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Windows’ neues Gesicht

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Auch wenn der Software-Konzern Microsoft in den vergangenen Jahren an Bedeutung verloren hat: Der gestrige Start des neue Betriebssystems Windows 10 hat noch immer weltweite Bedeutung. In insgesamt 190 Ländern und 111 Sprachen wurde die Software ausgeliefert. Sie soll den Misserfolg der Vorgängerversion Windows 8 vergessen machen.

Wie immer sind die Versprechen des Herstellers blumig: Schneller, schöner und einfacher soll die 10er-Variante sein. Aber auch in Testberichten der Fachpresse schnitt das Betriebssystem durchweg gut ab.

Was hat Microsoft verändert?
Mit Windows 8 hatte der Konzern ein neuartiges Kacheldesign eingeführt, das von vielen PC-Anwendern nie akzeptiert wurde. Jetzt erhalten Nutzer das klassische Startmenü zurück, die Kacheln werden dort auf der rechten Seite integriert und können gelöscht werden. Mit Windows 10 bietet das Unternehmen zudem erstmals eine einheitliche Plattform auf allen Geräten vom Smartphone über das Tablet bis zum PC. Je nach Bedarf lässt sich das System mit Tastatur, Maus oder per Fingerstreich bedienen. Dies soll Software-Entwicklern erleichtern, abgestimmte Programme für die unterschiedlichen Geräte zu erstellen. Auch die Spielkonsole Xbox One wird enger angebunden. Spiele, die auf der Konsole begonnen wurden, können zukünftig auf dem Tablet oder PC zu Ende gespielt werden.

Welche neuen Funktionen gibt es?
Microsoft führt die digitale Assistentin Cortana ein. Damit lässt sich der Rechner per Sprache steuern. Außerdem kann Cortana ähnlich wie Siri von Apple oder Google Now Fragen beantworten. Auf Smartphones, Tablets und kleineren Computern kann man in Zukunft Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien ansehen, erstellen und bearbeiten, ohne das Office-Paket von Windows zu kaufen. Stattdessen sind Apps für diese Funktionen bei Geräten mit einer Bildschirmdiagonale bis zu 10,1 Zoll integriert. Neu ist auch die Möglichkeit, alle geöffneten Programme nebeneinander anzuzeigen. Außerdem lassen sich am PC einfach neue Arbeitsbereiche einrichten. Diese "virtuellen Desktops" bringen mehr Übersicht

Was fehlt dem Betriebssystem?
Der Webbrowser Internet Explorer wird durch das neue Programm "Edge" ersetzt. Nutzer können dort über eine Notizfunktion Webseiten mit persönlichen Anmerkungen versehen und an andere weiterleiten. Das Windows Media Center zur Wiedergabe von Musik, Bildern und Filmen gibt es nicht mehr, es lässt sich auch nicht nachrüsten. Das neue Windows kann zudem, anders als noch die 7er-Version, ohne Zusatzsoftware keine Video-DVDs mehr abspielen. Allerdings gibt es im Netz etliche Programme, mit denen man Windows diese Fähigkeit wieder beibringen kann. Außerdem hat ein Microsoft-Manager angekündigt, diese Funktion werde später ergänzt. Auch vorinstallierte Spiele fehlen, die müssen sich Nutzer im App-Store runterladen.

Was kostet Windows 10?
Privatnutzer von Windows 7 und Windows 8.1 können innerhalb eines Jahres kostenlos wechseln. Dies funktioniert über die Update-Funktion in der Systemsteuerung. Alle anderen müssen für die Windows 10 Home-Edition 135 Euro bezahlen (oder 279 Euro für die Firmen-Version Pro). Schnäppchenjäger, die schon eine ältere Variante haben, können zunächst für 45 Euro ein Upgrade von XP oder Vista auf Windows 7 kaufen und dann im zweiten Schritt das kostenlose Upgrade auf Windows 10 vornehmen. Wer zukünftig einen neuen Computer mit vorinstalliertem Microsoft-System kauft, wird fast nur noch Rechner mit Windows 10 bekommen.

Wer sollte seinen Computer aktualisieren?
Wer bereits Windows 8 nutzt und mit dem System nicht richtig warm geworden ist, sollte auf jeden Fall wechseln. Das neue Betriebssystem erinnert an Windows 7 – die Bedienung ist entsprechend bekannt. Das heißt aber auch: Wer auf dem PC schon ein stabiles Windows 7 installiert hat und zufrieden damit ist, kann mit der Aktualisierung ruhig einige Monate warten. Denn in der ersten Zeit wird das neue System einige Kinderkrankheiten haben, unter Umständen klappt auch die Einbindung von Treibern oder installierter Software nicht reibungslos. Ähnliches können sich Nutzer von Windows Vista überlegen, zumal sie immerhin noch knapp zwei Jahre Sicherheits-Updates erhalten. Wer aber noch Windows XP auf seinem Rechner hat, sollte bald das System wechseln: Schon seit über einem Jahr werden Sicherheitslücken hier nicht mehr gestopft.

Hat Windows 10 lange Bestand?
Microsoft will angeblich kein Windows 11 entwickeln. Mit kostenlosen Aktualisierungen soll Windows 10 immer auf dem neusten Stand gehalten werden. Mit diesem "Windows as a Service" ändert das Unternehmen seine Update-Politik: Im Hintergrund sollen automatisch neue Bestandteile geladen werden. Nur Unternehmenskunden können bewusst Updates ablehnen. Dennoch sorgt der Konzern vor: Am 14. Oktober 2025, so heißt es auf der amerikanischen Microsoft-Webseite, läuft der Aktualisierungszeitraum für das jetzige Windows 10 aus.

Windows-Chronologie

1985: In diesem Jahr erscheint eine einfache grafische Benutzeroberfläche von MS-Dos. Zunächst heißt das Paket "Interface Manager" - bis ein Marketingmitarbeiter "Windows" ins Spiel bringt.

1987: Die grafischen Versionen von Word, Excel und anderen Programme verhelfen Windows 2 zu steigender Popularität.

1990: Windows 3 kann erstmals mit der Bedienerfreundlichkeit der Apple-Macintosh-Rechner mithalten.

1993: Vor allem für Firmenkunden erscheint Windows NT.

1995: Das Startmenü und die Task-Leiste gibt es erstmals bei Windows 95.

1998: Zu dem Betriebssystem Windows 98 gibt es den Internet Explorer 5 dazu.

2000: Eher für professionelle Anwender erscheint Windows 2000, Privatnutzer können sich die Windows Millennium Edition installieren. Es ist Microsofts letztes auf MS-Dos basierendes Betriebssystem.

2001: Mit Windows XP werden die Produkte für Firmen- und Privatkunden verbunden.

2006/2007: Die neue Design- Oberfläche Aero von Windows Vista bringt viele Computer an ihre Grenzen.

2009: Windows 7 behebt die meisten Probleme des Vorgängers.

2012: Mit der traditionellen Nutzerführung bricht Windows 8. Apps, wie man sie von Smartphones kennt, werden integriert.

2013: Windows 8.1. bringt den Start-Button zurück.

2015: Microsoft überspringt die Variante 9, angeblich, weil die Technik so deutlich weiterentwickelt wurde. Nach Windows 10 soll keine weitere Variante erscheinen, in Zukunft wird es stattdessen nur noch Updates geben.

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