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Frauen zahlen mehr

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Frauen zahlen nach einem Marktcheck der Verbraucherzentrale Hamburg für etliche Rasierer nebst Schaum sowie für manche Parfüms nach wie vor deutlich mehr als Männer. "Wir haben die Marktstichprobe zum vierten Mal gemacht – und die Preisdifferenz hat sich wenig verändert“, bilanzierte Armin Valet von der Verbraucherzentrale in Hamburg.

Identische Produkte

Bei elf untersuchten Rasierprodukten aus Drogeriemärkten waren die Preise durchschnittlich knapp 38 Prozent höher für die Frauenvarianten. Dabei seien Inhaltsstoffe und Zusammensetzung der untersuchten Produkte nahezu identisch. Die Verbraucherschützer forderten Kosmetik-Hersteller und -händler auf, eine Preisdiskriminierung von Frauen zu unterlassen.

In einer Studie für die Antidiskriminierungsstelle des Bundes waren 2017 mehr als 1.682 im Wesentlichen identische Produkte für Frauen und Männer verglichen worden. Davon unterschieden sich den Angaben zufolge 3,7 Prozent (62 Produktvarianten) beim Preis – 2,2 Prozent waren für Frauen, 1,4 Prozent für Männer teurer. Der Preisaufschlag – "Pink Tax“ – lag bei durchschnittlich rund fünf Euro.

Teure Rasierer

Als ein Beispiel für solche Produkte waren baugleiche Rasierklingen mit rosa und hellblauer Verpackung genannt worden. "Produktvarianten nach Geschlecht mit Preisunterschied machen nur einen geringen Anteil am Gesamtsortiment aus und sind damit nicht prägend für die Konsumausgaben bei Produkten insgesamt“, heißt es in der Studie. Sie deckte des weiteren Preisunterschiede für Frauen von rund vier Euro bei Duschgels vor allem von Parfümmarken auf. Aber auch Männer zahlen zuweilen drauf: Bei Lippenpflegestiften und Tagescremes fand die Studie teurere Produkte für Männer. Bei 170 Parfüms lag der Preisaufschlag mit 6,36 Euro bei einem Drittel des durchschnittlichen Aufschlags für Frauen-Düfte.

Unverbindliche Preisempfehlung

Der Hamburger Kosmetikhersteller Beiersdorf (Nivea) verwies darauf, dass er gegenüber dem Handel nur unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) aussprechen könne. Hierauf habe das Geschlecht der Zielgruppe keinen Einfluss – "bei unmittelbar miteinander vergleichbaren Produkten gibt es seitens Beiersdorf keine Unterschiede in der UVP“, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit. "Unsere Produkte unterscheiden sich jedoch vielfältig hinsichtlich ihrer Formeln, der verwendeten Inhaltsstoffe, der Positionierung und der Verpackungen – all das hat Einfluss auf die jeweilige Gestaltung der UVPs.“

In der Studie argumentierten die Firmen bei der Preisgestaltung mit Angebot und Nachfrage. All dies wollen die Verbraucherschützer nicht gelten lassen. Der Preis für Inhaltsstoffe spiele nur eine marginale Rolle. Und Verbraucherinnen hätten nicht immer eine Wahl.

 

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