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Fahrräder überprüfen

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Was auf dem Sattel im warmen Frühlingswind schon vergessen werden kann: Radler sind wie Autofahrer Verkehrsteilnehmer, für die Ausrüstung ihres Drahtesels gilt die Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO). Laut der Heilbronner Polizei verunglückte 2018 bei Fahrradunfällen gut jeder fünfte Radfahrer in Heilbronn schwer, im Landkreis gar jeder vierte

Geld bis Punkte 

Strafen drohen nicht nur bei Fehlverhalten der Radler, sondern auch, wenn etwas am Fahrrad defekt ist. Für diese Ordnungswidrigkeit müssen Radler mit Bußgeldern und sogar Punkten in Flensburg rechnen. Dass tatsächlich Geldstrafen erhoben werden, ist aber meist nur bei einem Unfall wahrscheinlich. Bei präventiven Kontrollen erheben die Heilbronner Polizisten laut Harald Pfeifer, Leiter Verkehrsprävention der Polizei Heilbronn, jedenfalls keine Bußgelder. Sie appellieren vielmehr, einen Fahrradhelm zu tragen, der bisher nicht Pflicht ist.

Nichtsdestotrotz: Laut StVZO können selbst bei einfachen Verstößen, Fahrradmängeln, Bußgelder bis 20 Euro erhoben werden. Höhere Strafen sind fällig, wenn Radfahrer mit ihrem Gefährt andere Menschen gefährden oder gar einen Unfall verursachen. Es gibt einen Bußgeldkatalog fürs Fahrrad, in dem alle Strafen aufgelistet sind, im Internet zu finden bei verschiedenen Anbietern, samt Bußgeldrechner. "Zwei von einander unabhängige Bremsen“ muss laut der StVZO der Drahtesel haben.

Das heißt, das Fahrrad muss über eine Bremse am Vorder- und eine am Hinterrad verfügen. Die angesagten Fixie-Räder, die aus dem Bahnradsport stammen und keine Hinterbremsen haben, sind im öffentlichen Straßenverkehr nicht zugelassen. 

Erhöhte Unfallgefahr 

Um andere auf das herannahende Zweirad hinzuweisen, benötigen Fahrräder außerdem eine Klingel. Sie muss helltönend sein, einen hohen, lauten Ton von sich geben, da Menschen diesen schneller wahrnehmen als tiefe Geräusche. Eine Hupe oder Radlaufglocke sind strenggenommen nicht erlaubt.
"Einen Hauptmangel sehe ich bei der Beleuchtung von Fahrrädern“, sagt Volker Geis vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) Heilbronn. "Leider fahren nach wie vor zu viele Radler ohne Licht in der Dunkelheit herum.“

Unbeleuchtete Radler sind für andere äußerst schlecht zu sehen und erhöhen deutlich das Unfallrisiko. Deshalb sind die Bußen hier auch höher: Bis 35 Euro kann der Verstoß kosten. Seit 2017 gelten neue Bestimmungen für die Beleuchtung von Fahrrädern. Abnehmbare Lichter sind erlaubt – eine Dynamo-Beleuchtung braucht es also nicht mehr. Und: Die Lichter müssen nicht mehr auch tagsüber mitgeführt werden.

Licht regeln

Das Licht muss vorne weiß sein und hinten rot, außerdem gehören ein weißer Rückstrahler vorne und ein roter hinten zum Radrepertoire. Rote Rücklichter, die eine Bremslichtfunktion haben, sind erlaubt. Aber: Scheinwerfer und Rückleuchten dürfen nicht blinken. Auch Reflektoren sind vorgeschrieben, zwei insgesamt: ein weißer vorne und ein roter Reflektor am Rückrad reichen. Zu guter Letzt gehören an die Pedale nach vorn und nach hinten wirkende gelbe Reflektoren. 

Falls Fahrradfahrer mit ihrem nicht vorschriftsgemäßen Fahrrad – etwa Lenker, Bremsen, Licht kaputt – die Verkehrssicherheit wesentlich beeinträchtigen, kann ihnen ein Bußgeld von 80 Euro und ein Punkt drohen.

Keine Konsequenzen

Doch die Polizei beruhigt etwas: Bei den Fahrradkontrollen der Heilbronner Verkehrspolizisten in der Stadt handelt es sich laut Pfeifer hauptsächlich um zwei präventive Fahrradkontrollen an Schulen pro Jahr.

Dabei erteilen sie keine Bußgelder, sondern geben "lediglich Mängelberichte über Klassenlehrer an die Eltern“ weiter, die innerhalb eines bestimmten Zeitraums abzuarbeiten sind und zu einem straßenverkehrsordentlichen Fahrrad sowie zu mehr Sicherheit beim Radeln führen. 
 

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