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Weltkatzentag

Übersicht

Der 8. August steht ganz im Zeichen der Katze – es ist der Weltkatzentag! Hauskatzen gehören zu den weltweit verbreitesten Heimtieren. Und damit sind sie auch Gegenstand der Rechtsprechung. Experten haben deshalb ein paar Rechtstipps rund um den Stubentiger zusammengestellt: 

Verantwortlich für Haustier

Katze begeht Unfallflucht: Nicht nur wenn schwarze Katzen von links kommen, sollen sie angeblich Unglück bringen. Wenn ein Fahrradfahrer stürzt, weil er einer Katze ausweicht, die seinen Weg kreuzt, kann er den Halter der Katze haftbar machen, denn Tierhalter haften nach §833 des Bürgerlichen Gesetzbuches für die Missetaten ihrer Schützlinge. Der Haken an der Sache: Der Geschädigte muss das Tier zweifelsfrei identifizieren können. Im vorliegenden Fall war das nicht so, deshalb wurde die Schadenersatzforderung des Radfahrers abgewiesen (LG Osnabrück, Az.: 2 O 33/04). 

Einbruch durch die Katzenklappe : Laut Arag-Experten kann eine Katzenklappe, die den geliebten Tieren Tag und Nacht den Zugang zu Haus und Garten gewährt, eine genauso praktische wie teure Lösung darstellen. Besonders, wenn man Opfer eines Einbruchs wird. Weil nämlich Einbrecher eine Katzenklappe nutzten, um den nicht arretierten Fenstergriff zu öffnen, musste die Hausratversicherung in einem konkreten Fall wegen grober Fahrlässigkeit des Versicherungsnehmers nur für einen geringen Teil des Schadens aufkommen (AG Dortmund, Az.: 433 C 10580/07). 

Beweise liefern

Nachbars Garten als Katzenklo: Wenn das eigene Grundstück von einer fremden Katze als Toilette missbraucht wird, sorgt das nicht gerade für Harmonie in der Nachbarschaft. Dennoch muss man es dulden, wenn Katzen aus der Nachbarschaft das eigene Grundstück mit Kot verschmutzen. Der Grund: Es liegt in der Natur des Tieres, auf Streifzug zu gehen. Sogar die Beschmutzung von Spielgeräten eines Kindes muss hingenommen werden. Wehren kann sich der geplagte Grundstückseigentümer erst dann, wenn sich sein Grundstück als stilles Örtchen für gleich mehrere Tiere aus der Nachbarschaft etabliert (Amtsgericht Neu-Ulm, Az.: 2 C 947/98). 

Kratzer im Lack: Die Beweislast für Lack- und Karosserieschäden liegt grundsätzlich beim Autohalter. In einem konkreten Fall verdächtigte ein Fahrzeugbesitzer die Katze seines Nachbarn, Kratzer auf seinem Autodach hinterlassen zu haben, denn dort war ihr Lieblingsplatz. Einen ausreichenden Beweis hatte er allerdings nicht. Deshalb verweigerte ihm das angerufene Gericht den Schadensersatz. Er bot daraufhin an, eine DNA-Analyse des auf seinem Dach gefundenen Katzenhaares durchführen zu lassen. Doch selbst das reichte nicht aus. Vielmehr müsse er beweisen, dass die konkreten Kratzer gerade von dieser einen verdächtigten Katze verursacht worden seien (Amtsgericht Aachen, Az.: 5 C 511/06). 

Kein Recht auf Netz

Katzenliebe und Mieterpflichten: Auch Samtpfoten brauchen frische Luft. Deshalb brachte eine Katzenbesitzerin ein Katzennetz auf dem Balkon ihrer Mietwohnung an. Damit war die Vermieterin nicht einverstanden und verlangte die Entfernung der Holzlatten-Netz-Konstruktion. Zu Recht, wie auch das Gericht befand. Zwar pochte die Mieterin darauf, dass ein Netz zur sicheren Katzenhaltung benötigt werde, doch dieser Auffassung folgte das Gericht nicht. Vielmehr erkannte es eine bauliche Veränderung und damit einen vertragswidrigen Gebrauch der Wohnung. Das Netz musste weg (AG Neukölln, Az.: 10 C 456/11). 

Katzenfüttern im Hof verboten: Katzenbesitzer kann es durchaus von der zuständigen Kommune untersagt werden, die Fellnasen im Hof des Hauses zu füttern. Zumindest dann, wenn sich andere Nachbarn dadurch gestört fühlen oder die begründete Angst haben, dass durch den Geruch des Katzenfutters Ratten angelockt werden könnten (OVG Rheinland-Pfalz, Az.: 6 A 12111/00.OVG). 

Katzenbetreuung als Dienstleistung

Katzen-Sitting ist haushaltsnahe Dienstleistung: Wer seine Miezekatze während des Urlaubs durch einen Tier-Sitter in den eigenen vier Wänden betreuen lässt, kann die Kosten teilweise absetzen. 20 Prozent der Kosten, höchstens aber 4000 Euro, können bei der Einkommenssteuer berücksichtigt werden. Eine haushaltsnahe Dienstleistung liegt vor, wenn die Tätigkeit einen engen Bezug zur Haushaltsführung aufweist. Verrichtungen wie das Füttern, die Fellpflege und die Beschäftigung des Tieres sowie Reinigungsarbeiten fallen regelmäßig an und werden typischerweise durch den Steuerpflichtigen oder andere Haushaltsangehörige erledigt (BFH, Az.: VI R 13/15). red 

 

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