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Zunahme beim Komatrinken

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Erstmals seit Jahren sind wieder mehr Kinder und Jugendliche mit einer Alkoholvergiftung im Krankenhaus gelandet. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit 22 309 junge Patienten im Alter von zehn bis 20 Jahren völlig betrunken in eine Klinik gebracht. Das geht aus einer Statistik des Statistischen Bundesamtes hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die Krankenkasse DAK-Gesundheit hatte die Daten recherchiert. Auch in Heilbronn wurde bei den SLK-Kliniken ein langjähriger Höchstwert erreicht. 100 Fälle wurden im vorigen Jahr registriert. 2015 waren es noch 77. Der jüngste eingelieferte Fall in den vergangenen Jahren war gerade mal zehn Jahre alt. Im bisherigen Jahresverlauf hat sich in der Region die Lage aber wieder etwas entspannt. Wie die SLK-Kliniken auf Anfrage mitteilten, wurden bis Ende Oktober 59 Fälle erfasst.

Anstieg

Im Vergleich zum Vorjahr handelt es sich bei den DAK-Daten um einen Anstieg von 1,8 Prozent. Bei den 15- bis 20-Jährigen ist der Anstieg mit plus zwei Prozent auf 19 679 Betroffene dabei höher als bei den 10- bis 15-Jährigen. In den drei Jahren zuvor hatte die Zahl der Betroffenen stetig abgenommen. 2016 waren 12 972 Jungen und junge Männer betroffen und 9337 Mädchen und junge Frauen. Die meisten Kinder und Jugendlichen mit Alkoholvergiftung gab es seit 2000 mit 26 673 im Jahr 2012, zehn Jahre zuvor waren es nur 12 807. Sehr unterschiedlich ist die Entwicklung in den einzelnen Bundesländern. So gab es in Sachsen-Anhalt einen Anstieg um 26,2 Prozent, in Brandenburg um 20,9 und in Sachsen um 11,9 Prozent. Den größten Rückgang verzeichneten Berlin mit minus 6,3 Prozent sowie Bremen und Schleswig-Holstein mit jeweils minus 6,1 Prozent.

Präventionsangebote

Die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler nannte es unerfreulich, dass mehr Kinder und Jugendliche wegen Rauschtrinkens im Krankenhaus behandelt werden mussten. "Wir sollten wachsam bleiben und den Jugendschutz in Kommunen und Ländern rigoros umsetzen“, sagte Mortler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Das bedeutet: Keine Abgabe von alkoholischen Getränken an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren, Spirituosen und Hochprozentiges nur an Erwachsene!“ 

Die DAK-Gesundheit zeigte sich besorgt. "Dass jetzt erstmals seit drei Jahren die Zahlen wieder ansteigen, ist eine alarmierende Entwicklung“, sagte Vorstandschef Andreas Storm. Immer wieder erregen Fälle von Komasaufen bei Jugendlichen Aufsehen – auch in den vergangenen Monaten. So trank eine Realschülerin in Malchin in Mecklenburg-Vorpommern während der Unterrichtszeit fast eine Flasche Wodka und kam per Rettungswagen ins Krankenhaus. Am Berliner Alexanderplatz griff die Polizei eine 13-Jährige auf, die sich mit Wodka aus einem Spätkiosk bewusstlos getrunken hatte. In Stralsund betranken sich eine 12-Jährige und ein 14-Jähriger auf dem Schulhof mit Schnaps. In Garmisch-Partenkirchen griff die Polizei eine bewusstlose 13-Jährige in einem Wald auf, die von älteren Jugendlichen zum Trinken verleitet worden war. 

Storm kündigte an, für seine Krankenkasse seien die Zahlen Auftrag, Präventionsangebote fortzusetzen. Mit der Bundesdrogenbeauftragten werde man 2018 die Kampagne "bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ fortsetzen. "Solche wichtigen Gesundheitsthemen sollten in den Schulalltag einfließen“, sagte Storm. büc

 

 

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