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Jugendkriminalität vorbeugen

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Die gute Nachricht: Die Stadt und der Landkreis Heilbronn verzeichnen für das Jahr 2018 den niedrigsten Stand an Jugendkriminalität in Baden-Württemberg, Heilbronn gilt als sicherste Großstadt im Land. Die schlechte Nachricht: Die Zahl der psychisch auffälligen Jugendlichen steigt

Zum Wohle der Jugend

Am Dienstag hat Manfred Lucha, Landesminister für Soziales, das Haus des Jugendrechts besucht. Seit 2017 arbeiten hier 14 Mitarbeiter der Polizei und Staatsanwaltschaft eng zusammen mit Jugendämtern und -richtern Hand in Hand, um junge Straftäter zurück auf den rechten Weg zu bringen und Jugendliche davor zu schützen, auf die schiefe Bahn zu geraten. Beim Gespräch mit dem Minister dabei waren Mitarbeiter der Einrichtung wie deren Leiter, der Kriminalhauptkommissar Dieter Ackermann, sowie der Heilbronner Polizeipräsident Hans Becker. Auch Oberbürgermeister Harry Mergel und die Landtagsabgeordnete Susanne Bay (Grüne) nahmen den Termin mit dem Minister wahr.

Lucha kennt sich aus mit dem Thema Jugendkriminalität, das ihm merklich am Herzen liegt. 30 Jahre arbeitete er für einen sozialpsychiatrischen Dienst im Bodenseekreis. Angeregt spricht er in der Runde, bei der auch Till Jakob, Präsident des Amtsgerichts, sowie Frank Rebmann, Leiter der Staatsanwaltschaft, saßen, über Wege, Teenager zu stärken. "Unsere interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein Erfolgsmodell“, sagt Dieter Ackermann. OB Mergel bestätigt: "Wir kämpfen um jedes Kind.“

Der Heilbronner Weg

Dabei nehme das Haus laut Ackermann ein besorgniserregendes Extrem wahr: Jugendliche, die von allem abgehängt zu sein scheinen, die sogenannten Systemsprenger. Es gebe mehr Jugendliche, die intensiv im Haus betreut werden müssen. Gerade die sehr jungen "Grenzgänger haben verstärkt Probleme mit Drogenkonsum, vor allem Cannabis.“ Dank seiner jahrelangen Erfahrung in der psychiatrischen Versorgung hat Manne Lucha eine klare Haltung: "Kiffen darf nicht verharmlost werden.“ Das jugendliche Gehirn verändere sich stark, Psychosen treten auf. Auch neue synthetische Stoffe und der omnipräsente Zugang zu Alkohol machen der Gesprächsrunde Sorge. So habe das Haus mit vielen erst 13-jährigen Teenagern zu tun, die schwerst alkoholkrank seien. 

Der Minister spricht den "Heilbronner Weg“ an, die kostenlose Ganztagsbetreuung von Kindern, den Lucha ausdrücklich lobt, als sinnvolle vorbeugende Maßnahme. Polizeichef Becker sagt, die Stadt habe noch nie so viele Präventionsmaßnahmen gegen Jugendkriminalität angewendet wie heute. Deren Zahl sinke dennoch nicht. "Nirgends können wir Prävention so intensiv einsetzen wie in Schulen. Deshalb gibt es für uns nur den Weg der verpflichtenden Ganztagsschulen.“ 

 

 

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