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Wie aus Abfall wertvolle Erde wird

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In einer Stadt der Größe Hamburgs fallen jeden Herbst 12 000 bis 15 000 Tonnen Laub an – und das ist nur die Masse, die im Müll landet. Außerdem kommt in jedem Garten der Rückschnitt von Hecken, Bäumen und Sträuchern zusammen – jede Menge Grünabfall, kann sagen. Eigentlich ist das eine Riesenmenge Rohstoff voller wertvoller Nährstoffe, die dem Garten wieder zugeführt werden kann. Über die Verrottung in einem Kompost. Dabei werden im Laufe der Zeit die Grünabfälle zu Humus, der die Nährstoffe zurück in den natürlichen Kreislauf bringt und die Bodenfruchtbarkeit erhält, wenn nicht gar verbessert. Die Folge: Man kann im eigenen Garten weitestgehend auf ressourcenzehrende Kunstdünger oder umweltschädigende Torfprodukte verzichten, erklärt Ralf Menzel, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Umweltbundesamtes in Dessau-Roßlau. Experten geben die Handreichung zum Anlegen eines Kompostes: 

Was darf auf den Komposthaufen?

Grundsätzlich jeder Grünabfall, wobei bei einigen Laubarten wie Eiche, Kastanie und Birke laut Umweltbundesamt ein Zusatz von Kalk oder Tonmineralien gut sein kann. Diese Blätter verrotten schwer und setzen Gerbsäure frei, die zur Versauerung führen können.

Was darf auf keinen Fall auf den Kompost?

Pflanzenteile mit Pilzbefall oder Krankheiten kommen besser nicht auf den Komposthaufen. Unkräuter, die Wurzeln oder Samen haben, haben dort auch nichts zu suchen. Denn: "Der Temperaturverlauf ist, was Höhe und Zeitverlauf betrifft, natürlich nicht mit großen Kompostierungsanlagen vergleichbar", sagt Menzel. Keimfähige Samen, Sporen und Krankheitserreger werden daher nicht sicher abgetötet. Verteilt man dann den Kompost im Beet, gelangen auch diese wieder in den Kreislauf.

Was ist mit anderen Abfällen?

Bei grünen Küchenabfällen sind sich alle Experten einig – sie dürfen auf den Kompost. Zum Rest aber gibt es verschiedene Meinungen: Das Umweltbundesamt hält sogar Küchen- oder Zeitungspapier in kleinen Mengen für geeignet, auch Kleintierstreu, Kaffee- und Teefilter sowie Eierschalen sind kompostierbar. Hagen Knafla, Gartenbau-Ingenieur und Fachberater für die Erden- und Substratbranche aus Telgte (NRW), betont, man sollte nur Küchenabfälle von rohem Obst und Gemüse nutzen. Gekochtes und Produkte tierischen Ursprungs gehören für ihn in die Mülltonne, weil sonst Ratten angelockt werden.

Wie lege ich den Kompost an?

Auf offenen Boden – das heißt, wer einen Kompostbehälter fertig kauft, sollte ein Modell ohne untere Abdichtung wählen. Nur so können vom Erdboden Insekten in den Haufen aufsteigen und mitarbeiten. Dann bildet laut der Verbraucherzentrale NRW eine dicke Schicht aus dünnen Ästen oder Reisig die Grundlage. Sie sorgt dafür, dass sich Regen nicht aufstaut und an die Grünabfälle noch Luft kommt. Darüber kommen dann feinere Abfälle abwechselnd mit groben Materialien. Auch das sorgt für Belüftung. Die Rotte, so nennt der Fachmann die Umsetzungsprozesse von pflanzlichem Material zu Humus, kommt dann automatisch in Gang. "Durch Vermischung mit Muttererde oder dem Kompost der vorhergehenden Saison kann man für eine Beschleunigung sorgen", erklärt Menzel. Er hält sogenannte Kompoststarter, die der Handel anbietet, daher für nicht zwingend erforderlich.

Wann kann ich meinen Kompost nutzen?

In der Regel dauern die Umsetzungsprozesse zwischen sechs und zwölf Monaten. Man merkt es, wenn sie beendet sind – denn "fertiger Kompost riecht nach Walderde", erklärt Menzel. Auch über den sogenannten Kressetest kann man den Kompost-Reifegrad bestimmen. Dafür wird eine Hand voll Kompost mit Gartenerde gemischt und in ein kleines Gefäß gefüllt. Nach dem Anfeuchten mit Wasser wird darauf Kresse gesät. Das Gefäß wird lichtdurchlässig abgedeckt und hell, aber nicht sonnig aufgestellt. Wenn die Samen normal keimen und keine Auffälligkeiten in Färbung und Wachstum zeigen, ist der Kompost reif. Andernfalls ist er noch zu frisch. Man kann ihn dann aber als Mulch, also oben auf der Erde, oder zur Bodenverbesserung verwenden.

Wie wende ich Komposterde an?

Grundsätzlich ist reife Komposterde der optimale Bodenverbesserer. Experte Knafla empfiehlt, ihn in Beeten mit Zier- und Gemüsepflanzen einzubringen oder direkt ins Pflanzloch zu füllen. 

 

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