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Regierung will Jugendliche schützen

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Die Zigarette von heute ist bunt und schmeckt nach Obst oder Schokolade: Experten sehen mit Sorge, dass immer mehr Jugendliche bedenkenlos zur E-Shisha greifen. Nun wird die Bundesregierung aktiv.
 

E-Zigaretten und E-Shishas – was ist das überhaupt?


Elektrische Zigaretten enthalten keinen Tabak, meist aber Nikotin. Sie bestehen aus Mundstück, Akku, einem elektrischen Vernebler und einer Wechsel-Kartusche mit einer Flüssigkeit ("Liquid"). Beim Ziehen am Mundstück wird das Liquid vernebelt – deshalb spricht man nicht von rauchen, sondern von "dampfen". E-Shishas sind erst seit etwa eineinhalb Jahren auf dem deutschen Markt und eine Variante der E-Zigarette. Ihr Mundstück ähnelt dem einer Wasserpfeife. Oft sehen E-Shishas aus wie bunte Stifte, und die Liquids schmecken nach Mango, Apfel oder Zuckerwatte


Warum sehen Experten das mit Sorge?

Auch wenn die Liquids kein Nikotin enthalten, sind die Inhaltsstoffe nicht ohne. In den meisten von ihnen steckt Propylenglykol – ein Erdölprodukt, das unter anderem als Frostschutzmittel für Autos eingesetzt wird und das die Atemwege reizt. Außerdem haben erste Studien im Dampf der meisten Produkte krebserzeugende Stoffe nachgewiesen, sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Ihr Fazit: "Es besteht eine klare Gesundheitsgefährdung." Außerdem sieht sie die Gefahr, dass Kinder und Jugendliche schon früh ans Rauchen gewöhnt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) kommen zu ähnlichen Einschätzungen.


Wieso müssen Kinder und Jugendliche besonders geschützt werden?

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, sieht in den E-Shishas "ein geschicktes Marketing-Produkt der Tabakindustrie", die Minderjährige "an das Rauchen heranführen will". Unter den 16- bis 19-Jährigen hatte 2014 laut Mortler gut jeder Vierte (27 Prozent) schon einmal eine E-Zigarette probiert – nach acht Prozent 2013.


Was plant die Bundesregierung?

Mit einer gesetzlichen Änderung soll der Verkauf an Kinder und Jugendliche verboten werden – unabhängig davon, ob die Produkte nikotinfrei sind oder nicht. Darüber hinaus will Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU) bei der Umsetzung der neuen EU-Tabakrichtlinie in Deutschland nikotinfreie E-Zigaretten den nikotinhaltigen gleichstellen. Das würde etwa Hinweispflichten auf der Verpackung oder Werbebeschränkungen bedeuten.


Sind die Probleme damit gelöst?

Für Pötschke-Langer sind die Vorhaben nur ein "erster Schritt in die richtige Richtung". Sie fordert etwa, die süßen Aromen in den Liquids zu verbieten. Außerdem müssten die Produkte dringend kindersicher gemacht werden.



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