch führte nicht zu einem tiefgreifenden Wandel im Verbraucherverhalten. 
Dennoch können Unternehmen die zunehmend kritische Haltung der Konsumenten nicht mehr ignorieren, zumal diese immer besser informiert sind und sich über soziale Netzwerke austauschen. 



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