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Bananen aus dem Kraichgau

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Bananen wachsen vor allem in mittel- und südamerikanischen Ländern wie Ecuador, Panama, Nicaragua oder Costa Rica, am liebsten im Regenwald – eben da, wo es das ganze Jahr über gleichmäßig warm und feucht ist und tropische Temperaturen herrschen. Angesicht dessen waren Kurt und Traudel Holzwarth aus Kirchardt doch erstaunt, als sie kürzlich entdeckten, dass ihre Bananenstauden blühten. 

Zehn dieser immergrünen Pflanzen wachsen seit über einem Jahrzehnt im Garten der Holzwarths. Verwandte am Bodensee hatten den Beiden die Ableger gegeben. Die Stauden gediehen und machten den Garten, in dem auch ein Fischteich mit Brücke zum Verweilen einlädt, zu einem kleinen tropischen Paradies, in dem sich das Ehepaar wohlfühlt. Nur geblüht haben die Stauden bislang nicht. Das aber ist Voraussetzung dafür, dass Pflanzen Früchte tragen.

Dieses Jahr nun trauten Holzwarths kaum ihren Augen, denn gleich zwei ihrer Bananenstauden blühten. Inzwischen tragen sie noch unreife Früchte. „Wir müssen sie viel und oft gießen“, sagt Traudel Holzwarth und fügt hinzu: „Aber wir düngen sie nicht.“

Keine Bäume, sondern Stauden 

Bananenstauden sehen zwar eher aus wie Bäume, sie sind aber Stauden mit knollig verdicktem Wurzelstock und großen, wedelartigen Blättern. „Das derzeit längste Blatt an unseren Bananenstauden ist vier Meter lang“, freut sich Kurt Holzwarth, der eigens nachgemessen hat. 

Bananen haben weibliche, männliche und zwittrige Blüten. Aus den weiblichen Blüten entstehen die Bananen, die aus botanischer Sicht zu den Beeren gehören. Und, um noch mehr Fach-Vokabular anzubringen: An Holzwarths Stauden reifen an den „Büscheln“, also dem Bananen-Fruchtstand, der aus mehreren „Händen“ – Bananenreihen – besteht, fast 40 „Finger“. So heißen die einzelnen Bananen. Im Moment hängen die Paradiesfeigen, wie Bananen auch genannt werden, grünlichgelb an der Staude.

Sie sind noch hart und haben eine sehr kantige Form. Bald aber werden die Früchte prall, reif und süß an den Stauden baumeln und können dann verzehrt werden. Ob als Kuchen, unbearbeitet oder vielleicht sogar gegrillt – darüber haben sich die neuen Bananenbauern noch keine Gedanken gemacht. „Wir warten erst mal ab, bis sie reif sind“, meint Traudel Holzwarth und lacht.

Weltreise 

In den Geschäften werden Bananen aus fair gehandeltem Bioanbau oder von großen Produzenten verkauft. Alle werden mit Flugzeugen oder großen Schiffen durch die halbe Welt geschippert, bevor sie in speziellen Anlagen die letzte Reifung erlangen. In einem Garten in Kirchardt können die Bananen nun bio, fair und klimafreundlich genossen werden. Einziger Wermutstropfen für Holzwarths: Nachdem sie Früchte getragen haben, sterben Bananenstauden. 

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