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Starker Sound mit ein paar Schwächen

Übersicht

Gut vier Monate nach dem Start in den USA hat es Apples vernetzter Lautsprecher Home Pod auch nach Deutschland geschafft. Vorgestellt wurde der Home Pod bereits im Sommer 2017, erste Exemplare waren aber erst ab Februar 2018 verfügbar – zunächst in den USA, Großbritannien und Australien

Einrichtung

Ein Vorteil des Wartens: Neben der deutschsprachigen Siri-Funktion funktionieren inzwischen auch der Stereo-Betrieb mit zwei Home Pods sowie die Mehrzimmer-Funktion, durch die sich im Haushalt verteilte Lautsprecher vernetzen lassen. Die Einrichtung des Home Pods ist kinderleicht: Man benötigt lediglich ein Apple-Gerät mit mindestens iOS-Version 11.2.5 (iPhone ab dem 5s, ein iPad der fünften oder ein iPod Touch der sechsten Generation). Einstellungen wie das WLAN-Passwort oder die iCloud-Daten werden in Sekunden auf den Home Pod übertragen. Einen zweiten Home Pod in unmittelbarer Nähe erkennt das System von alleine und bietet an, ihn für den Stereo-Betrieb zu konfigurieren.

Klang

Schon ein schneller Soundcheck zeigt: Der Home Pod spielt klanglich in einer anderen Liga als die Mitglieder der Echo-Familie von Amazon. Das hat auch damit zu tun, dass die Ingenieure im Soundlabor in Cupertino einen anderen Ansatz verfolgen. Im Home Pod steckt ein kräftiger A8-Chip (wie im iPhone 6S). Er analysiert nicht nur Sprachkommandos für Siri, sondern beeinflusst aktiv den Klang. Mit einer Technik, die Apple "Beamforming“ (Richtstrahlverfahren) nennt, passen sich die sieben kreisförmig angeordneten Hochtöner an den jeweiligen Song und den Raum an. 

Tatsächlich klingt der Home Pod exzellent, obwohl Apple auf Mitteltöner verzichtet. Egal, ob Pop, Hiphop oder Rock gespielt wird: Die mittleren Töne wirken transparent, die Höhen absolut klar. Die Bässe des unterhalb des Touch-Displays eingebauten Tieftöners klingen nicht dumpf und klapprig wie bei etlichen anderen Lautsprechern, sondern tief und satt. Der Einsatz von zwei Home Pods als Stereopaar verbessert das Hörerlebnis noch einmal drastisch, sowohl das Klangpanorama als auch die Bässe.

Apple ist Muss

Allerdings kann der Home Pod derzeit nur im Apple-Universum bestehen. Er ist das, was US-Amerikaner einen "walled garden“ nennen, also einen abgeschirmten Garten hinter einer Mauer. Alles ist bequem, sicher und funktioniert. Nur benötigt man für den vollwertigen Betrieb eines Home Pods nicht nur ein aktuelles iOS-Gerät, sondern auch die entsprechenden Musik-Dienste mit dem Apfel-Logo.

Abo

Zwar kann man via AirPlay 2 vom iPhone aus beliebige Inhalte auf den Home Pod streamen. Will man aber ohne iPhone, iPad, Apple TV oder iPod touch auskommen und direkt per Sprachkommando Musik auf dem Home Pod abspielen, kommt man um ein Abo bei Apple nicht herum. Mit iTunes Match (25 Euro im Jahr) gelangt die eigene iTunes-Bibliothek in die Cloud und damit auch auf den Home Pod. Und für knapp zehn Euro im Monat oder knapp 100 Euro im Jahr gibt es über Apple Music Zugriff auf rund 40 Millionen Songs. 

Hier sind sowohl die Amazon-Geräte als auch das Sonos-System viel flexibler und bieten etwa eine direkte Unterstützung für Spotify, um den Streamingdienst direkt auf den Lautsprecher zu bringen. Beim Home Pod muss man für die Nutzung von Diensten außerhalb von Apple Music das iPhone oder iPad bemühen und den Sound auf den Home Pod umleiten. Der Home Pod versteht nur Siri, während andere Hersteller smarte Lautsprecher auf den Markt bringen, die mehrere Dienste unterstützen und beispielsweise neben Amazons Alexa einmal auch den Google Assistant an Bord haben werden. Will man vom Home Pod die Nachrichten hören, bedient sich Siri standardmäßig beim Deutschlandfunk, kann aber alternativ auf andere Quellen wie "Tagesschau in 100 Sekunden“ zurückgreifen. Fragt man nach der Fahrzeit zu einem Ort, berücksichtigt Siri nur das Auto als Verkehrsmittel.

 

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