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Die Sorge vieler Menschen wegen der großen Hitze ist berechtigt: Nach Schätzung von Experten haben die hohen Temperaturen im Sommer 2018 zu mehr als tausend Todesfällen geführt – und das nur in Berlin und in Hessen, wo diese Daten erfasst werden. 

Negative Auswirkungen

Das Umweltbundesamt (UBA) warnt vor den gesundheitlichen Risiken der immer häufiger auftretenden Hitzewellen und zeichnet ein drastisches Bild möglicher Auswirkungen auf den Menschen. So könnten laut der Behörde nicht nur Kreislaufprobleme, Infektionen und Todesfälle zunehmen. Als Folge der Hitze rechnen die Experten auch mit psychischen Belastungen wie Stress, Angstzuständen oder Depressionen.

Indirekte Konsequenzen laut UBA: Qualität und Quantität von Trinkwasser und Lebensmitteln könnten abnehmen. Auch die Ausbreitung von neuen tierischen Krankheitsüberträgern droht – etwa der Riesenzecke oder Stechmücken, die sonst nur in den Tropen heimisch sind. 

Langfristig, sagen Klimaforscher, werden wir unsere Gewohnheiten ändern müssen, um uns auf ein Leben unter Bedingungen wie in Süditalien besser einzustellen. Das heißt zum Beispiel mittags eine Pause einlegen, wie die Südländer es tun, und stattdessen frühmorgens und abends arbeiten. Die Schaffung von deutlich mehr Grünflächen in Städten ist eine geeignete Maßnahme, um die Temperatur zwischen den Häuserschluchten etwas zu regulieren.

Tipps gegen die Hitze

Das Klimawäldchen am Heilbronner Wollhaus zum Beispiel, das die Stadt dort gerade errichten lässt, soll die Temperatur in dem Bereich um rund fünf Grad senken. Die wichtigste kurzfristige Maßnahme, um sich zu schützen ist laut UBA: viel trinken. Hier einige Tipps, um besser mit der Hitze klarzukommen.

Trinken: Die tägliche Trinkmenge sollte nach Empfehlung des Sozialministeriums in Stuttgart mindestens eineinhalb Liter betragen, andere Empfehlungen raten zu noch mehr Flüssigkeitsaufnahme. "Trinken ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper über das Schwitzen eine Temperaturregulierung vornehmen kann“, sagt Jan Groß, Oberarzt im Bereich Innere Medizin am SLK-Klinikum Heilbronn.

Gut sind zusätzlich zu Wasser auch Kräuter- oder Früchtetees oder Saftschorlen. Wer viel schwitzt, sollte zusätzlich darauf achten, den Salzverlust auszugleichen, zum Beispiel durch natriumreiches Mineralwasser. Der Konsum von Kaffee, koffeinhaltigen Tees oder Alkohol sollte laut Ministerium reduziert werden, denn das kann den Körper austrocknen. Ältere Menschen im Haushalt oder im Pflegeheim sollten ans Trinken erinnert werden. Dasselbe gilt für Kleinkinder. 

Aktivitäten regulieren

Verhalten anpassen: Jan Groß rät zu verändertem Verhalten, soweit das möglich ist. Beispiel Schulsport: Bei diesen Temperaturen im Stadion Runden zu rennen oder in der Hitze zu kicken sei sicher nicht ratsam. Vereinzelt haben Groß und seine Kollegen auch schon Kinder mit Beschwerden nach dem Schulsport behandelt. 

Groß sagt jedoch auch: "Hitze bedeutet nicht, dass man gar nicht ins Freie darf.“ Moderate Anstrengung an einem schattigen Ort sei schon möglich. Viele Leute scheinen sich an diese und andere Empfehlungen zu halten – das legen zumindest die Daten der AOK Heilbronn-Franken zu Krankenhausaufenthalten wegen Austrocknung nahe: Die Zahlen sind seit 2014 recht konstant, im Hitzesommer 2018 fielen sie sogar niedriger als in den Vorjahren aus. 

In der Wohnung: Elektrogeräte oder Lampen geben Wärme ab: Also lieber nicht ausgiebig kochen oder Kuchen backen und stattdessen frische, leichte Kost aus dem Kühlschrank essen: Joghurt, Salate, wasserreiches Obst. Feuchte Tücher aufzuhängen kann zusätzlich helfen, die Temperatur in der Wohnung zu regulieren. 

Zeichen des Körpers

Hygiene: Wichtig ist bei diesen Temperaturen, dass die Kühlkette gerade bei leicht verderblichen Lebensmitteln nicht lange unterbrochen wird. Angebrochener Saft oder Joghurt kann jetzt schneller schlecht werden. Dasselbe gilt für Wurst- und Fleischwaren. Deshalb gilt: Angebrochene Packungen rasch aufbrauchen. 

Warnzeichen: Der Körper sendet Warnzeichen, wenn es zu viel ist mit der Hitze: Kopfschmerzen, Ã?belkeit, Nackenschmerzen oder ein hochroter Kopf sind solche Signale, sagt Jan Groß. Wer darunter leidet, sollte raus aus der Sonne in eine kühle Umgebung, sich ausruhen und etwas trinken. Ärztliche Hilfe sollte man laut Groß suchen, wenn sich Bewusstseinsstörungen einstellen, man Krämpfe hat oder die Körpertemperatur ansteigt. 

 

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