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Mehr Ostermärsche

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Tausende Menschen haben auch in diesem Jahr in ganz Deutschland an den Ostermärschen für Frieden und Abrüstung teilgenommen. Das Netzwerk Friedenskooperative zog am Ostermontag eine positive Bilanz. In rund 100 Städten fanden demnach über die Feiertage Aktionen statt. Dabei habe die Zahl der Teilnehmer dank des guten Wetters, aber auch wegen der besorgniserregenden politischen Weltlage gegenüber dem Vorjahr wieder zugenommen, hieß es. Genaue Zahlen nannten die Veranstalter nicht

Alte Konflikte

INF-Vertrag Zum Ostermarsch in Stuttgart unter dem Motto "Abrüsten statt Aufrüsten“ kamen nach Angaben der Veranstalter rund 2500 Menschen, in Mannheim versammelten sich nach Polizeiangaben etwa 800 Teilnehmer. Ostermärsche gab es auch in Ellwangen und Offenburg. Am Gründonnerstag und Karfreitag hatten laut dem Netzwerk Friedenskooperative bereits erste Ostermärsche in Biberach und Ulm stattgefunden. 

Im Fokus des Protests steht unter anderem die Aufkündigung des Vertrages über den Verzicht auf landgestützte nukleare Mittelstreckensysteme (INF-Vertrag) zwischen den USA und Russland. Damit drohe wie in den 1980er Jahren erneut die Aufstellung atomarer Mittelstreckenraketen, teilte das Friedensnetz Baden-Württemberg mit, das die Ostermärsche im Südwesten koordiniert.

Umfrage bestätigt

Die Wurzeln der Ostermärsche liegen im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. In den 1950er Jahren gingen erstmals Pazifisten in England auf die Straße. Zum ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik kamen 1960 etwa 1000 Menschen. Einen Höhepunkt erreichte die Bewegung in den 1980er Jahren, als insgesamt Hunderttausende gegen den Nato-Doppelbeschluss und eine Stationierung von US-Mittelstreckenraketen protestierten.

Eine Mehrheit der Deutschen ist nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur für einen Abzug aller US-Atombomben aus Deutschland. Insgesamt 59 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, und nur 18 Prozent dagegen. Nach Expertenschätzungen sind noch etwa 20 US-Atombomben auf einem Fliegerhorst im rheinland-pfälzischen Büchel stationiert. 
 

 

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