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Ist die Armbanduhr noch zeitgemäß?

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Jetzt mal Hand aufs Herz. Oder besser gesagt Hand aufs Handgelenk: Trägst du noch eine Uhr? Oder hat für die Zeitmesser das letzte Stündlein geschlagen? 

Eine heutzutage nur noch seltene Spezies umklammert Adele Abrells Handgelenk: eine Armbanduhr. Bei der Generation Smartphone eine Rarität. Das bestätigt die Goldschmiede Zeitung, die in einer Forsa-Studie ermitteln ließ, wer bereits auf den klassischen Zeitanzeiger verzichtet. Das Ergebnis: Jeder sechste Deutsche kommt ohne Armbanduhr zurecht. Je jünger die Befragten desto uhrenloser sind sie.

Für Adele Abrell undenkbar. Die Studentin hat ihren ersten Zeitmesser mit 14 Jahren zur Konfirmation geschenkt bekommen. Seitdem ist die Uhr am Handgelenk nicht mehr wegzudenken. Warum? "Das Handy muss ich erst aus der Tasche holen. Das ist mir zu umständlich", so die 24-Jährige. Aber Adele gibt zu, dass Uhren auch einen anderen Zweck erfüllen. Sie dienen als "Statussymbol".

 

Trend


Alexander Fiesel vom Juwelier Christ in Heilbronn sieht diesen Trend auch: "Uhren stellen heutzutage einen Prestige-Gegenstand dar. Bei unseren jüngeren Kunden steht vor allem die Optik im Vordergrund." Durch die Einführung der Smartphones gab es zwar keinen spürbaren Rückgang des Umsatzes bei Christ, dennoch ist klar zu erkennen: Die Uhr als reiner Zeitanzeiger hat ausgedient. Sie ist ein Symbol für Luxus, Mode-Accessoire und, seit der Einführung der Apple Watch, Spielzeug. Die Letztgenannte kann nämlich so einiges: Türen lassen sich damit öffnen, Anrufe können angenommen und Einkäufe bezahlt werden. Ach ja.. die Zeit zeigt sie auch noch an. Und das Ganze kostet als "Edition"-Version rund 11 000 Euro. So viel wie ein Kleinwagen. Das Einsteiger-Modell immerhin läppische 399 Euro.

"Total unnötig", findet der 24-jährige Esteban Juarez Flores, "so viele Funktionen muss meine Uhr nicht haben." Dem Koch im Enchilada in Heilbronn geht es rein um die Ästhetik. Sein Zeitmesser ist gleichzeitig ein Modegegenstand, der "schön aussehen muss". Esteban hat daher auch günstigere Varianten zu Hause.

 

Technik

 
Der 14-jährige Lars Pauschert hingegen steht auf die Computeruhr. Er besitzt selbst eine Smartwatch der Marke Samsung. Sie hat einen Timer, eine Kamera und eine Stoppuhr integriert. Auch Whatsapp-Nachrichten können damit gelesen, SMS geschrieben werden und und… Das Problem nur: Lars kann die Funktionen der Uhr nicht voll auskosten, da das Display des dazugehörigen Handys gesprungen ist und die Uhr ohne Smartphone nicht funktioniert. Für den Schüler ist das aber kein Weltuntergang: "Die Smartwatch ist nur eine Spielerei."

Er selbst trägt das teure Stück oft von den Ärmeln seines Pullovers bedeckt und "möchte damit nicht prahlen." Lars denkt nicht, dass Uhren von Smartphones oder Multifunktionsgeräten verdrängt werden. Auch Adele ist skeptisch: "Es wird sicher eine Weile dauern, bis sich die Apple Watch etabliert hat."

Eine Frage bleibt allerdings offen: Ist der digitale Alleskönner die Zukunft oder nur ein kurzlebiger Trend? Fakt ist, Jugendliche aus der Region tragen sehr wohl noch Uhren. Der Trend geht zu hochwertigen Produkten, die hübsch anzuschauen sind. Ob der Schickschnack der Smartwatches auch alltagstauglich ist, wird die Zeit zeigen. 



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