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Lidl löst den Weihnachtsmann ab

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Weihnachten ist ein Fest für den Handel. Das ist nichts Neues. Und Santa Claus der bekannteste Vertreter des festlichen Kommerzes. Der roten Symbolfigur stellt das Neckarsulmer Handelsunternehmen Lidl mit einer Werbekampagne, die am Wochenende parallel in 19 europäischen Ländern anläuft, als Sympathieträgerin die Heilige Clara entgegen.

Keine neue Bibelauslegung verbirgt sich dahinter, sondern eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nielsen, nach der 56 Prozent der Frauen Weihnachten als stressig empfinden: Sie verpacken die Geschenke und verbringen mehr Zeit in der Küche. Für sie haben die Neckarsulmer Santa Clara kreiert, die ab Sonntag europaweit über so gut wie alle Bildschirme flackern wird.

Weg von austauschbaren Werbebotschaften

Egal ob Fernsehen, Kino, Radio oder im Internet: Lidl investiert einen zweistelligen Millionenbetrag, wie Gianfranco Brunetti von Lidl Deutschland verrät. "Wir wollten weg von den austauschbaren Werbebotschaften vom perfekten Weihnachten“, sagt er. Im Internet ist der in Hamburg gedrehte Film schon jetzt verfügbar.

Parallel gibt es das St.Clara-Weihnachtslied auch als Song und als Musikvideo, das die Hamburgerin Emily Roberts für Lidl eingespielt hat und das auf Streaming-Portalen wie Spotify zum Weihnachts-Hit werden soll. Neben der Fernsehwerbung haben die Neckarsulmer auch 20 Blogger engagiert, die die Online-Videos verbreiten. Dazu kommen die sogenannten Influencer – das sind Promis, die bei Facebook & Co große Anhängerschaften haben.

Noch nicht alles läuft perfekt

Gleich zwei Agenturen haben die Neckarsulmer eingeschaltet, um möglichst viele Kanäle zu erreichen. Auch unternehmensintern ist der Aufwand groß: Schließlich müssen die Aktivitäten von Santa Clara in 19 Ländern koordiniert werden – auf allen Kanälen.

Dumm nur, dass unter dem Hashtag #Santaclara dieser Tage vor allem ein Unfall mit Löschschaum in der gleichnamigen Stadt in Kalifornien durch die Twitter-Welt geistert. Dagegen müssen die Neckarsulmer Marketingstrategen erst einmal ankommen.

Ein festlicher Alptraum

Kein Heile-Welt-Weihnachten wird in dem knapp zweiminütigen Lidl-Streifen gezeigt, sondern der Stress, den frau mit dem Fest verbindet: das Küchendesaster verfolgt eine Mutter bis in den Traum, und auch Deko und Geschenke haben das Zeug zum Alptraum. Fast wie im richtigen Leben.

Die Botschaft, die das Unternehmen damit unter 19 Völker bringen möchte, ist vergleichsweise banal: Alle sollen mithelfen, nicht nur die Frauen. Weihnachten ist für alle da. Lidl auch, heißt der Slogan am Ende des Multimediaspots, der ganz ohne Produktwerbung auskommt.

Spannung

"Wenn Weihnachten stressfreier ist, haben alle noch mehr Freude und das Fest der Feste ist am Ende wirklich für alle da“, bekundet auch Jan Bock, der Einkaufschef von Lidl Deutschland. Wobei natürlich klar ist, dass am Ende auch Lidl mit der multimedialen Kampagne möglichst viele Kundinnen in die Filialen bringen möchte.

Was diese gerne einkaufen, hat Nielsen auch gleich ermittelt – und ist dabei auf weniger Überraschendes gestoßen als die Weihnachtsfrau in blau: Süßwaren, Spirituosen – und Speiseeis. Was die Studie auch ergeben hat: Den meisten Weihnachtsstress machen sich die Tschechinnen, Frauen in Südosteuropa haben dagegen die Ruhe weg.

In der Neckarsulmer Unternehmenszentrale steigt derweil die Spannung, ob die europaweite Kampagne wie geplant funktioniert. Schließlich geht es um viel: Für den Handel ist Weihnachten ein Fest.

Auch andere große Discounter nehmen viel Geld in die Hand, um Weihnachtswerbung zu produzieren. Hier der Spot von Rewe:

Bei Edeka geht es zu Weihnachten um die Wurst:

Penny will die Familie zusammenbringen:

 

 

 

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