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Allerlei PC-Mythen

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Seit es Computer gibt, hört man immer wieder von Regeln, denen man gerne Glauben schenken möchte, weil sie irgendwie überzeugend klingen: Etwa dass man Windows defragmentieren muss, damit es nicht langsamer wird. Oder dass mehr Prozessorkerne einen PC schneller machen. An manchen dieser Mythen ist etwas dran, andere waren vielleicht früher einmal richtig. 

Überblick

Der Rechner kann kaputt gehen, wenn man ihn während des Betriebs ausschaltet.
Jein. Die Hardware steckt so etwas weg. Allerdings können das Betriebssystem oder ein Programm beschädigt werden, wenn ein Schreibprozess unterbrochen wird, erklärt Christoph de Leuw von der "Computerbild".

Man sollte 15 Sekunden warten, bis man einen PC neu startet.
"Dafür gibt es keinen Grund", sagt Michael Schmelzle von der "PC Welt" – es sei denn, der BIOS-Chip soll zurückgesetzt werden. "Dieser benötigt etwa 15 Sekunden, um sich zu entladen."

Je mehr Kerne und Gigahertz ein Prozessor hat, desto schneller ist er.
Im Prinzip sei das schon richtig, sagt Thomas Rau von der "PC Welt". Es sei aber immer die Frage, ob die Software mehrere Kerne nutzen kann. Bei einem aktuellen Rechner seien mehrere CPU-Kerne eigentlich immer von Vorteil. Viel hängt aber auch vom Aufbau eines Prozessorkerns und der Taktfrequenz ab.

Mit Stromsparprozessoren spart man Energie.
Nein. Sie sind auf geringe Abwärme bei geringer Rechenleistung getrimmt, spielen aber fast nur bei Notebooks eine Rolle. Solche Prozessoren seien ein Hinweis darauf, aber keine Garantie dafür, dass das Gerät eine lange Akku-Laufzeit hat, sagt Georg Schnurer vom "c’t"-Magazin. Denn selbst wenn der Prozessor sparsam ist, können die übrigen Komponenten den Akku schnell leersaugen.

Um zu verhindern, dass der PC langsamer wird, muss man von Zeit zu Zeit die Festplatte defragmentieren.
Das war früher einmal, heute machen das Microsoft-Betriebssysteme ab Windows 7 wunderbar im Hintergrund. Bei SSDs sollte man es sogar tunlichst unterlassen, warnt Michael Schmelzle. Diese reinigten sich selbstständig.

USB-Speicher können kaputtgehen, wenn man sie ohne Abmelden vom Rechner abzieht.
"Jein", sagt Georg Schnurer. "Die Geräte können in der Regel nicht kaputtgehen." Die Daten aber sehr wohl, wenn noch ein Schreibvorgang läuft. Die Schäden könnten so weit gehen, dass das Laufwerk überhaupt nicht mehr lesbar ist und der USB-Stick neu formatiert werden muss: "Dann sind die Daten futsch."

Mit einem Magneten kann ich USB-Sticks und Festplatten zerstören.
Einen USB-Stick kann ich so unter keinen Umständen zerstören, sagt Schnurer. Haushaltsübliche Magnete könnten Festplatten nichts anhaben. Wenn man aber besonders starke Magneten nimmt, etwa Neodym-Magneten, könnten Daten unter Umständen verloren gehen.

Nur leere Notebook-Akkus dürfen wieder aufgeladen werden.
Für Lithium-Ionen-Akkus gilt das nicht mehr, sagt Thomas Rau. "Notebook-Hersteller empfehlen eine einmalige komplette Entladung nur, damit sich die Ladestandanzeige des Betriebssystems oder von Software-Tools kalibrieren kann."

Man muss einen Bildschirmschoner nutzen, damit sich auf dem Bildschirm kein Bild festbrennen kann.
"Bei einem Röhrenmonitor gibt es tatsächlich Einbrenneffekte", sagt Georg Schnurer. "Bei Flachbildschirmen aber nur in sehr abgeschwächter Form." Nötig sei ein Bildschirmschoner daher nicht.

HDMI-Kabel mit Goldstecker bieten ein besseres Bild.
"Die sehen besser aus, aber an der Bildqualität ändert das nichts", sagt de Leuw.

 

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