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Kartellamt rügt Facebook wegen Datensammlung

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Das Bundeskartellamt wirft Facebook missbräuchliche Datensammlung vor. Die Behörde moniert in einer vorläufigen Einschätzung vor allem, dass das weltgrößte Online-Netzwerk in Deutschland "unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen sammelt“ und mit dem Facebook -Konto zusammenführt. Dazu gehören etwa der Messengerdienst Whatsapp oder die Foto- und Videoplattform Instagram, aber auch Websites anderer Betreiber, die auf Facebooks Schnittstellen zugreifen. Nach Einschätzung der Kartellwächter nimmt das US-Unternehmen in Deutschland eine marktbeherrschende Stellung ein. 

Datenweitergabe

Der vorläufige Bericht des Kartellamts zeichne ein ungenaues Bild von Facebook, entgegnete Managerin Yvonne Cunnane in einer ersten Stellungnahme. "Die Realität ist, dass Facebook keinerlei Anzeichen eines dominanten Unternehmens in Deutschland oder anderswo zeigt.“ Popularität sei nicht identisch mit einer dominanten Marktstellung. Sie sicherte aber Kooperationsbereitschaft mit der Behörde zu.

"Mit Hilfe von Schnittstellen fließen auch dann Daten an Facebook und werden dort gesammelt und verwertet, wenn man andere Internetseiten besucht“, kritisierte Andreas Mundt, Präsident der Behörde. "Dies geschieht sogar schon, wenn man einen "Gefällt mir“-Button gar nicht nutzt, aber eine Seite aufgerufen hat, in die ein solcher Button eingebettet ist.“ Den Nutzern sei das in der Regel nicht bewusst. "Ausmaß und Ausgestaltung der Datensammlung verstoßen gegen zwingende europäische Datenschutzwertungen“, sagte Mundt. 

Facebook kontert, Menschen nutzten im Schnitt sieben verschiedene Apps oder Dienste zur Kommunikation – doppelt so viele wie vor fünf Jahren. Und die Hälfte der Internet-Nutzer in Deutschland verwende Facebook überhaupt nicht. 

Besonders die Datensammlung über Drittquellen bei Facebook ist Datenschützern schon seit vielen Jahren ein Dorn im Auge. Zuletzt waren sie erfolgreich gerichtlich gegen Unternehmen vorgegangen, die einen "Like“-Button von Facebook auf ihre Seiten eingebunden hatten und die Besucher über die Datenweitergabe nicht informierten. dpa

 

 

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