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Appell in Krisenzeiten

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Eigentlich könnte es ja keinen besseren Zeitpunkt geben für die dritte Weltklimakonferenz in der Wiener Hofburg, die von Arnold Schwarzeneggers Non-Profit-Organisation R 20 – Regions für Climate Action – ausgerichtet wird. Mit Beispielen, wo dem Klimawandel regional erfolgreich begegnet wird und wie man die Pariser Klimaschutzziele von 2015 doch noch erreichen könnte. Mit einem flammenden Appell, nicht länger zu reden, sondern die Klimaziele konsequent umzusetzen. Schließlich ist die Bedeutung dieses Themas bei den Wahlen am Wochenende überdeutlich geworden. 

BaWü vertreten

So traf es sich eigentlich gut, dass sich der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann in der Hofburg einfindet, um dort zum Thema Klimaschutzziele und wirtschaftlichen Erfolg zu sprechen. Begleitet von einer Delegation, der unter anderem auch Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel sowie die Landtagsabgeordnete Susanne Bay und Eppingen Oberbürgermeister Klaus Holaschke angehören.

Schließlich wollte man ja nicht nur Klimathemen austauschen, sondern innovative Ideen einer Stadtteilentwicklung im Wiener Quartier Sonnwendviertel anschauen. Auch dabei geht es um das Thema Nachhaltigkeit, wenn auf einer ehemaligen innerstädtischen Bahnanlage ein Stadtquartier mit 5000 Wohnungen entsteht.

Instabiles Österreich

Das Problem war nur, dass die Österreicher, denen so eben mal die Regierung abhanden gekommen ist, derzeit ganz andere Sorgen haben. Ex-Kanzler Sebastian Kurz fehlte daher, nachdem er am Morgen nach seiner Abberufung den Schreibtisch im Kanzleramt räumen musste. Und viele von Kretschmanns geplanten Gesprächspartnern standen auch nicht zur Verfügung.

Immerhin: Bundespräsident Alexander Van der Bellen, der eigentlich einen parteilosen Übergangskanzler suchen sollte, eröffnete diese Klimaschutzkonferenz. Und der Grünen-Politiker fand ebenso eindringliche Worte wie nach ihm Greta Thunberg

Klare Worte ...

"Was die Staatengemeinschaft bisher getan hat, ist zu wenig. Die Zeit läuft davon. Es braucht eine neue industrielle Revolution. Was wir heute nicht tun, schadet unseren Kindern und Enkeln“, sagt Van der Bellen. Noch deutlicher, und mit stehenden Ovationen gefeiert, wurde die junge Greta Thunberg. "Politik, Wirtschaft und Medien sind ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden. Wir müssen komplett neue Wege gehen“, fordert die schwedische Klimaaktivistin und Gründerin der "Friday for Future“-Bewegung.

UN-Generalsekretär Antonio Guterres ermahnte, die Staatschefs sollten keine schönen Reden mehr halten, sondern konkrete Pläne präsentieren, wie die Erderwärmung mit all ihren verheerenden Folgen gestoppt werden kann. "Wir tun weniger, als wir in Paris versprochen haben, obwohl selbst diese Ziele nicht ausreichen“, sagte er und verwies darauf, dass man die globale Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad begrenzen wollte. 

... aber was tun?

Was aber konkret tun? Dass wirtschaftlicher Erfolg und Klimaschutz durchaus keine Gegensätze darstellen, machte Arnold Schwarzenegger deutlich. Kalifornien boomt, ist in USA Nummer eins und verwendet ab 2045 zu 100 Prozent regenerative Energiequellen. Diese Vorlage kam Winfried Kretschmann auf der Bühne in der Hofburg gerade recht.

"Prosperität und Klimawandel stehen nicht gegeneinander. Wir sind wettbewerbsfähig auch mit grünen Produkten und schaffen damit Arbeitsplätze“, sagte der Ministerpräsident. Zur Umsetzung der Klimaschutzziele verband sich Baden-Württemberg vor Jahren mit acht weiteren Regionen, jetzt umfasst dieses Netzwerk 220 Regionen mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

"Die Rechtspopulisten leugnen den Klimawandel, daher braucht es solche Netzwerke“, so Kretschmann. Wobei der Faktor Zeit über allem steht, das wurde nicht nur in Wien beim Klimagipfel deutlich. Das gilt in diesen Tagen ja auch für das Finden einer neuen österreichischen Regierung. Wobei diese Krise lösbar scheint – die Klimakrise ist es trotz aller Appelle nicht so schnell.

 

 

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