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Hoverboard auf eigene Gefahr

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Ein Hoverboard ist in diesem Sommer der Hit bei Kindern und Jugendlichen, doch der Spaß kann schnell vergehen. Insbesondere dann, wenn die "elektrischen Skateboards“ auf Fußwegen, öffentlichen Plätzen oder gar auf Straßen benutzt werden. Denn dann drohen Bußgelder – und wenn Schäden verursacht werden, hilft bislang keine Versicherung. So wird die Fahrt zum Streifzug durch die Strafvorschriften. 

Hoverboards sind zu schnell

Der Trend ist aus den USA in Deutschland angekommen: Hoverboards sind einem Skateboard ähnlich, haben aber nur zwei Räder sowie einen über Batterie angetriebenen Motor, der das Gefährt bis zu 15 km/h schnell macht. Der Fahrer steht dabei freihändig auf zwei über eine Achse verbundenen Plattformen und lenkt per Gewichtsverlagerungen. Hoverboards kosten derzeit etwa 300 Euro

Allerdings kann der Spaß weitaus teurer werden, wenn die Hoverboards im öffentlichen Raum benutzt werden, so wie das zur Zeit etwa in vielen Parks oder auf Fußwegen zu sehen ist. Das ist aufgrund der technischen Ausstattung schlicht illegal, wovon die meisten Fahrer aber nie etwas gehört haben. 

Denn Hoverboards sind Kraftfahrzeuge. Der Grund: Da Hover-boards mehr als sechs km/h schnell werden können, gelten sie in Deutschland bereits als Kraftfahrzeuge. Das hat weitreichende Folgen.

Folge 1: Für ein Kraftfahrzeug wird ein Führerschein benötigt. Der Hoverboard-Fahrer macht sich gegebenenfalls des Fahrens ohne Führerschein schuldig, was mit Geld- und sogar Freiheitsstrafen geahndet werden kann.

Folge 2: Ein Kraftfahrzeug braucht eine Mindestausstattung, um den Vorschriften der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) entsprechend benutzt werden zu dürfen, etwa Licht sowie eine Klingel oder Hupe, so wie man das vom Moped kennt.

Folge 3: Ein Kraftfahrzeug muss eine Haftpflichtversicherung haben, regelt das Pflichtversicherungsgesetz (PflVG). Verstöße dagegen können ebenfalls Strafen zur Folge haben. 

Eine spezielle Police für Hoverboards gibt es aber noch nicht. Wie auch – es müsste ein Kennzeichen angebracht werden können. 

Vorerst auf Privatgrundstück bleiben

Die private Haftpflichtversicherung, die zum Beispiel für von Radfahrern angerichtete Schäden aufkommt, greift beim Hoverboard nicht. Das wird in der so genannten "Benzinklausel“ geregelt: Nicht versichert ist demnach die Haftpflicht des Eigentümers, Besitzers, Halters oder Führers eines Kraft-, Luft- oder Wasserfahrzeuges wegen Schäden, die durch den Gebrauch des Fahrzeuges verursacht werden. 

Wer als Hoverboard-Fahrer zum Beispiel einen Fußgänger anfährt und verletzt, muss somit nicht nur für das Opfer aufkommen, er muss auch noch mit hohen Bußgeldern rechnen. Ein 40-Jähriger aus Düsseldorf erlebte das schon: Er bekam im vergangenen Jahr zunächst einen Strafbefehl über 1200 Euro, der erst nach einem Einspruch vom Amtsgericht Düsseldorf auf eine Geldstrafe in Höhe von 450 Euro zur Bewährung reduziert wurde.

"Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich jedem Hoverboarder nur dringend raten, auf dem Privatgrundstück zu bleiben“, sagt daher die Düsseldorfer Rechtsanwältin Katia Genkin. Da der Lustgewinn, mit zehn bis 15 km/h über den eigenen Balkon zu fahren, eher gering ist, bleibt nur die Hoffnung auf den Gesetzgeber, der wie bei Segways Abhilfe schaffen könnte. 2009 wurden die Segways, also die elektrisch angetriebenen Ein-Personen-Transporter, mit der Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr (MobHV) im Straßenverkehr legalisiert.

 

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