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Opfern statt zerstören

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Normalerweise feiern sich Prominente bei Preisgalas immer ein wenig selbst – nun hat ihnen Schülerin Greta Thunberg bei der Goldenen Kamera ins Gewissen geredet. "Wir stehen jetzt an einem Scheideweg unserer Geschichte“, sagte die 16-Jährige bei der Show in Berlin. Berühmtheiten würden als Götter angesehen und könnten ihre Stimme nutzen, um Leute wach zu rütteln.

Sonderpreis erhalten

Rund 1200 Gäste feierten am Samstag im stillgelegten Flughafen Berlin-Tempelhof. Im Mittelpunkt des Abends? Stand der Klimawandel. Thunberg protestiert seit Monaten immer freitags für einen beherzteren Kampf gegen den Klimawandel. Tausende Schüler sind der jungen Schwedin schon gefolgt und haben für die "Fridays for Future“-Protestbewegung die Schule geschwänzt.

Es sei eine komische Welt, in der Kinder ihre Ausbildung opfern müssten, um gegen die Zerstörung ihrer Zukunft zu protestieren, sagte Thunberg. Und in der sich Stars nicht für Umwelt- und Klimaschutz engagierten, weil sie "dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre Lieblingsrestaurants, Strände und Yogaseminare zu besuchen“.

Berühmte Gäste 

Die junge Umweltaktivistin wurde mit einem Sonderpreis Klimaschutz geehrt. Sie widmete die Goldene Kamera auch den Menschen, die sich für den Hambacher Forst einsetzten. In der ZDF-Show gab es viel Applaus für Thunberg – und sonst reichlich Glitzer.

Die Bühne erinnerte an den Art-déco-Stil der 1920er. Auf dem pinken Teppich erschienen zum Beispiel die US-Schauspielerin Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty“) und der österreichische Künstler Tom Neuwirth, bisher bekannt als Conchita Wurst. Pianist Lang Lang und Sängerin Katie Melua spielten gemeinsam das Lied "What a wonderful World“. Im Hintergrund sah man Videobilder von Adlern, Löwen, Eisbergen.

Beim Auftritt der Band Pur kam man dann als Zuschauer kurz ins Stutzen: Ist das nicht... Thomas Gottschalk? Als Backgroundsänger? Der 68-Jährige löste eine alte Wettschuld aus seiner früheren TV-Sendung „Wetten, dass...?“ ein.

Mahnende Worte 

"Ich habe 18 Jahre lang kein Auge zugetan wegen dieser verlorenen Wette“, scherzte Gottschalk. Pur-Sänger Hartmut Engler wirkte überrascht. Die Band habe nicht geglaubt, dass sich der Auftritt noch ergebe. 

Eine Jury entschied über viele der Preisträger. Ausgezeichnet wurden die Schauspieler Albrecht Schuch und Anna Schudt. Schudt wurde für ihre Rolle im ZDF-Familiendrama "Aufbruch in die Freiheit“ geehrt, das auch zum besten TV-Film gekürt wurde. Die Krimiserie "Der Pass“ gewann die Goldene Kamera als beste Fernsehserie. Autor Frank Schätzing überreichte Moderator Dirk Steffens eine Goldene Kamera für dessen "Terra X“-Reihe "Faszination Erde“.

Steffens mahnte: Allein während der Stunden, die sie zusammen feierten, würden mehrere Tier- und Pflanzenarten ausgelöscht. Es reiche nicht, dass man Jugendlichen applaudiere, die sich fürs Klima engagierten. "Wir müssen auch selbst etwas tun. Und zwar jetzt."

Emotionaler Abgang

Der Dokumentarfilmer Stephan Lamby wurde für seine Reportage "Im Labyrinth der Macht – Protokoll einer Regierungsbildung“ ausgezeichnet. Moderator Kai Pflaume bekam eine Überraschungs-Kamera für "Zeig mir dein Leben“ als beste Doku-Reihe. Überrascht wirkte Schauspielerin Milena Tscharntke, die als Nachwuchstalent geehrt wurde. Sie bekam ein Auto geschenkt.

Zum Schluss wurde es nochmal emotional. Schauspielerin Judy Winter schickte Genesungswünsche an die britische Schauspielerin Vanessa Redgrave, die für ihr Lebenswerk geehrt wurde, wegen eines Unfalls aber nicht kommen konnte. Redgrave meldete sich mit Blessuren im Gesicht in einer Videobotschaft zu Wort.

 

 

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