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Firmen schränken Whatsapp-Nutzung ein

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Der Autozulieferer Continental hat seinen Mitarbeitern wegen Datenschutz-Bedenken ab sofort den Einsatz von Social-Media-Apps wie Whatsapp und Snapchat auf Dienst-Handys untersagt. Damit reagiert das Unternehmen auf die Datenschutzgrundverordnung der EU. Die Regel gelte im weltweiten Unternehmensnetzwerk und betreffe mehr als 36.000 Mobiltelefone, heißt es bei Continental. 

Unternehmen in der Region

Auch die Mitarbeiter der Benecke-Hornschuch Surface Group, die in Weißbach mehr als 1.000 Mitarbeiter beschäftigt, sind von der neuen Regelung betroffen. Nach Stimme-Informationen war der Nachrichtendienst Whatsapp allerdings schon seit dem vergangenen Jahr für die Beschäftigten tabu. Hintergrund ist, dass Whatsapp & Co auf die Adressbucheinträge zugreifen und diese zentral speichern. Dafür wäre nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) aber die Zustimmung jeder einzelnen Person notwendig, heißt es. Bei Audi gilt seit Jahren ein striktes Whatsapp-Verbot. In anderen Unternehmen in der Region wie Lidl oder Würth ist die Kommunikation per Whatsapp hingegen Standard

"Wir arbeiten an null Unfällen im Straßenverkehr und fordern daher eine solche Vision Zero auch für den Datenverkehr“, sagt Conti-Vorstandschef Elmar Degenhart. "Wir halten es nicht für akzeptabel, die Erfüllung von Gesetzen zum Datenschutz einseitig auf die Nutzer zu übertragen.“ 

Zugriff auf Adressbuch

Im Fall von Whatsapp und Snapchat kann der Zugriff auf das Adressbuch nicht eingeschränkt werden – die entsprechenden Datenschutzrisiken wolle Conti nicht tragen. Bei Verstößen gegen die DSGVO drohen hohe Geldstrafen. Das Unternehmen setze auf sichere Alternativen, sagt Degenhart – bei Audi ist das die klassische SMS-Nachricht.

Continental kritisiert, dass die Anwendungen die Verantwortung für den Datenschutz auf die Nutzer abwälzten. Dies sei im Alltag "nicht ausreichend zuverlässig und damit praktisch untauglich“. Die Regelung zum Verbot der Messenger-Apps könne aber aufgehoben werden, wenn die Anbieter eine unbedenkliche Nutzung "im Sinne des Datenschutzes schon in der Grundeinstellung“ ermöglichten, heißt es bei dem Dax-Konzern.

Schon kurz nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung am 25. Mai waren erste Beschwerden über FacebookWhatsapp ist ein Tochterunternehmen des US-Konzerns – und Google bei Aufsichtsbehörden eingegangen. Mit mehr als 1,3 Milliarden Nutzern weltweit hat Whatsapp in Sachen Kommunikation inzwischen eine große Bedeutung. Datenschützer sehen die Internet-Giganten schon lange sehr kritisch.

Unternehmen entscheiden

Die Nutzung dienstlicher Geräte einzuschränken sei rechtlich unproblematisch, sagt der Arbeitsrechtler Max Wittig aus Hannover. Es handele sich um eine unternehmerische Entscheidung, eine Firma könne festlegen, wie Dienst-Handys verwendet werden. Danach müssten die Arbeitnehmer sich richten – selbst dann, wenn etwa bestimmt würde, nur per Post zu arbeiten.

 

 

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