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Stinkefüße durch Turnschuhe?

Übersicht

Bekommt man von Turnschuhen Stinkefüße? "Früher war das wirklich so. Da konnte man in keine Kabine einer Sportmannschaft, ohne fast ohnmächtig zu werden“, sagt Hans-Gerhard Berger, Oberarzt der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Phlebologie am Gesundbrunnen.

Belüftung

"Heute ist das aber nicht mehr ganz so schlimm. Moderne Turnschuhe sind anders aufgebaut, luftdurchlässiger.“

Verantwortlich für Stinkefüße seien sogenannte Corynebakterien, die sich in abgeschlossenem, feuchtem Schuhwerk gut vermehren können. Deshalb empfiehlt Berger, gerade im Sommer viel Luft an die Füße zu lassen, also Sandalen zu tragen oder komplett barfuß zu laufen. Auch Fußbäder mit Salzwasser helfen.

"Es ist wichtig, dass die Füße trocken bleiben. Um Fußpilz, Nagelpilz und somit Geruchsbildung zu vermeiden, sollte man nach dem Duschen die Zehenzwischenräume trocknen, vielleicht auch mit dem Föhn. Denn, wo Haut auf Haut kommt, wird es kritisch.“ 

Schuhe wechseln

Wer auf seine Turnschuhe oder Sneaker nicht verzichten möchte, der sollte auf atmungsaktive Schuhe achten und sie außerdem oft wechseln. "Man muss den Schuhen die Chance geben, komplett zu trocknen“, sagt der Hautarzt. Außerdem empfiehlt Berger Einlegesohlen mit geruchshemmender Aktivkohle.

"Hilfreich sind auch Socken mit einzelnen Zehen. Die bilden eine größere Kontaktfläche, sodass mehr Schweiß aufgenommen wird“, erklärt Berger. "So oder so müssen Socken oft gewechselt werden.“

Wegen normalen Schweißfüßen sei aber noch kein Patient zu Berger gekommen. "Und wer es wirklich krankhaft hat, der kommt oft aus Scham nicht.“ Bergers Appell: "Über den eigenen Schatten springen und ab zum Arzt. Denn mit der richtigen Beratung kann man leicht Abhilfe schaffen.“

So gibt es zum Beispiel die Hyper-Hidrose, eine krankhafte Neigung zum Schwitzen. "Dadurch ist dann die Hornschicht der Haut ständig aufgeweicht, quillt auf und bildet einen unangenehmen Geruch.“

Behandlung

Bei wirklich krankhaften Schweißfüßen werden Medikamente verschrieben. "Das geht von Aluminium-haltigen Sprays bis hin zu Botox-Injektionen, die die Schweißdrüsen lähmen“, sagt Berger. 

Eine Methode, die er häufig anwendet, ist die Leitungswasser-Iontophorese. "Hände oder Füße bekommen in einem Strom-Wasserbad leichte Stromschläge. Nach einigen Anwendungen schwitzen die Patienten an diesen Körperstellen viel weniger.“ Wie das funktioniert? "Das weiß keiner. Aber es klappt und die Krankenkasse übernimmt es.“

Warum es eigentlich Käsefüße heißt? "Das Bakterium, das für den unangenehmen Geruch der Füße verantwortlich ist, ist verwandt mit demjenigen, das für die Herstellung von Käsesorten wie Limburger verwendet wird.“

 

 

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