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Klassisch Rammstein

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Der mehrdeutige, oft zweifelhafte Umgang mit Texten und Bildern rückt die Musik von Rammstein immer wieder ins Zentrum kritischer Auseinandersetzungen. Die Musiker geben sich nun überrascht angesichts vieler Reaktionen auf ihr "Deutschland“-Video. "Es geht uns nicht darum, Leute zu schocken“, sagte Keyboarder Christian "Flake“ Lorenz dem Musikmagazin "Rolling Stone“. Die Band nimmt in dem Interview erstmals öffentlich Stellung zur jüngsten Kritik. "Ein Schock ist etwas Lähmendes. Er ruft keine Reaktionen hervor. Das wollen wir nicht. Wir wollen provozieren, Leute in Bewegung bringen.“ Lorenz sieht darin das Gegenteil von Unterhaltung. 

Falsch verstanden?

Nach zehn Jahren ohne neues Album hatte Rammstein Ende März das "Deutschland“-Video mit einer sofort von Protesten begleiteten Provokation angekündigt: In der kurzen Sequenz, die im kompletten Video kaum noch eine Rolle spielt, sind Mitglieder der Band in Kleidung zu sehen, die an die von KZ-Häftlingen erinnert. "Wer den Holocaust zu Marketingzwecken missbraucht, handelt verwerflich und unmoralisch“, hatte dazu etwa der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, gesagt.

Eric Remberg, der als "Specter Berlin“ das Video produziert hat, sagte im "Rolling Stone“ zur Wahl dieser Szene: "Für mich ist es ein Riesenzeichen, wenn Künstler sich in dieser Form das Leid der Opfer anziehen. Und dann zum Schluss das Wort 'Deutschland' wie in einer Todesanzeige. Ich weiß nicht, wie man das so falsch verstehen kann.“

Provokant zum Ziel 

Auch Lorenz verteidigt die Auswahl: "Die Sache mit dem Trailer war wichtig, um der Öffentlichkeit zu demonstrieren, wie schnell sie oft reagiert, ohne überhaupt den Hintergrund zu kennen.“ Die Reaktion habe Rammstein aktiv provoziert. "Weil wir den Leuten genau das zeigen wollten: wie leichtfertig sie jeden Bissen verschlingen, den man ihnen hinwirft.“

Der Song "Deutschland“ selbst ist eine ebenso brutale wie wenig nationale Abrechnung mit 2000 Jahren Geschichte eines Landes, dem der Text von Sänger Till Lindemann sagt: "Meine Liebe kann ich dir nicht geben“.

"Der Song handelt von dem ambivalenten Verhältnis, das wir zu Deutschland haben“, sagte Lorenz. Das Video zeige, woher dieses Verhältnis komme. 

 

 

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