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Tierische Hingucker

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Es gibt nichts was es nicht gibt: ob schlafende Hunde oder Katzen unter griechischer Sonne, Pferde in Aktion oder Kaninchenkinder, dazu Erdhörnchen, Ziegen, Pinguine, Schweine, Esel, Füchse, Igel, Mäuse und Wölfe. Kaum eine populäre Tierart wurde übergangen und lässt sich als Kalender in verschiedenen Aufmachungen, Formaten oder Preisklassen an die Wand hängen. Rund 12 000 Neuerscheinungen kommen jedes Jahr auf den Markt, wie viele genau davon Tiere als Motiv haben, weiß niemand.

"Unsere Hunde- und Katzenkalender laufen nach wie vor sehr gut", sagt Elisabeth Kolb vom Verlag Ars Vivendi, der sich auf die beiden Tierarten beschränkt hat. Das unterschiedliche kulturelle Bild von Hund und Katze zeigt sich auch in der Gestaltung der Kalender. Aushängeschild für den Verlag ist ein großformatiger, literarischer Katzenkalender mit Aufnahmen der berühmten deutschen Fotografin Isolde Ohlbaum, die auch einige Katzenbücher herausgegeben hat. Der Kalender ist ein Mix mit Porträts von Elke Heidenreich oder Wladimir Kaminer mit ihren Tieren und mit Katzenfotos zu Zitaten berühmter Literaten wie Erich Kästner: "Manche Leute folgern aus der Undressierbarkeit der Katze, dass sie weniger intelligent sei als der Hund. Damit geben sie eine Kostprobe ihrer eigenen Intelligenz."

Katzen gelten "gemeinhin als literarischer, irgendwie eleganter und kultivierter", meint die Verlagssprecherin, deshalb habe sich die Kombination mit Autoren angeboten. Für Hundefreunde gibt es in gleichem Format, nur ohne prominenten Fotografen und ohne prominente Besitzer der Vierbeiner, einen literarischen Hundekalender. Zum Hund des Januar-Motivs gesellt sich die Frage des amerikanischen Autors Paul Auster: "Wenn man die Buchstaben des Wortes ’dog’ herumdreht....?"

Zitate von Schriftstellern, Philosophen, Künstlern, Politikern oder Monarchen zu Tieren existieren in Hülle und Fülle – und finden sich in einer Vielzahl von Kalendern wieder. Auch der Kalenderverlag Korsch bringt seit vielen Jahren Tier-Literarkalender auf den Markt – Hund, Katze, Eule – mit hintersinnigen, sentimentalen, humorvollen, originellen und vor allem geistreichen Zitaten, etwa von Arthur Schopenhauer: "Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken."

"Tiere sind für Kalenderanbieter ein wichtiges Thema", erklärt Verlagssprecherin Renate Richter. "Als einer der Marktführer brauchen wir ein Komplettsortiment." Zudem müsse man immer wieder Neues ausprobieren: "Die Leute suchen Abwechslung." Das Wichtigste für gute Kalender außer der Foto- und Druckqualität: "Den Spannungsbogen übers ganze Jahr zu halten."

Preisspanne

Minikalender, Lesezeichenkalender und Postkartenkalender stehen mit zwei bis fünf Euro am unteren Ende der Preisskala. Das Gros der Wandkalender ist zu Preisen zwischen zehn und 20 Euro auf dem Markt. Großformatige Tierkalender in hochwertigerer Aufmachung kosten bis zu 40 Euro.

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Am 14. Juli liest Dr. Natasha A. Kelly aus ihrem Buch über Rassismus.