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Menschliche Organe in Tieren

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Weltweit erstmals haben japanische Forscher eine Genehmigung zur Zucht menschlicher Organe in Tieren bekommen. Das zuständige Gremium des japanischen Wissenschaftsministeriums segnete den Beginn der Forschung mit menschlichen Stammzellen ab, die in Tierembryonen eingepflanzt und dann von den Tieren ausgetragen werden sollen. Das bestätigte Ayako Maesawa, Direktorin beim Ministerium in Tokio, der dpa. Die Erlaubnis bezieht sich jedoch nur auf ein Forschungsprojekt der Universität Tokio.

Mensch-Tier-Mischwesen 

Ziel solcher Forschung ist es, später einmal Menschen zu helfen, die bisher vergeblich auf ein Organ warten. Weltweit wurden bislang nur Versuche mit Embryos aus menschlichen und tierischen Zellen genehmigt, die früh getötet wurden. Jetzt dürfen die Organe bis kurz vor der Geburt des Fötus heranwachsen.
Mischwesen "Mit der Züchtung von Mensch-Tier-Mischwesen wird eine Grenze überschritten, die wir als Menschen nicht überschreiten dürfen", sagte der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dem "Spiegel". "Das ist ein klarer ethischer Megaverstoß." Auch Jens Reich, Mediziner und Molekularbiologe am Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin in Berlin kritisierte die Versuche: "Es ist sehr heikel, solche Versuche zu machen".

Stammzellenforschung

Forscher der Universität Tokio wollen sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen) von Menschen zunächst in Embryos von Mäusen einpflanzen. Die Embryos seien genmanipuliert, so dass sie keine eigene Bauchspeicheldrüse ausbilden, so die Ministeriumssprecherin. Es sei zu erwarten, dass die Föten Bauchspeicheldrüsen-Gewebe aus den menschlichen iPS-Zellen entwickeln.

Die Mäuseföten sollen von Artgenossen ausgetragen und kurz vor der Geburt getötet werden. Während der Schwangerschaft solle zudem herausgefunden werden, ob sich auch woanders im Körper menschliche Stammzellen verbreiten, so Maesawa.

Nakauchi habe bereits 2017 iPS-Zellen von Mäusen in Rattenembryos eingesetzt, die keine Bauchspeicheldrüse entwickeln konnten, schreibt der Asien-Korrespondent von "Nature", David Cyranoski, in dem Fachjournal. Die Ratten entwickelten daraufhin Bauchspeicheldrüsen, die ausschließlich aus Mäusezellen bestanden. Eingesetzt in eine Maus mit Diabetes habe das Organ den Blutzuckerspiegel kontrolliert, wie es seine Aufgabe ist.

Affen und Schweine

Das Team will menschliche iPS-Zellen in einem weiteren Versuch auch in Embryos von Affen und Schweinen einpflanzen. Diese sollen jedoch nicht ausgetragen werden. Man wolle die Embryos lediglich züchten, um herauszufinden, zu wie viel Prozent sie aus iPS-Zellen bestehen.
SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach warnte davor, dass nach der erfolgreichen Schaffung von Tieren mit menschlichen Organen der Schritt nicht mehr groß sei, auch Menschen mit tierischen Eigenschaften auszustatten.

Solche Züchtung von Organen sei zudem nicht nötig, weil die Züchtung von Spenderorganen aus menschlichem Gewebe im Labor bereits weit fortgeschritten und erfolgversprechend sei. Statt Tiere als "menschliche Organfabrik" auszunutzen forderte er eine stärkere Förderung dieser Forschung, eine bessere Regelung der Organspende und eine gezieltere präventive Organpflege, um die Zahl der Transplantationen insgesamt zu senken. 

 

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