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Bürger wollen Fett-Ampel

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Die Verbraucherzentralen unternehmen einen neuen Anlauf, die Lebensmittelkennzeichnung zu verbessern – vor allem mit Blick auf Zucker, Fett und Salz. Im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche in Berlin appellierte der Bundesverband (VZBV) an Ernährungsminister Christian Schmidt (CSU), endlich aktiv zu werden. Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des VZBV ergab, dass sich fast 79 Prozent der Bürger eine solche Nährwertampel wünschen. 

Lebensmittelampeln

Hoher Fettgehalt: rot. Wenig Zucker: grün. Mittelmäßiger Salzgehalt: gelb. Und das alles bezogen auf 100 Milligramm oder Milliliter. So könnte eine Kennzeichnung aussehen. Bislang allerdings sind alle Versuche gescheitert, die Ampel für die Ampel auf grün zu stellen. Dabei wäre sie nicht nur aus Sicht des Bundesverbands der Kinder- und Jugendärzte sinnvoll. Dieser hat mit der Deutschen-Diabetes-Gesellschaft und Foodwatch einen offenen Brief formuliert: 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen sind viel zu schwer, 67 Prozent der Männer und 53 Prozent der Frauen übergewichtig oder adipös

"Die Politik muss endlich wieder handeln,“, sagte gestern VZBV-Vorstand Klaus Müller. Andere Länder in Europa seien bei diesem Thema deutlich weiter. "Wir fordern die Bundesregierung auf, sich auf europäischer Ebene für eine einheitliche Kennzeichnung einzusetzen."

Christian Schmidt beurteilt die Nährwertampel skeptisch, da die Wechsel zwischen den Farben nicht wissenschaftlich begründet werden könnten. "Mein Ziel ist es, die Menschen von einem gesunden Lebensstil zu überzeugen. Der Schlüssel dazu liegt in der Ernährungskompetenz“, sagte Schmidt der Stimme. Deshalb setze er auf Transparenz und aussagekräftige Verbraucherinformation. "Eine Nährwertampel birgt das Risiko, dass eine zu starke Vereinfachung oder unrealistische Portionsgrößen die Lebenswirklichkeit nicht wiedergeben.“ 

Aktiverer Staat

Vor kurzem hatten die Unternehmen einen eigenen Vorschlag für eine Ampel präsentiert, der aber auf wenig Akzeptanz stieß. Grund: Die Angaben bezogen sich nur auf eine selbst definierte Portionsgröße – was grünes Licht für ungesunde Nahrungsmittel zur Folge hatte.

Der Umfrage zufolge fordern viele Bürger einen aktiveren Staat. Sie begrüßen mehrheitlich produktbezogene Höchstmengen für Zucker, Fett oder Salz, unterstützen ein Verbot von an Kinder gerichtete Werbung. Mehr als 50 Prozent hielten es sogar für sinnvoll, Steuern oder Abgaben auf ungesunde Lebensmittel zu erhöhen und dafür Obst und Gemüse günstiger zu machen. Mehrheiten gibt es auch für den Vorschlag, Herstellern Vorgaben für ihre Rezepturen zu machen – weniger Fett, Zucker und Salz.

 

 

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