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Weg mit dem Plastik

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Rund 26 Millionen Tonnen Plastikmüll fallen jedes Jahr in den 28 EU-Staaten an. Ein nicht unerheblicher Teil davon landet im Meer. Am frühen Mittwochmorgen haben die EU-Kommission, das Parlament und die Vertreter der Regierungen beschlossen: In zwei Jahren werden erste Kunststoff-Artikel verboten. "Diese Vereinbarung hilft wirklich, unsere Menschen und unseren Planeten zu schützen“, schrieb EU-Kommissionsvize Frans Timmermans

Welche Kunststoff-Artikel verbietet die EU?

Von diesem ersten Schritt im Kampf gegen den Plastikmüll sind solche Produkte betroffen, für die es längst bessere Alternativen gibt. Dazu gehören Plastik-Geschirr und -Besteck, Trinkhalme aus Kunststoff, Luftballon-Halter, Wattestäbchen und Lebensmittelbehälter aus expandiertem Polystyrol, wie sie häufig verwendet werden, um Obst oder Gemüse zu verpacken.

Werden Luftballons verboten?

Tatsächlich war das zunächst erwogen worden. Aber das Europäische Parlament hat diesen Gedanken verworfen. Den Luftballon zum Geburtstag soll es also auch künftig geben, weil es noch keinen ökologisch besseren Ersatz gibt.

Wenn das nur der erste Schritt ist – was folgt dann?

Die Unterhändler der drei EU-Institutionen haben auch die nächsten Maßnahmen bereits verabschiedet. So dürfen in fünf Jahren Einwegflaschen aus Kunststoff nur noch dann verkauft werden, wenn die Deckel mit der Flasche fest verbunden sind. Damit will die EU verhindern, dass diese Deckel in der Umwelt landen.

Warum werden die Hersteller nicht an den Kosten für die Beseitigung beteiligt?

Sie werden an den Kosten beteiligt. Dies ist ebenfalls beschlossen worden. Was die wenigsten wissen: Auch Zigarettenstummel enthalten Plastikteilchen. In der EU gibt es konkrete Überlegungen, die Hersteller der Glimmstängel zu verpflichten, für die Entsorgung der Kippen-Reste aufzukommen. Die Produzenten würden dann am Aufwand für die Reinigung von Wegen und Straßen beteiligt.

Für eine Reihe weiterer Produkte (zum Beispiel Feuchttücher und Kosmetika wie Enthaarungscremes) wird es eine strenge Kennzeichnungspflicht geben. So sollen die Verbraucher besser darüber informiert werden, dass diese Artikel Kunststoff-Partikel enthalten, die negative Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Und was bringt das Ganze?

Die Brüsseler EU-Kommission hat ausgerechnet, dass durch dieses Verbot der Ausstoß von 3,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr verhindert würde. Verbraucher dürften bis zu 6,5 Milliarden Euro im Jahr sparen.

Um das ganze Ausmaß zu veranschaulichen, helfen diese Zahlen: Ein Trinkhalm scheint kaum der Erwähnung wert. Aber jeder EU-Bürger verbraucht pro Jahr 71 solcher Trinkhalme, macht zusammen 3,6 Billionen im Jahr. Und die werden kaum länger als ein paar Minuten benutzt, könnten aber leicht durch einen klassischen Strohhalm ersetzt werden – der heißt nämlich nicht nur so, er war ursprünglich wirklich aus Stroh hergestellt.

Warum dauert es noch zwei Jahre, bis das Verbot in Kraft tritt?

Zum einen brauchen die Mitgliedsstaaten noch Zeit, um die neue Kunststoff-Strategie in nationales Recht zu übernehmen. Zum zweiten will die EU den Herstellern und Anbietern Zeit geben, ihre Produktion umzustellen. Diese wissen jetzt, was auf sie zukommt.

Warum werden Plastiktüten nicht auch verboten?

Es gibt ja bereits EU-Vorschriften zum Umgang mit Plastiktüten. Für Einkaufstaschen aus Kunststoff muss der Kunde im Supermarkt einen Aufpreis zahlen. Die dünnen Tüten, die vor allem im Lebensmittelhandel für Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch oder Wurst benutzt werden, sollen auf Dauer ebenfalls verschwinden. Hier braucht der Handel allerdings noch geeignete Alternativen, um die Hygiene sicherzustellen. Das Gleiche gilt auch für Mehrweg-Kaffeebecher.

Was ist aus den Überlegungen zu einer Plastiksteuer geworden?

Bisher nichts. Unklar ist, ob dieser Vorstoß noch einmal aufgegriffen wird, wenn über festgelegte Recyclingquoten für die Mitgliedsstaaten diskutiert wird.

 

 

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