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Bäume leiden unter Hitze

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Die Städte stehen angesichts von Klimaerwärmung und Trockenheit vor einer Riesenherausforderung, warnt Hanspeter Barz, Leiter des Heilbronner Grünflächenamts – und Vizepräsident der Gartenakademie Baden-Württemberg.

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Die Fortbildungseinrichtung für Grünberufe hat in der Buga-Stadt im WTZ-Turm eine Fachtagung zu Stadtbäumen veranstaltet mit rund 150 Experten. "Wir müssen unsere grüne Infrastruktur deutlich mehr entwickeln als bisher und das Grünvolumen ausbauen“, erklärt Barz. Dafür müssten alle Möglichkeiten genutzt werden, die eine Stadt bietet, also auch Dächer und Fassaden. 

Den vorhandenen Großbäumen komme eine besonders wichtige Bedeutung zu: "Ohne sie wird das Überleben in den Städten unerträglich“, prognostiziert Barz. Die Frage der Kosten werde die Stadtverwaltungen beschäftigen: "Vernünftige Baumquartiere mit einer guten Substrat- und Wasserversorgung kosten richtig viel Geld.“ 

Als gelungenes Beispiel aus Heilbronn nennt Barz die Kaiserstraße: Dort habe man vor 20 Jahren Platanen gepflanzt und für einen guten Untergrund gesorgt. Dafür habe man 20 000 Mark pro Baumstandort investiert. "Die Platanen stehen heute trotz des engen Straßenraums super da und machen das Flair aus.“

Bessere Bewässerung

Auch an der Allee wurde in eine automatische Baumbewässerung investiert: Frank Göhringer vom Grünflächenamt präsentiert Kollegen aus ganz Deutschland das erfolgreiche System. Die Mittelstreifen der Allee seien im Gegensatz zum Vorjahr weniger trocken.

Die Situation im schweizerischen Basel schildert die Leiterin des Grünflächenunterhalts, Yvonne Aellen – sie ist exemplarisch für viele Städte in Deutschland. 27 000 Bäume stehen in der 175 000-Einwohner-Stadt an Straßen und in Grünanlagen. Heilbronn hat 48 000 Stadtbäume. Für alle Basler Bäume, auch die privaten, gilt eine strenge Baumschutzsatzung, in Heilbronn wurde diese 2003 abgeschafft

Der trockene Sommer 2018 hat nachgewirkt und den Stadtbäumen erheblich zugesetzt: Probleme gebe es auch mit bisher bewährten und zugleich häufigen Baumarten, schildert Aellen die Situation. "Unsere Platanen sind sehr schlecht aus der Trockenheit herausgekommen.“ Das beliebte Gehölz sieht die Biologin nicht mehr als Zukunftsbaum.

Hitzeresistente Arten 

Bei Bergahorn habe es viele Notfällungen gegeben. Pilzbefall und Baumkrebs habe Hainbuchen in noch nie gekannter Zahl zum Absterben gebracht. Schlecht gehe es auch Krim-Linden, von denen es rund 3500 Exemplare gibt. Ihr Fazit: "Wenn sich die Trockenheit wiederholt, ist das verheerend für die Bäume.“ 40 Prozent des Baumbestands bestehe aus Baumarten mit schlechten Zukunftsprognosen – zumal die Klimaforschung von vermehrten Trockenphasen und zwei bis drei Mal so vielen Hitzetagen ausgeht.

"Wir pflanzen Bäume für ein Klima, das wir kaum kennen“, erklärt die Fachfrau das Dilemma der Grünplaner. Lars Kasper testet in seiner Baumschule für Klimawandelgehölze in Oberschwaben alternative Baumarten, die mit Trockenheit und Hitze besser klar kommen. Dazu gehören vor allem Gehölze aus Amerika und Asien, für die Kasper mehr Akzeptanz fordert. Für manche gelten die Exoten als invasive Art. Doch in der Stadt sieht der Fachmann die Notwendigkeit, hitzeverträgliche Arten zu pflanzen, die weniger Stress erleiden. Die Alpen bilden einen Riegel, dadurch kämen die Bäume nicht von alleine nach Europa. Ein weiterer Vorteil: "Durch neue Baumarten gibt es ein ganzjähriges Nahrungsangebot für Bienen“, erklärt Kasper. 

Für Bienenbäume plädiert auch Klaus Körber von der Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Auf seiner Liste stehen ebenfalls eine Reihe von Exoten-Bäumen, die das Nahrungsangebot für Honig- und Wildbienen von Mai bis September verbessern helfen. 

 

 

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