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Nichts geht mehr ohne Wlan

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Mal eben nach einem guten Italiener suchen oder nachschauen, welche S-Bahnen zu den Sehenswürdigkeiten fahren: Öffentliches Wlan macht das in vielen Hotels, Gaststätten und Kommunen im Südwesten bereits möglich. Für die Tourismusbranche habe das kostenlose Internet einen hohen Stellenwert, sagte Sprecher Martin Knauer von der Tourismus-Marketing Baden-Württemberg. Reisende seien aus unterschiedlichen Gründen online: "Um vor Ort nach Restaurants oder Sehenswürdigkeiten zu recherchieren, um diverse Reiseapps zu nutzen oder die Öffnungszeiten eines Museums nachzuschlagen“, so Knauer. "Natürlich auch, um Fotos und Urlaubserlebnisse in Echtzeit in sozialen Netzwerken zu posten – das Smartphone ist immer dabei.“ 

Verfügbar

Dafür erwarteten die Gäste schnelles Internet und in der Regel auch frei verfügbares Wlan. "Dies gilt nicht zuletzt für unsere zahlreichen internationalen Urlaubsgäste, die ohne Wlan teure Roaming-Gebühren zahlen müssten“, sagte Knauer. Inzwischen gingen rund 22 Prozent der Übernachtungen im Land auf Gäste aus dem Ausland zurück. "Aus diesem Grund empfehlen wir den Hoteliers und Leistungsträgern, ihren Gästen kostenloses Wlan zur Verfügung zu stellen.“

Auftrieb könnte dem Thema Wlan auch eine Entscheidung des Bundesrates geben: Das Gremium hatte kürzlich der Abschaffung der sogenannten Störerhaftung für Wlan-Hotspots zugestimmt. Cafés, Flughäfen, Restaurants oder Hotels sollen ihren Kunden künftig einen Zugang zum Internet bereitstellen können, ohne in die Gefahr zu geraten, bei Missbrauch durch ihre Gäste haftbar gemacht zu werden. Der Streit um die Abschaffung der Störerhaftung hatte mehr als sechs Jahre gedauert.

Tobias Zwiener vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga bleibt skeptisch: Zwar sei das Ende der Störerhaftung ein wichtiger Schritt – allerdings sei er noch nicht ausreichend. Risiken für Betreiber, etwa durch Unterlassungsansprüche, seien noch nicht ganz ausgeschlossen, sagte er. Davon abgesehen könne kostenloses Wlan in der Konkurrenz mit anderen Gaststätten- und Hotelbetreibern aber durchaus ein Wettbewerbsvorteil sein. 

Öffentliches Wlan gebe es derzeit vor allem in den Städten – auf dem Land sei die Abdeckung noch etwas schwieriger, so Tourismus-Experte Knauer. Zwar böten viele Hotels und Gastronomiebetriebe freies Wlan an. "Wer aber beim Wandern in freier Natur ins Netz möchte, wird häufig ohne entsprechende Angebote auskommen müssen.“ Allerdings gebe es in einigen ländlichen Gebieten bereits freie Hotspots – etwa im Hochschwarzwald. Dort gebe es auf dem Feldberg oder auch in den Tourist-Informationen kostenlose Zugänge.

Grundversorgung

Auch die Kommunen im Südwesten setzen verstärkt auf frei zugängliches Wlan. "Die Stadt sieht diesen Dienst als Grundversorgung an wichtigen öffentlichen Plätzen“, sagte eine Sprecherin der Stadt Ulm. Ausgestrahlt werde das Funksignal etwa am Rathaus, am Münsterplatz und am Bahnhof. Dafür zahle Ulm rund 40 000 Euro pro Jahr. In Karlsruhe ist das kostenlose Netz neben zahlreichen öffentlichen Orten auch in zwei Stadtbahnen abrufbar. In Freiburg gibt es flächendeckendes Wlan in der Innenstadt – bezahlt wird das Angebot laut einer Sprecherin von einem externen Anbieter. In Stuttgart lässt sich seit September 2015 unter anderem auf dem Schlossplatz, dem Schillerplatz, dem Marktplatz und an der Tourist-Information surfen. Die einmaligen Investitionskosten seien gemeinsam mit einem Kabelanbieter getragen worden, sagte der Geschäftsführer der Stuttgart-Marketing GmbH, Armin Dellnitz. Die laufenden Kosten von unter 3000 Euro jährlich zahle Stuttgart-Marketing.

Funknetzwerk

Wlan (in Langform: Wireless Local Area Network) ist ein Funknetzwerk, das drahtlosen Zugang zum Internet ermöglicht. Es geht von einem sogenannten Hot-Spot aus. Dabei handelt es sich im Kern um ein Geröt, das den Internet-Routern sehr ähnlich ist, die heute in jedem Haushalt zu finden sind. Wlan hat den Vorteil, dass es sehr hohe Übertragungsgeschwindigkeiten für den Transfer von Daten aus dem oder in das Internet von einem internetfähigen Gerät aus ermöglicht. dpa

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