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Unverpackt im Trend

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Mehl, Haferflocken oder Nudeln unverpackt einzukaufen, ist ein Trend, der längst nicht mehr nur in Großstädten Anhänger findet. "Ich kenne viele, die darauf warten“, sagt Claudia Majores. Ab Herbst soll es ein Geschäft in der Nähe des Heilbronner Theaters geben.

Simples Prinzip

Die Betreiber haben sich vor wenigen Wochen mit einem Infostand beim Nachhaltigkeitstag auf dem Kiliansplatz präsentiert. "Das wird funktionieren“, ist sich die Untereisesheimerin sicher. 

Rund 150 Läden gibt es derzeit in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Der erste Unverpackt-Laden in Deutschland wurde 2014 in Kiel eröffnet, Einzelhändler in München, Berlin und Bonn folgten. Ihr Geschäftsprinzip ist simpel: Die Ware wird lose verkauft, Kunden bringen eigene Behälter mit. Meist sind es Selbstbedienungsläden, die die Lebensmittel in großen Spendern aus Glas, Holz oder Edelstahl aufbewahren.

Der Kunde füllt ab, was er braucht und zahlt nach Gewicht. Damit gehören die Läden zur Zero-Waste-Bewegung, was für „null Abfall“ steht. Die Anhänger haben sich der Nachhaltigkeit verschrieben und produzieren möglichst wenig Müll, um Ressourcen zu schonen. In der Region sind bislang Unverpackt-Läden in Karlsruhe, Ludwigsburg oder Stuttgart zu finden, aber auch andere Geschäfte bieten zunehmend Waren ohne Plastikhülle an. Nur ein Stoffbeutel sollte dann beim Einkauf immer zur Hand sein. "Wir haben immer welche im Auto“, sagt Hannes Majores. Das jüngste Familienmitglied wächst mit dem Gedanken auf, dass Umweltschutz alle angeht. 

Schnelle Veränderung gewünscht

Claudia Majores will künftig den Fahrtweg nach Heilbronn auf sich nehmen, um im Unverpackt-Laden einzukaufen. Derzeit fährt sie in den Nachbarort, um Obst und Gemüse zu besorgen. Seit die dreifache Mutter ihren Einkauf möglichst plastikfrei erledigt, seien die Wege weiter geworden, sagt sie. Denn noch ist es nicht überall üblich, die eigene Box mitzubringen – es fällt auf, wenn jemand bewusst handelt. Der fünfjährige Hannes freute sich deshalb sehr, als er kürzlich eine Frau mit Obstnetz im Supermarkt traf und rief: "Mama, die macht auch plastikfrei.“

Dabei ist der Umweltschutz längst in aller Munde. Die Bewegung Fridays for Future (FFF) betont, die Frage sei nicht, ob etwas verändert werden muss, sondern wann. "Wir haben keine Jahrzehnte mehr Zeit“, sagte Gregor Landwehr, Vertreter der Heilbronner FFF-Gruppe, beim Klima-Forum der Heilbronner Stimme in der vergangenen Woche. "Es muss schnell etwas passieren.“ 

Familienleben ohne Plastik

Ihr wollt mehr über das Leben der Familie Majores erfahren? Hier geht's zum Artikel über ihren umweltbewussten Alltag.

 

 

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