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Aus der Region ins World Wide Web

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Dass Onlineshops boomen, ist kein Geheimnis: Im vergangenen Jahr wuchs der Netto-Umsatz des deutschen Onlinehandels laut Online-Monitor des Handelsverbands Deutschland auf 44,2 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 10,8 Prozent im Vergleich zu 2015 und rund neun Prozent des Umsatzvolumens im gesamten Einzelhandel. Weniger bekannt ist dagegen oft, von wo aus die Shops ihre Ware in die Welt senden. Denn auch in der Region wird Onlinehandel betrieben: Fünf Onlineshops haben ihre Nische gefunden, mit mittelalterlichen Lederrüstungen, Band-Shirts in Übergröße oder Tee für durchfallkranke Wachteln

Lost Legends, Heilbronn

Sein Hobby für Mittelaltermärkte zum Beruf gemacht hat Marco Ribbe, als er vor 15 Jahren Lost Legends gründete – "einen der ersten echten Online-Shops für Magie und Mittelalter“. Nachdem Ribbe zunächst Esoterikartikel wie Kräuter und Räucherstäbchen vertrieb, kamen schnell Kostüme dazu: Rüstungen für Ritter, mittelalterliche Mieder für Burgfräuleins und Lack und Leder für Fetisch- und Gothic-Fans. Schließlich kommt man gewandet oft günstiger auf Mittelaltermärkte, sagt Ribbe, und auch Hochzeiten in mittelalterlichen Kostümen seien beliebt. Und weil die Kostüme so aufwendig sind – einige hat der studierte Modedesigner Ribbe selbst entworfen –, zählen nicht nur Privatleute zu seinen Kunden, sondern auch Theater, Museen, Geisterbahnen oder Filmproduktionen – "wozu die bei "Alarm für Cobra 11" Schwerter gebraucht haben, weiß ich aber bis heute nicht“, sagt Ribbe. Rund 6500 Produkte hat er im Artikelstamm. Die Konkurrenz wächst trotzdem – auch seitens der großen Portale wie Amazon. "Amazon behält 30 Prozent ein, deshalb sind wir weder dort noch bei Ebay vertreten“, so Ribbe.
www.lostlegends.de 

Wachtel-Shop, Obersulm 

Eine echte Nische im Onlinehandel haben Michael Volk und Nico da Silva entdeckt: Sie verkaufen von Futter über Milbensprays bis hin zu Wachtel-Tees mit klangvollen Namen wie "Blütentraum“ oder "Kräuterzauber“ alles, was Wachteln und deren Züchter glücklich macht. Nachgefragt wird vor allem ein Futter nach eigener Rezeptur, das vom Beweka-Kraftfutterwerk in Heilbronn hergestellt und vor Ort gemischt wird. In 35 Länder versendet der Shop seine Produkte, teils auch über Amazon und Ebay, "aber das ist keine Konkurrenz“, sagt da Silva. "Der Wachtelbereich ist sehr speziell, das Futter, das wir herstellen, gibt es sonst nirgendwo zu kaufen.“ Außergewöhnlich sind nicht nur die Produkte, sondern auch die jungen Gründer: Volk hatte schon vor sechs Jahren als Schüler einen Wachtel-Shop als Gewerbe für Minderjährige angemeldet. "Michael hat Wachteln als Hobby gezüchtet, und wir haben gemerkt, dass es eine riesige Nachfrage gibt“, so da Silva rückblickend. "Also habe ich meinen Bausparvertrag gekündigt und gesagt: Da starten wir was!“ Weil es schwierig war, einen Stall zu finden, entstand vor vier Jahren der Onlineshop. Dort und im Ladengeschäft, der Tierhandlung Tieroase in Obersulm-Willsbach, arbeiten mittlerweile vier Festangestellte und 20 Aushilfen. 
www.wachtel-shop.com 

