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Der Nutzen der erweiterten Realität

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Wenn es um mobile Anwendungen geht, ist Mark Siller sicherlich so etwas wie ein Pionier in der Region. Seit 2001 beschäftigt sich der Wirtschaftsinformatiker intensiv mit diesem Thema – zunächst in der von seinem Vater Horst F. Siller gegründeten Siller AG, seit 2011 im eigenen Unternehmen iPOL. Das in der Heilbronner Halbmondstraße ansässige Studio für digitale und mobile Innovation, wie sich iPOL selbst beschreibt, entwickelt verschiedene Anwendungen für unterschiedliche Zielgruppen.

Hohe Ansprüche

Mit der aufwendig gestalteten Fußball-App für "Spiegel“-Online landeten die Heilbronner vor einigen Jahren einen großen Erfolg. Mark Siller und seine zehn Mitarbeiter haben den Ehrgeiz, der aktuellen Entwicklung in der Branche immer ein Stück voraus zu sein und künftige Trends frühzeitig zu erkennen. "Wir wollen Pionierarbeit leisten“, betont der Geschäftsführer, der seine Firma auch als Technologielieferant sieht. Seit einiger Zeit beschäftigt sich iPOL intensiv mit den Themen virtual und augmented reality, also künstlicher und erweiterter Realität. "Das ist unser großes Thema“, sagt der 46-jährige Heilbronner.

Mit den entsprechenden Brillen, die Hightech-Konzerne wie Apple oder Google auf den Markt bringen, sind ganz neue Anwendungen im spielerischen, aber auch im geschäftlichen Bereich möglich. Für die Experimenta Heilbronn entwickelt iPOL Virtual-Reality-Erlebnisse, auch für Unternehmen wie Vodafone oder diverse Autobauer sind die Heilbronner tätig. Für das Hamburger Museum für Kunst & Geschichte etwa hat iPOL für die Ausstellung "Im Sog der Zeit“ eine interaktive Tour erarbeitet – mit Hilfe von knapp 100 an den Exponaten angebrachten Beacons (Sender), die dem Besucher automatisch die passenden Infomationen in Wort, Bild oder Klang übermitteln, ohne dass dieser irgendwelche Knöpfchen an einem Gerät drücken muss.

Inventur-App

Auch in der Medizin sehen die Heilbronner Potenzial für ihre mobilen Lösungen. So hat iPOL für eine Schweizer Privatklinik eine App entwickelt, mit der nächtliche Schnarchgeräusche und Atem-aussetzer aufgezeichnet und analysiert werden können. In Deutschland gebe es dafür auch Interessenten, berichtet Siller. Mit dem Handel steht das Unternehmen ebenfalls im Austausch. Mit dem von iPOL entwickelten Scan-Touch lässt sich die Inventur unkompliziert mit dem eigenen Smartphone erledigen. "Das ist eine enorme Kostenersparnis für die Unternehmen“, sagt Siller. Das Heilbronner Modehaus Palm benutzt die Inventur-App bereits, auch Intersport unterstützt die iPOL-Entwicklung.

Digitale Schnitzeljagd

Mit einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit der Hochschule Heilbronn will Siller dem Handel zudem die Vorteile von Augmented-Reality-Anwendungen demonstrieren. Der Mitarbeiter sieht dabei nicht nur das Supermarktregal, wie es gerade ist, sondern durch die AR-Brille auch, wie es eigentlich aussehen sollte. "Die Warenpräsentation ist ein wichtiges Thema für den Handel“, weiß der Geschäftsführer. Und in der Logistik habe der Einsatz von Brillen mit Scan-Funktion den Vorteil, dass der Mitarbeiter beide Hände frei habe, sagt Siller.

Große Hoffnungen setzt der Unternehmer auf die Buga 2019 in Heilbronn. Aktuell tüfteln die iPOL-Mitarbeiter gemeinsam mit der Hochschule Heilbronn an einer digitalen Schnitzeljagd, die die Besucher auf dem Buga-Gelände unternehmen können sollen. "Ich bin guter Dinge, dass das ’was wird“, sagt Siller.

 

 

 

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