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Sommer der Extreme

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Der Klimawandel macht weiter von sich reden. Von Juni bis August 2016 war es global gesehen so warm wie nie zuvor in diesen Monaten seit Beginn der Aufzeichnungen. "Wir stecken mitten im Klimawandel“, sagte Paul Becker, Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, gestern. Gerade erst hat der Deutsche Wetterdienst eine Hitzewarnung herausgegeben: Für Berlin, das südliche Brandenburg, das östliche Sachsen-Anhalt und den Nordwesten Sachsens werden auch in den nächsten Tagen Temperaturen bis zu 33 Grad erwartet, sagte eine DWD-Meteorologin. 

Extreme Wetterlagen werden immer wahrscheinlicher. Hitze, Gewitter, Regen, Sturm – in diesem Jahr hat es in Deutschland einige Orte und Regionen hart getroffen. Ende Mai hinterließ ein Sturmtief in einigen Regionen Baden-Württembergs verheerende Schäden. Vier Menschen starben. Besonders schwer betroffen war die Gemeinde Braunsbach im Landkreis Schwäbisch-Hall. Zwei Bäche verwandelten sich plötzlich in einen reißenden Strom. Geröll- und Schlammlawinen zerstörten den Ort. Besonders schlimm traf es Anfang Juni auch das niederbayerische Simbach am Inn. Eine gewaltige Flut beschädigte Hunderte Häuser. Der Pegelstand des Flüsschens Simbach war innerhalb kurzer Zeit um fünf Meter angestiegen. Der Höhepunkt der Flutwelle übertraf bei weitem jeden jemals zuvor dort beobachteten Wasserstand. In der Region starben sieben Menschen.

Extremes Wetter wird es künftig wahrscheinlich häufiger geben als heute, sagen Klima-Experten voraus. Einige raten deshalb dazu, selbst vorzusorgen. Was kann man tun und wie heftig schlägt der Klimawandel hierzulande zu? Die wichtigsten Antworten:

Welche Regionen sind besonders bedroht?

Große Hitze- und Dürreperioden gefährden besonders die Bundesländer Berlin, Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, das Saarland, Bayern, Baden-Württemberg und Teile von Hessen. Hitze breite sich auch stark in Ballungszentren aus, sagt die Präsidentin des Umweltbundesamtes (Uba), Maria Krautzberger. Von Sturmfluten seien vor allem die Küstenbereiche und die Nordseeinseln betroffen. Mit Überschwemmungen müssten Menschen in allen Einzugsgebieten von Flüssen rechnen, sagt der Vizepräsident des Deutschen Wetterdienstes, Paul Becker. Extreme Niederschläge seien in nahezu allen Regionen möglich.

Wird es solche Starkregen häufiger geben?

"Nicht jedes Jahr wird es Katastrophen geben“, sagt Becker. Aber künftig müsse man mit mehr extremen Niederschlägen rechnen. Klimawandel bedeute nicht nur einen Temperaturanstieg, sondern auch Auswirkungen auf den Regen.

Was können Menschen zu ihrem eigenen Schutz tun?

"Jeder einzelne sollte sich sein Haus angucken“, sagt Paul Becker. So sei es beispielsweise wichtig zu prüfen, wie hoch ein Kellerfenster stehe und ob der Keller bei Starkregen oder Hochwasser volllaufen könne. "Es sind zwar einfache Maßnahmen. Aber wenn die nicht eingehalten werden, können die Folgen verheerend sein“, warnt Becker. "Man muss im Blick haben, dass man sich auch vor Hitze schützen kann, etwa durch den Einbau von Fensterläden“, sagt Uba-Präsidentin Krautzberger. Es sei angebracht, sich für den Fall, dass die Versorgung nicht mehr funktioniert, Vorräte zuzulegen. Zudem sei es wichtig zu lernen, wie man sich bei Überschwemmungen verhält, sagte Becker. Das könnte bereits Schülern beigebracht werden. Es gehe um eine neue Kultur des Umgangs mit Naturgefahren, von denen es künftig mehr geben werde.

Wie können Kommunen vorsorgen?

Es gibt bereits verschiedene lokale Projekte, in denen der Klimawandel in der Stadtplanung berücksichtigt wird. Als positives Beispiel nennt Krautzberger etwa das Projekt "Natur in graue Zonen“ des Wissenschaftsladens Bonn. Bei dem Projekt werden Flächen in Städten entsiegelt und begrünt. Regenwasser kann dort nun besser aufgenommen werden. In Berlin-Adlershof dienten Regenwassermulden dazu, das Wasser aufzufangen und versickern zu lassen.

 

 

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