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Das Warten hat ein Ende

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Harry Potters magische Kräfte hätten sich die Muggel beim Hamburger Carlsen Verlag in den vergangenen Monaten gewünscht. Die deutsche Übersetzung des Theaterskripts "Harry Potter and the Cursed Child“ knapp acht Wochen nach dem englischen Original auf den Markt zu bringen, sei doch recht sportlich gewesen, sagt Verlagschefin Renate Herre.

Am 30. Juli hatte die Fortsetzung der Abenteuer rund um Joanne K. Rowlings berühmten Zauberschüler in London Bühnenpremiere, am Tag darauf erschien das englischsprachige Buch zum Stück und stürmte auch in Deutschland die Bestsellerlisten. Mit einer Startauflage von 800 000 Exemplaren kommt nun diesen Samstag die deutsche Übersetzung "Harry Potter und das verwunschene Kind“ in den Handel.

"Das war schon eine extreme Herausforderung“, berichtet die Carlsen-Chefin, "vor allem für die beiden Übersetzer“. Klaus Fritz, der schon alle sieben Harry-Potter-Romane ins Deutsche übertragen hat und dem Fans Wortschöpfungen wie den "Schnatz“ zu verdanken haben, und seine Kollegin hätten genau drei Wochen Zeit gehabt, um die 336 Seiten zu übersetzen.

Probenfassung

"Da es ja das Buch zu einem Bühnenstück ist, mussten wir auch bis zum Schluss warten“, erzählt Herre. "Natürlich wären wir am liebsten mit der deutschsprachigen Ausgabe zeitgleich zur englischen erschienen, aber das hätte bedeutet, dass wir eine vorläufige Probenfassung des Skripts bekommen – und es wurde bis kurz vor der Premiere an den Texten gearbeitet.“

Dass viele Potter-Fans nicht bis zum Erscheinen des langersehnten Nachschubs auf Deutsch warten wollten und sich lieber schon mit der Originalversion aufs berühmte Gleis 9 3/4 begaben, helfe letztlich auch der deutschen Ausgabe, sagt die Carlsen-Chefin. "Das große Interesse am englischen Buch macht noch stärker auf das deutsche aufmerksam.“ Bestes Beispiel für sie sei der siebte und letzte Harry-Potter-Roman, der 2007 erschienen war: "Von 'Harry Potter und die Heiligtümer des Todes’ sind fast eine Million englischsprachige Exemplare im deutschsprachigen Raum verkauft worden und noch einmal dreieinhalb Millionen von der deutschen Ausgabe, die einige Monate später erschien.“

Butterbier

Angesichts der Rückmeldungen aus dem Buchhandel dürften die Hamburger schon mal das in Hogwarts so beliebte Butterbier bereitstellen: "Wir verzeichnen schon jetzt eine große Nachfrage nach dem Titel, so dass das Buch schon über die Vorbestellungen auf Platz eins der Thalia-Bestsellerlisten steht“, berichtet Julia Hattrup, Sprecherin der Buchhandelskette. Mit verschiedenen Aktionen feiern rund 60 der Thalia-Buchhandlungen am Samstag den Verkaufsstart.

In Hamburg gibt es beim Carlsen Verlag eine große Lesenacht mit geladenen Gästen – ohne Autorin Rowling. "So etwas macht sie ja leider nicht mehr“, sagt Verlegerin Herre. Seit 2012 leitet sie Carlsen. Davor war sie bei Verlagen, die zu denen gehörten, die den ersten "Harry Potter“-Band abgelehnt hatten. "So etwas passiert eben“, sagt Herre. "Verlegen hat auch ganz viel mit Mut zu tun, mit persönlicher Einschätzung. Und es gehört auch eine gute Dosis Glück dazu.“

Dass sie nun doch noch einen "Harry Potter“ herausbringen kann, freue sie besonders. Nie wieder hatte Rowling eine Fortsetzung schreiben wollen, "und ich glaube, noch nie hat jemand so viele Menschen glücklich gemacht, indem er sich nicht an sein Wort gehalten hat“, sagt Herre. Skeptisch war sie, ob Harry Potter als Theaterstück funktioniert. Ihr Urteil fällt nach der Lektüre so positiv aus wie das der Theaterkritiker nach der Premiere.

Verkaufsstart

Bei der Heilbronner Buchhandlung Osiander gibt es das Buch in der Nacht zum Samstag ab 0.01 Uhr.

Inhalt

Die Handlung von "Harry Potter und das verwunschene Kind“ setzt dort ein, wo der letzte Roman endet. Hermine und Ron sind miteinander verheiratet. Harry ist Beamter im Ministerium für Zauberei, verheiratet mit Rons Schwester Ginny. Ihr Sohn Albus Severus leidet unter dem Erwartungsdruck, den der Ruhm seines Vaters mit sich bringt. Er freundet er sich mit Scorpius Malfoy an, dem Sohn von Harrys früherem Widersacher Draco. Und dann geht Albus auf eine Zeitreise.

 

 

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