Nice to meet you, Künzelsau

Figurformende Bodys, Spitzen-Dessous aus Frankreich und Bademodeseit 20 Jahren schon versendet der Onlinehandel aus Künzelsau Damenwäsche und zählt damit fast zu den Pionieren des E-Commerce in Deutschland. "Ich wollte 1997 mit meinem Mann einen Onlineshop gründen und wir sind schnell darauf gekommen, dass im Bereich der Damenwäsche und Bademode noch großer Aufholbedarf besteht“, sagt Geschäftsführerin Regina Stier. Los ging es damals vor allem mit hochpreisigen, eher unbekannten Marken – viele der großen Marken hätten sich dem Internethandel damals noch verwehrt, sagt Stier. Mittlerweile hat sich das Angebot etwas ins mittlere Preissegment verlagert, "Zielgruppe sind Frauen, die zwischen 29 und 119 Euro für einen BH bezahlen“, sagt Stier. Alltagswäsche und sexy Artikel laufen gleichermaßen gut. "Wir machen über Facebook und andere Portale sehr zielgruppenorientiert Werbung. Im Sommer eher unkomplizierte Artikel, auf Weihnachten hin besondere, dekorative Artikel, die auch verschenkt werden.“ Und auch mit Suchmaschinenoptimierung wird gearbeitet. Vor allem die modische Kundin, die auf Marken setzt, soll mit dem vorsortierten Sortiment angesprochen werden. Zehn Mitarbeiter kümmern sich mittlerweile um den Onlineshop, hinzu kommt ein größerer, outgesourcter Bereich. 
www.nicetomeetyou.de 

HOZ Records, Bad Rappenau

Alles was laut ist und rockt findet Platz in Heiko Zimmermanns Onlineshop HOZ Records: Rock- und Metal-CDs, aber auch Band-Shirts und Merchandise-Artikel wie Aufkleber oder Kaffeetassen. Früher waren Zimmermann und seine Frau Christina mit diesem Angebot mit ihrem Verkaufsstand auf Plattenbörsen unterwegs, 1997 meldeten sie ein Gewerbe als Versandhandel an, später kam der Online-Shop dazu. "Am Anfang gab es nur Musik mit dem Schwerpunkt Hardrock und Heavy Metal, aber in der Musikszene gibt es inzwischen viele Anbieter und die CD-Verkäufe sind rückläufig“, sagt Zimmermann. Mittlerweile verkauft er viele T-Shirts mit Fun- oder FilmmotivenStar Wars und Game of Thrones stehen derzeit hoch im Kurs –, und das auch über Plattformen wie Amazon und Ebay. "Die Tendenz geht schon in Richtung Amazon“, sagt Zimmermann, "aber die Stammkunden kaufen noch über unsere Website“. Vor 15 Jahren hat er außerdem eine echte Marktlücke entdeckt: Band-Shirts in Übergrößen. "Damals waren wir die einzigen, die das angeboten haben, und auch heute noch sind wir der größte Anbieter.“ 
www.hoz-records.de 

Leroi, Bretzfeld

Als markenaffine Pet Brand Company bedient Leroi aus Bretzfeld über verschiedene Onlineplattformen verschiedene Zielgruppen von Hundebesitzern. "Menschen, die im Sporthundebereich aktiv sind, haben mit denen im Jagdhundebereich wenig gemeinsam, deshalb gibt es verschiedene Onlineshops für sie“, sagt Inhaber Florian König. Entstanden ist Leroi aus einem Einzelhandel für Jagd- und Sportwaffen, 2002 startete der Onlineshop. Nach schlechten Erfahrungen mit Amazon hat sich das Unternehmen vor zwei Jahren klar gegen den Verkauf über den amerikanischen Online-Versandhändler entschieden. "Wir sind auch sehr Special Interest, viele unserer Produkte sind beispielsweise auf Ebay gar nicht zu finden“, sagt König. "Unsere Marken sind eher auf den Hundeplätzen präsent.“ An rund 30 Wochenenden im Jahr geht es deshalb zum Verkauf direkt zu Hundesportveranstaltungen. Daneben setzt Fischer auf Suchmaschinenoptimierung und auf Individualisierung im Sortiment – beispielsweise mit individuell bestickten Sporthundewesten
z.B. www.sporthund.de, www.waidwerk.de, www.active4dogs.de.

 

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