Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Kleinigkeiten für Klimaschutz

Übersicht

Die Erderhitzung zu bekämpfen ist eine der drängendsten politischen Aufgaben unserer Zeit. Doch der Auftrag gilt auch jedem Einzelnen: Der Klimafußabdruck eines Durchschnittsdeutschen liegt derzeit laut Umweltbundesamt bei rund zwölf Tonnen CO2 pro Jahr.

Tipps für den Alltag

Auf höchstens zwei Tonnen Kohlenstoffdioxid müsste der Ausstoß jedoch reduziert werden, um die Klimakatastrophe einzudämmen und eine lebenswerte Erde für die Zukunft zu bewahren. Eine gewaltige Herausforderung. Was können wir im Alltag tun, um uns diesem Ziel zu nähern? Wir geben einen Überblick über viele Einzelmaßnahmen, die zusammengenommen einen wichtigen Beitrag für mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz bedeuten würden. 

Leihen statt selbst besitzen: Es gibt Dinge, die wir nur selten brauchen – einen Betonmischer zum Beispiel als Hilfsmittel, um die Einfahrt zu pflastern. Im Baumarkt gibt es den zwar relativ günstig zu kaufen, aber macht das wirklich Sinn, wenn er nach Abschluss der Arbeiten in der Garage steht? Lieber im Freundeskreis fragen, ob jemand ein solches Gerät verleiht oder ihn gemeinsam mit anderen anschaffen. Plattformen zum Teilen und Verleihen im Internet gibt es zwar – deren Radius ist aber meist auf Metropolen wie Berlin beschränkt. Alternative in der Region: Kleinanzeigen durchstöbern nach Altgeräten, die verkauft werden oder nach Geräteverleihfirmen suchen. 

Effizient Energie einsetzen

Energie sparen: 432 Euro in einem durchschnittlichen Drei- oder Vier-Personen-Haushalt oder 169 Euro im Ein-Personen-Haushalt könnten laut Stiftung Warentest allein mit energiesparenden Geräten gespart werden. Funktionierende Altgeräte sofort zu verschrotten ist aus Umweltsicht jedoch fragwürdig. Der Rat der Stiftung: Je älter das Gerät sei und je mehr Strom sich mit dem neuen sparen lasse, desto sinnvoller sei der Austausch, erst recht wenn teure Reparaturen anstünden.

Thema Standby: Neue Geräte verbrauchen in diesem Modus zwar inzwischen deutlich weniger Strom, trotzdem ist es immer noch sinnvoll, Geräte – etwa über Mehrfachsteckdosen – komplett vom Netz zu nehmen. Bei der Stiftung Warentest oder beim Umweltbundesamt gibt es weitere nützliche Tipps – auch zum effizienten Heizen oder zur Beleuchtungstechnik

Waschen und Spülen: Der relativ hohe Anteil des Energieverbrauchs beim Wäschewaschen kommt laut Forum Waschen hauptsächlich durch das Aufheizen der Waschlauge zustande. Eine Reduzierung der Waschtemperatur schone somit die Umwelt und sei gleichzeitig günstiger, hat die Organisation errechnet: Die Stromkosten könnten von 24 auf 8 Cent pro Waschladung sinken, wenn statt bei 60 Grad nur bei 30 Grad gewaschen werde.

Spülen und Bestellen

Auch die Gewohnheiten beim Spülen machen einen Unterschied: Ein Zwei-Personen-Haushalt in Deutschland verbraucht je nach Spülverhalten zwischen 2000 und 15 000 Liter Wasser jährlich und zwischen 140 und 360 Kilowattstunden Energie. Allein durch das Geschirrspülen werden pro Haushalt in Deutschland jährlich zwischen 90 und 220 Kilo CO2 verursacht. Der Energieverbrauch lässt sich deutlich reduzieren, indem man zum Beispiel die Geschirrspülmaschine richtig belädt und ein Eco-Programm wählt. 

Online-Bestellungen: Durch die Retouren im deutschen Online-Handel wurden 2018 insgesamt 238 000 Tonnen CO2 erzeugt, wie Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bamberg errechnet haben. Das seien so viele klimaschädliche Emissionen wie "täglich 2200 Autofahrten von Hamburg nach Moskau“. Der Handel macht es den Verbrauchern einfach, denn meistens sind Rücksendungen portofrei. Ein Leichtes also, ein Produkt in verschiedenen Größen und Farben zu bestellen und was nicht gefällt, zurückzuschicken. Bei Kleidung und Schuhen seien sogar rund die Hälfte Retouren, so die Forscher. Dagegen hilft: Sich einmal die Auswirkungen dieses Konsumverhaltens vor Augen zu führen und zu überlegen: Brauche ich die Ware wirklich? Und wenn ja: Kann ich sie beim Händler vor Ort kaufen und dort ausprobieren, ob sie auch passt und gefällt? 

Ersatz für viele Gegenstände

Gebrauchsgegenstände: Allzu viel ist es noch nicht, aber wenn man sucht, findet man einige Gebrauchsgegenstände, die ohne Verpackung oder Plastik daherkommen. Shampoo zum Beispiel, das gibt es inzwischen auch als Seifenstück. Wattestäbchen kann man ohne Plastik kaufen – das Stäbchen in der Mitte ist aus Bambus. Es gibt Slipeinlagen ohne Folie, Bambus-Zahnbürsten und für die Gesichtsreinigung taugen Mikrofaser-Handschuhe statt Einweg-Wattepads.

