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Fleisch aus Gemüse?

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Es raucht. Es zischt. Und riecht irgendwie ungewohnt. Was am Mittwoch auf dem Grill unserer Testerinnen brutzelt, ist wohl die gehypteste Bulette aller Zeiten.

Andrang auf Fleischersatz

Wenig ist gerade so heiß begehrt, wie der vegane Burger-Bratling des amerikanischen Startups Beyond Meat. Als der Neckarsulmer Discountriese Lidl ihn Ende Mai erstmals in den deutschen Einzelhandel brachte, war der Ansturm enorm und der Vorrat klein. Innerhalb weniger Stunden war der pflanzliche Fleischersatz ausverkauft. Ab morgen ist er wieder für kurze Zeit in limitierter Stückzahl zu haben. Ist der Hype gerechtfertigt? Das nehmen vier Frauen aus der Redaktion vorab unter die Lupe. 

Die Testerinnen studieren erstmal die lange Zutatenliste. Drei sind Flexitarier, versuchen also, so oft es geht auf tierische Produkte zu verzichten. Eine isst regelmäßig Fleisch. "Gummi arabicum“, steht unter anderem auf der Verpackung. Die schnelle Internetrecherche ergibt: Der Wundsaft aus Bäumen wird in der Lebensmittelindustrie als Verdickungsmittel eingesetzt, im alten Ägypten war er zum Einbalsamieren der Toten gedacht. Okay, das kann man wissen, muss man aber nicht.

Im Gegensatz zu Soja-Bratlingen besteht das Patty aus Erbsenprotein, das von seiner Textur an Muskelfasern erinnern soll. Raucharoma ist auch drin. Und für die rosa Färbung wie bei einer medium gebratenen Fleischfrikadelle sorgt Rote Beete. Ein blutiger, veganer Burger – ernsthaft? Die Testerinnen packen die gefrorenen Bratlinge aus. 

Unterscheidbar?

Aufgetaut erinnern sie wirklich an feines Hackfleisch. Nicht unappetitlich, so das Urteil. Aber auch etwas matschiger. Dann wird der Grill angeschmissen. Und tatsächlich: Kaum auf dem Rost, entstehen die typischen Grillstreifen, es brutzelt kräftig. Drei Minuten von jeder Seite braucht der Bratling, um außen einigermaßen braun und innen leicht rosa zu werden, so steht es in der Anleitung.

Der erste Biss ist eher enttäuschend. Ohne Beilagen schmeckt die vegane Bulette recht neutral. Sie könnte mehr gewürzt sein, finden die Testerinnen. Also geht es ans Burger belegen. Mit Salat, Gurke, Tomaten, Käse und Soßen sieht das Ganze schon mal lecker aus. Und geschmacklich? "Super fleischig!“, staunt eine der Flexitarierinnen. "Ich wüsste nicht, ob ich den Unterschied bei einer Blindverkostung erkannt hätte“, findet eine andere.

Aber würden sie die Patties nochmal kaufen? 35,90 Euro plus Versand haben sie beim Feinkost-Internetshop Gourmondo für das Zehnerpack bezahlt. In der Lidl-Aktion kosten zwei Patties 4,99 Euro. Für etwas weniger würden sie zuschlagen, sind sich die Flexitarierinnen einig. Ausgerechnet die Fleischesserin würde sie ab und zu zum jetzigen Preis kaufen. Sie ist schon ein paar Jahre länger im Berufsleben und verdient somit mehr.

An der Börse

Der Markt ist umkämpft, nicht zuletzt, weil demnächst auch in Deutschland der pflanzliche Burger von Impossible Foods und der Awesome Burger von Nestlé herauskommen. In den USA hält der Hype um die Produkte von Beyond Meat schon länger an. Zu den Fans des Fleischersatzes gehören etwa Leonardo DiCaprio, Bill Gates und der Rapper Snoop Dogg, die in das Unternehmen investieren. Für weltweiten Wirbel sorgte der Börsengang im Mai. Der Kurs der Aktie, die zum Preis von 25 US-Dollar ausgegeben worden war, legte zeitweise um fast 600 Prozent zu. 

 

 

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