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Langer Weg zum Zentralabitur

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Von einem vergleichbaren Abitur seien die Länder "sehr weit entfernt“, sagt Landeskultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) und fordert ein deutschlandweites Zentralabitur. "Es kann nicht sein, dass keine vergleichbaren Bedingungen herrschen. Es bewerben sich schließlich alle um die gleichen Studienplätze“, so Eisenmann. Die Wege zur Hochschulreife sollen allerdings Ländersache bleiben. 

Viel Arbeit

Grundsätzlich sei das eine gute Idee, sagt Marco Haaf, Bezirkssprecher der Direktorenvereinigung Nordwürttemberg und Schulleiter am Albert-Schweitzer-Gymnasium in Neckarsulm. Aber er warnt: "So einfach ist das nicht.“ Die Anforderungen müssten bundesweit einheitlich sein, auch auf gemeinsame Bewertungsverfahren müssten sich die Länder einigen. "Man muss sich über die Mechanismen unterhalten, nicht nur über die Aufgaben“, so Haaf.

Auch der Direktor des Heilbronner Mönchsee-Gymnasiums, Dr. Andreas Meyer, erklärt: "Dem Zentralabitur müssen viele Schritte vorausgehen.“ Bildungspläne müssten angeglichen, Termine synchronisiert und die Fächer fürs Abitur einheitlich festgelegt werden. "Der Prozess dauert Jahre“, ist er sicher. Das Vorhaben müsse sorgfältig und detailliert geprüft werden, betont der Direktor. 

Schleppender Prozess

Nach Vorstellung der Ministerin soll ein Staatsvertrag die Vergleichbarkeit der Schulsysteme sichern. Die vom Bund geplante Einrichtung eines Nationalen Bildungsrats sei nicht zielführend, sagt sie und bekennt sich stattdessen zum Bildungsföderalismus und damit zu einer gemeinsamen Lösung der Länder. Doch dieser Prozess laufe im Moment schleppend, gibt Eisenmann zu. "Die Kultusministerkonferenz muss sich vom langsamen Tanker zu einem Schnellboot entwickeln, um für bundesweit vergleichbare Bedingungen zu sorgen.“

Der einheitliche Pool sei attraktiv, müsse aber durchdacht sein. "Das kann nur im Konsens passieren“, sagt Haaf. Darüber nachzudenken, sei ein Schritt in die richtige Richtung. Dass mit einer Umstellung das Niveau in Baden-Württemberg sinken könnte, befürchtet er nicht: "Es ist die Frage, wer sich an wen anpasst.“ Für die Schüler wäre ein vergleichbares Abitur positiv: "Zumindest das Ungerechtigkeitsempfinden bezüglich der Studienplätze würde verschwinden.“ 

Bundesweit problematisch

Mit der Vergleichbarkeit würde Frank Schuhmacher, Schulleiter am Hohenlohe-Gymnasium Öhringen, gerne schon mal direkt vor der Haustüre, also im Land, anfangen. Allein in Baden-Württemberg seien die Bildungsabschlüsse nicht vergleichbar, wenn es möglich sei, nach Klasse neun auf ein berufliches Gymnasium zu wechseln. Abgesehen von der Frage, wer sich bundesweit wem anpasse, hat Frank Schuhmacher einen ganz praktischen Einwand mit Blick auf die unterschiedlichen Ferientermine: "Wie soll bei dem engen zeitlichen Korridor unser Verfahren mit Zweit- und Drittkorrektur gehalten werden?“

 

 

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