Thema Trinken: Braucht man abgefülltes Wasser aus Kisten? Nein, denn in Deutschland ist die Trinkwasserqualität so hoch, dass man bedenkenlos Wasser aus dem Hahn trinken kann. Zum Transport eignen sich zum Beispiel Aluflaschen, die als zusätzliches Plus einen Kühl- oder Wärmeeffekt haben. 

Mobilität: Jedes Verkehrsmittel hat seine spezifischen Vor- und Nachteile. Mit welchem Verkehrsmittel kann man die größte Menge CO2, die meiste Zeit und das meiste Geld einsparen? Das hat der Verkehrsclub Deutschland (VCD) errechnet. Das Ergebnis: Beim Vergleich der Verkehrsmittel sei es wichtig, den Auslastungsgrad zu berücksichtigen, denn mit zunehmender Besetzung des Fahrzeugs verbessert sich die CO2-Bilanz pro Person: Während ein Auto laut VCD im Mittel mit 1,5 Personen besetzt ist – also eine Auslastung von etwa 30 Prozent hat – ist die Bahn mit durchschnittlich 42 Prozent ausgelastet. Wegen der hohen Auslastung schneidet der Reisebus im Umweltvergleich sogar besser ab.

Welches Fahrzeug?

Das bedeutet, dass die Fahrt in einem voll besetzten Pkw klimaverträglicher sein kann als in der Bahn, wenn dort nur zwei Personen mitreisen. Die öffentlichen Verkehrsmittel verkehren jedoch ohnehin nach Fahrplan. Das heißt: Jede Strecke, die alternativ zum Pkw mit Bus und Bahn zurückgelegt wird, reduziert den CO2-Ausstoß. Die Auswirkungen des Flugverkehrs auf das Klima sind mindestens dreimal höher, als der Treibstoffverbrauch das vermuten lässt. Das liegt laut VCD daran, dass Flugzeuge ihre Emissionen in Höhen ausstoßen, in denen sie größere Schäden anrichten als gleiche Mengen am Boden.

Thema Kreuzfahrten, ein Markt, der seit Jahren boomt: "Mir stinkt's – Kreuzfahrtschiffe saubermachen“ ist der Slogan, der das jährliche Kreuzfahrtranking der Umweltorganisation Nabu begleitet. Im letztjährigen Ranking sind fast alle bewerteten Schiffe tiefrot gekennzeichnet – gleichbedeutend mit einer vernichtenden Wertung. Nur ein Satz daraus: "Dass im Jahr 2019 immer noch Schiffe auf den Markt kommen, die auf Schweröl als Treibstoff ausgelegt sind und keine wirkungsvolle Abgastechnik einsetzen, ist ein Skandal.“ 

Unverpackte, regionale Produkte 

Einkaufen: In Plastik verpackte Gurken gab es Anfang dieses Jahres noch in fast jedem Supermarkt. Inzwischen kommt das grüne Gewächs meist unverpackt daher. Auch bei Paprika, Tomaten oder Salat haben Konsumenten vielfach die Alternative: Es gibt das Gemüse fertig in Tüten verpackt oder lose. Also lieber den eigenen Stoffbeutel mitbringen und den Einkauf darin transportieren. Gerade um diese Jahreszeit gibt es auch die Möglichkeit, regional erzeugte, unverpackte Produkte an kleinen Verkaufsständen vom Obst- oder Gemüsebauern zu erwerben.

Der Einkauf beim Bäcker bietet ebenfalls Potenzial für Einsparungen: Es lohnt sich zu überlegen, ob die Brezel, die man zum unmittelbaren Verzehr kauft, wirklich in eine Papiertüte gesteckt werden muss, die dann sofort in den nächsten Mülleimer wandert. "Direkt auf die Hand“ kann da eine sinnvolle Bitte sein. 

Gesunde Ernährung

Fleischkonsum: Laut der Umweltorganisation WWF sind die Auswirkungen der Ernährung auf das Klima immens: Nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen der Ernährung seien auf tierische Produkte zurückzuführen. Der Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tierfütterung seien entscheidend für die Größe des individuellen Fußabdrucks.

Eine gesündere Ernährung gemäß wissenschaftlichen Empfehlungen von 450 Gramm Fleisch pro Woche würde sich auch positiv auf den Ressourcen- und Klimaschutz auswirken. Laut WWF würde es eine jährliche Einsparung von rund neun Millionen Tonnen Treibhausgas-Emissionen bedeuten, wenn jeder Bundesbürger nur einmal pro Woche auf Fleisch verzichten würde. Das entspricht 75 Milliarden Pkw-Kilometern. 

 

 

Galerien

Regionale Events

Würth feiert Jubiläum

Im Jahr 2020 blickt die Adolf Würth GmbH & Co. KG auf ein 75-jähriges bestehen zurück. Gefeiert wird dies mit den Würth Philharmoniker, Open Air und einem Tag der offenen Tür.