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Zu wenig Recycling

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Im Kampf gegen die weltweite Umweltverschmutzung mit Kunststoffen fordern Umweltschützer ein Verbot von Mikroplastik und strengere Vorgaben der Politik für Energie- und Chemiekonzerne.

Mikropartikel

Es brauche eine Plastikwende, sagte der Chef der Umweltorganisation BUND, Hubert Weiger, am Donnerstag. Vor allem globalen Energie- und Chemiekonzernen müsse die Politik striktere Grenzen setzen, sagte Barbara Unmüßig, Vorstand der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung. "Ein paar Dutzend Unternehmen“ stellten den Großteil der Produkte her, die später als Plastikabfall zurückblieben. Beide präsentierten in Berlin einen Plastikatlas mit Zahlen und Hintergründen. 

Plastik wird aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl und Erdgas hergestellt und braucht in der Umwelt teils mehrere Hundert Jahre, um sich zu zersetzen. Mikroplastik, also kleinste Plastikpartikel etwa aus Reifenabrieb, Kosmetika oder Abwasser, finden Wissenschaftler inzwischen auch an entlegenen Orten der Erde – und in Lebensmitteln.

Konsum überdenken

Aus Sicht der Autoren des Plastikatlasses darf Politik nicht nur Verbraucher adressieren, obwohl auch deren Konsumverhalten wichtig sei. Auf EU-Ebene würden Produkte wie Plastikstrohhalme und -besteck verboten, das sei auch gut so, sagte Unmüßig. "Wir erleben aber gleichzeitig, wie Europa zuschaut, wie neue Kapazitäten für die Plastikproduktion geschaffen werden.“ Auch die Produzenten müssten in die Verantwortung genommen werden. Die fünf größten Plastikkonzerne seien ExxonMobil, BASF, Eni, INEOS, und Dow. 

Die Zahlen im Plastikatlas sind drastisch: Über 400 Millionen Tonnen Kunststoff werden demnach pro Jahr weltweit hergestellt, zwischen 1950 und 2015 waren es insgesamt 8,3 Milliarden Tonnen. Nicht einmal ein Zehntel davon sei recycelt worden.

Mehr als ein Drittel der hergestellten Kunststoffe wird für Verpackungen verwendet. Außerdem trage der Plastikboom erheblich zum zunehmenden Ausstoß von Treibhausgasen bei: "Weltweit nimmt der Ölverbrauch in keinem anderen Bereich so stark zu wie bei der Herstellung petrochemischer Produkte.“ Treibhausgase entstünden auch bei der Entsorgung und Verbrennung. dpa

 

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