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Bollywood goes Germany

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Bollywood kommt nach Deutschland. Zee-Senderchefin Friederike Behrends erklärt im Interview, was sie sich davon verspricht und was Bollywood mit Barbie zu tun hat: Denn der indische Fernsehkonzern Zee Entertainment Enterprises Limited (ZEEL) setzt zum Sprung auf den deutschen Markt an. In 171 Ländern ist der Konzern bereits vertreten.

Mit welcher Zielgruppe rechnen Sie?

Friederike Behrends: Frauen zwischen 19 und 59. Und wir lassen uns überraschen, wer darüber hinaus noch Bollywood-Fan wird. Auf Facebook zeichnet sich ein sehr junges Publikum ab. Viele junge Mädchen sind total verrückt nach Bollywood. Im Programm geht um Schönheit, Tanz, es ist sehr farbenfreudig. Wir haben festgestellt, dass viele Menschen mit türkischen oder arabischen Wurzeln, insbesondere Mädchen, die hier leben, eine Affinität zu Bollywood-Filmen haben – aber deutsche Mädchen genauso. Wer Barbie mag, mag auch Bollywood.

Ein ganz großes Mainstream-Publikum hat das Bollywood-Kino in Deutschland aber nicht?

B: Das, was wir hier kennen, ist ein ganz kleiner Teil von Bollywood. Bollywood ist nicht nur kitschig, es ist eine der größten Filmindustrien der Welt. Es gibt Action, Horror, Dokumentationsfilme. Es gibt jedes Genre. Wir wollen Bollywood aus der Nische rausholen.

Das Indien-Bild der jüngsten Vergangenheit ist nicht nur bunt, sondern in der öffentlichen Wahrnehmung auch durch Ereignisse wie brutale Vergewaltigungen und ein fragwürdiges Frauenbild geprägt. Gibt es ein sozialkritisches Bollywood-Kino?

B: Das sind nicht die Filme, mit denen wir starten wollen. Unser Motto ist "I feel Bolly good“, danach haben wir die Filme ausgewählt. Wir haben im September das Motto Powerfrauen. Da gibt es fast nur selbstbewusste, starke, gleichberechtigte Frauen, die auf Augenhöhe mit den Männern agieren.

Es soll Eigenproduktionen aus Deutschland geben. Was hat man sich darunter vorzustellen?

B: Ein Bollywood-Magazin zum Beispiel, in dem es auch um andere Elemente wie Kochen oder Reisen gehen kann. Mit den Eigenproduktionen schaffen wir ein ganz spezielles Gesicht des Senders in Deutschland. Wir arbeiten ansonsten eng mit unseren internationalen Kollegen zusammen. Ein Teil des Digitalteams sitzt in den USA, ein Teil des Content-Teams in Mumbai, das Programm kommt zunächst vor allem aus Großbritannien. Für Deutschland wird aber alles extra synchronisiert. Es sind fast alles TV-Erstausstrahlungen.

Wie wichtig ist Ihr Markenbotschafter Shah Rukh Khan? Zieht er in Deutschland?

B: Wir glauben, dass Shah Rukh Khan das schafft. Es ist das erste Mal, dass er das für einen Fernsehsender überhaupt macht.

Ist auch was für Jungs dabei?

B: Viel Action! Und schöne Frauen sind doch auch was für Jungs – im Gegenzug gibt es für die Frauen schöne Männer mit Sixpack.

Worin sehen sie die größten Unterschiede zwischen Bollywood- und Hollywood-Produktionen?

B: Musik ist in Bollywood-Filmen ein Element der Handlung, das ist schon besonders. Allerdings glaube ich, dass sich die Geschmäcker, dadurch, dass die Welt kleiner geworden ist, angeglichen haben. Das sieht man auch daran, dass die beiden indischen Superstars Priyanka Chopra und Deepika Padukone als Bondgirls gehandelt werden. 

Zur Person:

Die Juristin und Medienfrau Friederike Behrends ist seit Anfang 2016 Chefin des neuesn Senders Zee.One. Vorher arbeitete sie unter anderem für den Streaming-Anbieter Magine, den WDR, eine Kölner Internetagentur und die Produktionsfirma Grundy

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