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Fortschrittlicher Plan

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Bosch meint es ernst mit dem Klimaschutz. Das merken die Journalisten, die bei der Bilanzpressekonferenz in Renningen nur einen USB-Stick in die Hand gedrückt bekommen. Pressematerial wird erst auf Nachfrage ausgedruckt. Und natürlich ist die gesamte Pressekonferenz klimaneutral, wie der Pressesprecher verkündet. 

Fortschritt klimaneutral

Das Technologieunternehmen will seinem Ruf als Vorbild und Innovationstreiber gerecht werden und hat sich ein ambitioniertes Ziel verordnet. "Schon 2020 werden weltweit alle Bosch-Standorte vollständig klimaneutral sein“, kündigt Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung, an. Bosch werde das erste große Industrieunternehmen sein, das dieses ehrgeizige Ziel in nur einem Jahr realisiert, betont er und hofft, "dass andere Unternehmen unserem Beispiel folgen“. 

Zwei Zahlen verdeutlichen, wie sportlich dieses Ziel ist. Bosch hat im vergangenen Jahr 3,3 Millionen Tonnen CO2 ausgestoßen. Der Stromverbrauch betrug 2018 rund 7,8 Terawattstunden – das entspricht dem jährlichen Stromverbrauch der privaten Haushalte von Berlin und München zusammen.

Bosch will an vier Hebeln ansetzen, um klimaneutral zu werden. Zum einen soll die Energieeffizienz gesteigert werden. Zweitens ist der Ausbau der Versorgung mit regenerativen Energien geplant. Zudem wird deutlich mehr Ökostrom zugekauft. Und viertens soll unvermeidlicher CO2-Ausstoß kompensiert werden. "Die letzten beiden Hebel bewegen wir eher kurzfristig, übers Jahr hinaus verstärken wir die beiden anderen“, sagt Denner, der überzeugt davon ist, dass der Plan aufgeht: "Es ist möglich. Also machen wir es.“

Sozialer Nutzen

Bei den Kompensationsleistungen lege man großen Wert darauf, dass diese Projekte auch sozialen Nutzen haben und von unabhängigen Dritten zertifiziert sind. Denner nennt Windkraft-Anlagen auf den Philippinen oder Waldschutz in Afrika als Beispiele. Perspektivisch will Bosch den Anteil an regenerativen Energien beim Verbrauch auf 40 Prozent steigern, zudem soll mehr als ein Fünftel des jährlichen Stromverbrauchs eingespart werden.

Mit seinem Klimaplan will Bosch Denner zufolge seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden. Deshalb lässt sich das Unternehmen diesen Schritt unterm Strich eine Milliarde Euro kosten.
Leisten kann sich der Autozulieferer das durchaus. Im vergangenen Geschäftsjahr hat Bosch den Umsatz um 2,2 Prozent auf 78,47 Milliarden Euro gesteigert, der operative Gewinn (Ebit) legte um gut elf Prozent auf 5,5 Milliarden Euro zu.

Schwierigkeiten

Für das laufende Jahr zeigt sich die Konzernführung angesichts rückläufiger Autoproduktion und der Handelskonflikte zurückhaltend. "In den ersten drei Monaten 2019 lag der Umsatz nahezu auf Vorjahreshöhe“, sagt Finanzchef Stefan Asenkerschbaumer. Die Umsatzrendite werde mit rund sechs Prozent unter den sieben Prozent aus dem vergangenen Jahr liegen.

Zu schaffen macht dem Unternehmen die sinkende Nachfrage nach Dieselfahrzeugen. Bereits 2018 hatte Bosch in diesem Bereich 600 Stellen abgebaut. "Es wird auch in diesem Jahr zu Anpassungen kommen“, kündigt Denner an. Man wolle beim Stellenabbau auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten.

In Deutschland hängen gut 15 000 Arbeitsplätze bei Bosch vom Diesel ab, weltweit sind es 50 000
Laut Denner habe Bosch die Dieseltechnik "noch robuster“ gemacht. "Die Emissionen moderner Verbrennungsmotoren werden zur Luftbelastung in den Städten keinen nennenswerten Beitrag mehr leisten“, so der Bosch-Chef. Auch Feinstaub sei kein Thema mehr, "weder beim Diesel noch beim Otto“.

 

 

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