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Show-Geschäft

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Auf den einschlägigen Kanälen ist der Video-Zusammenschnitt der Mode-Präsentation mit Heidi Klum ein kleiner Hit: 200 000 Aufrufe auf der Instagram-Seite des Supermodels, weitere 100 000 sind es bisher auf Klums Facebook-Seite. Bei ihren Anhängern, und sie hat mehrere Millionen davon, kommen die Kollektion und der schrille Wirbel, den die 44-Jährige im Auftrag von Lidl darum veranstaltet hat – gut an. "Es gibt keinen besseren Ort und keine bessere Zeit als New York während der Fashion Week, um unsere internationale Kollektion zu präsentieren“, schwärmt Jan Bock, der Einkaufschef von Lidl Deutschland nach der Premiere im Artbeam in Manhattan. Vertreter von 22 Lidl-Landesgesellschaften waren bei der Show dabei. Die trendige Location hatte das Unternehmen im Stil einer Filiale gestaltet.

Großer Medienrummel

Ab Montag kommen die guten Stücke weltweit in die Filialen des Neckarsulmer Handelsunternehmens, das mit der Klum-Kooperation in Sachen Image-Marketing ganz neue Wege geht. Und im Gegensatz zum Versuch, mit der Hotelerbin Paris Hilton bei den Kunden Mode-Punkte zu sammeln, ist "Esmara by Heidi Klum“ von vorne herein längerfristig angelegt: Schon Anfang Dezember bringen die Neckarsulmer die nächste Kollektion auf den Markt, die den Glanz von New York in alle 28 Lidl-Länder bringen soll.
Der Medienrummel war nach der Show in New York auf allen Kanälen groß. Gigantisch, heißt es in Neckarsulm sogar. Die "Washington Post“ hat berichtet, die "Irish Times“ hat sogar ihre Mode-Korrespondentin über den großen Teich geschickt, in der "Gala“ ist Lidl auch nicht jeden Tag. Im US-Fernsehen liefen Bilder von der Show – unter anderem im Promi-Format "Entertainment Tonight“. Die US-Medien sind relevant, weil Lidl an der Ostküste Zug um Zug weitere Filialen in Betrieb nimmt – 35 sollen es bis zum Ende des Monats sein. Möglichst viel PR kann da nicht schaden.

Positives Feedback

Aber auch die Deutsch-Amerikanerin Heidi Klum war begeistert von der Lidl-Show, wie der zuständige Geschäftsführer Jürgen Achenbach sagt: "Das Feedback unserer internationalen Medienpartner und Influencer, die wir eingeladen hatten, war sehr positiv.“ 65 solche Influencer (zu Deutsch: Beeinflusser), wie die Online-Stars und Sternchen heißen, die ihren Ruhm als Werbeplattform verkaufen, waren bei der Heidi-Show dabei. 

Im Zentrum der Kampagne stehen nämlich nicht die klassischen Medien, sondern Klum und ihre Kolleginnen wie die Youtuberin Maren Wolf, die für ein Bild, das sie mit einem Teil der Lidl-Kollektion zeigt, bei Instagram schon mehr als 50 000 Herzchen kassiert hat, oder Stefanie Giesinger, die ihren Online-Ruhm ihrem Sieg bei der Klum-Show "Germany’s Next Top Model“ verdankt.

Gigantische Gagen

Nicht alle Influencer sind über den Laufsteg zu Online-Berühmtheiten geworden: Der frühere italienische National-Kicker Andrea Pirlo gehört ebenfalls zu den Promis, die nach dem Lidl-Event ein Selfie mit Heidi online gestellt haben. "Sie hat alle abgeholt und viele Fotos gemacht.“ Im digitalen Zeitalter sind Schnappschüsse mit Superstar eine wichtige Währung – die sich in bare Münze verwandeln lässt. Von Gagen wie sie die US-Schauspielerin Selena Gomez laut "Süddeutscher Zeitung“ kassiert, können die von Lidl Engagierten Persönlichkeiten aber nur träumen: 550 000 Dollar verlangt Gomez, die die Instagram-Rangliste mit 126 Millionen Fans anführt. Mit 3,9 Millionen Abonnenten hat Heidi Klum nicht einmal einen Platz unter den Top 100 – dafür braucht man aktuell 17 Millionen Nachfolger. 

Was die Show in New York gekostet hat, verrät Lidl natürlich nicht – das ist ein gut gehütetes Geschäftsgeheimnis. Dass Aldi mit der US-Sängerin Anastacia (112 000 Instagram-Abonnenten) und ihrer Modelinie medial nicht mithalten konnte, ist ein erster Erfolg für die Neckarsulmer: Manhattan schlägt Köln. Jetzt geht es darum, wie die Klicks in Käufe umgesetzt werden: Der Aufwand, den Lidl in den Filialen treibt, soll alles bisher Dagewesene in den Schatten stellen. Aber trauen sich die Lidl-Kundinnen den New Yorker Leo-Look zu?

 

 

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