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Der alltägliche Hass im Netz

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"Hass macht Angst“, sagt Silvi Carlsson. Die 26-Jährige ist eine von drei bekannten Youtubern, die in der Videoreihe #lauteralshass über ihre Erfahrungen mit Hass im Internet berichten. Anlass für die Aktion ist der seit 2004 jährlich am ersten Dienstag im Februar stattfindende Safer Internet Day. Das Motto in diesem Jahr: "Hass im Netz“.

Grenzen der Meinungsfreiheit

Eine von der Landesanstalt für Medien NRW in Auftrag gegebene Forsa-Studie (2018) zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der befragten Internetnutzer (78 Prozent) schon einmal Hasskommentare im Internet gesehen hat. Etwas mehr als jeder Dritte sogar schon (sehr) häufig.

Für das Phänomen der Verbreitung von Hassbotschaften im Internet hat sich auch im deutschen Sprachgebrauch der Begriff Hate Speech (englisch für "Hassrede“) durchgesetzt. Er beschreibt abwertende, menschenverachtende und volksverhetzende Sprache und Inhalte, durch die die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten werden. Denn, so Artikel 1 des Grundgesetzes, "die Würde des Menschen ist unantastbar“. Das gilt auch im Internet.

Hassreden erkennen

"Die Hassrede ist keine Konsequenz der sozialen Netze, sondern die sozialen Netze liefern ihr nur einen bequemen Weg von den Stammtischen direkt in die Öffentlichkeit“, sagt Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch.

Dabei unterscheidet sich Hate Speech ganz klar von anderen Formen digitaler Gewalt. Während etwa von Cyber-Mobbing, sogenannten Shitstorms oder einer verrohten Kommunikationskultur im Netz im Prinzip alle in gleichem Maße betroffen sein können, richtet sich Hate Speech vorwiegend gegen Personen, weil sie einer bestimmten Gruppe zugeordnet werden. Es werden Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihres Glaubens, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung beleidigt, bedroht und verachtet.

Es ist nicht immer leicht, Hassreden im Internet zu erkennen. So werden teils bewusst falsche Aussagen verbreitet, oder Hate Speech tarnt sich als Ironie. Vor allem rechtsextreme Gruppen nutzen soziale Medien, um menschenfeindliche Inhalte zu verbreiten. Wichtig für Jugendliche, die unsicher sind oder selbst angefeindet werden, ist, mit Freuden, Eltern und vertrauten Personen zu sprechen und sich Unterstützung zu suchen.

Hilfe holen!

Eine Selbstschutz-Plattform von Jugendlichen für Jugendliche ist www.juuuport.de. Infos zum Hass im Netz gibt es unter www.hass-im-netz.info. In der Region macht das Förderprojekt "Sicher@Net“ Schüler, Lehrer und Eltern fit für den Alltag im Web. Ein Blick lohnt sich auch auf www.klicksafe.de.
 

 

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