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Containern bleibt illegal

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Wer noch genießbare Lebensmittel aus dem Müll von Supermärkten holt, kann angesichts der Debatten über die Verschwendung von Ressourcen mit viel Verständnis rechnen. Aber eigentlich ist das sogenannte "Containern“ illegal.

Keine Änderung

Und Baden-Württembergs Justizminister Guido Wolf (CDU) will daran auch gar nichts ändern. In der Praxis gebe es überhaupt kein Problem, erklärt der CDU-Politiker. Zumindest seit 2015 seien "keine Verfahren bekannt, in denen es zu einer strafrechtlichen Verurteilung im Zusammenhang mit Containern kam“. Vor diesem Hintergrund ist auch der FDP-Abgeordnete Nico Weinmann der Ansicht, dass "Legalisierung keinen Mehrwert bringt“.

Seit Monaten wird über die Verschwendung von Lebensmitteln heftig diskutiert. Die Uni Stuttgart hat berechnet, dass in Deutschland jährlich fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel auf den Müll geworfen werden. Vor diesem Hintergrund gibt es im Internet immer wieder Anleitungen für das Containern.

Freiwillige Spende?

Wolf weist aber darauf hin, dass die meisten Supermärkte in Deutschland ein System für die Verwendung von Lebensmitteln haben, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch nicht verkauft sind. 260.000 Tonnen Produkte, die nicht mehr verkäuflich, aber noch verzehrbar seien, würden über Tafelläden und andere karitative Einrichtungen abgegeben. Daran würden sich 80 Prozent aller Märkte beteiligen. 

Für Weinmann ist es "ethisch geboten und auch nachhaltig, die Zahl der weggeworfenen Lebensmittel zu reduzieren“. Da befinde sich Deutschland aber mit seinem freiwilligen Verwertungssystem auf einem guten Weg, glaubt er und verweist auf das Beispiel Frankreich. Dort sind die Supermärkte per Gesetz verpflichtet, Lebensmittel als Spende abzugeben, als Tierfutter bereitzustellen oder für die Produktion von Düngemitteln. Durch das "Anti-Wegwerfgesetz“ ist die Menge der geretteten Lebensmittel aber nur von 39.000 auf 46.000 Tonnen gestiegen.

Widerstand der Partei

"Die tatsächlichen Probleme beim Umgang mit Lebensmitteln werden durch das Containern nicht gelöst“, ist Weinmann überzeugt. Deshalb sei es "ethisch fragwürdig, wenn insbesondere linke Politiker Menschen ermutigen wollen, im Müll nach ihrem Essen zu suchen“. Im Sommer hatte der Hamburger Justizsenator Till Steffen (Grüne) bei seinen Kollegen den Versuch gestartet, das Containern straffrei zu stellen. "Es versteht kein Mensch, warum die Entnahme von Müll bestraft werden muss“, hatte der Grünen-Politiker argumentiert. Er war allerdings am Widerstand seiner CDU-Kollegen gescheitert. Oppositionsmann Weinmann findet das in Ordnung: "Das Containern ist ein Randphänomen.“

Der Liberale plädiert dafür, andere Verwertungswege zu verbessern. Die grün-schwarze Regierung sollte bürokratische Hürden beseitigen. Dazu zählt er eine Anweisung an die Finanzämter, dass den Supermärkten für die Spende von Lebensmitteln an die Tafeln keine Mehrwertsteuer veranschlagt wird.

 

 

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