Stimmt.de

Stimmt! Magonline lesen!

Nachricht-Detail

Vorsicht bei Online-Kleinanzeigen

zurück zur Übersicht

Früher nutzte man die Pinnwand im örtlichen Supermarkt, heute gibt es Online-Kleinanzeigen. Ob ungenutztes Baumaterial, ein alter Kleiderschrank oder der gebrauchte Fernseher: Fast alles findet dort einen Käufer. Doch längst haben auch Betrüger die Kleinanzeigen für sich entdeckt und bringen mit teilweise perfiden Maschen Käufer und Verkäufer um ihr Geld.  „Das sind größere kriminelle Vereinigungen, die massenhaft abzocken“, sagt Declan Hiscox von der österreichischen Informationsplattform Watchlist Internet. Vor einer speziellen Betrugsmasche warnt die Polizei: der Trick mit Paypal „Family & Friends“.

Denn bei dem Bezahldienst gibt es zwei Varianten. „Waren & Dienstleistungen“ ist kostenpflichtig und wird vor allem von Händlern genutzt. Käufer und Verkäufer haben den Schutz von Paypal, dass sie bei Problemen ihr Geld zurückbekommen. Kostenlos ist dagegen der Geldversand bei „Family & Friends“. Hier genügt eine Mailadresse, an die das Geld geschickt werden soll. Eine Absicherung gibt es nicht. Das machen sich Betrüger zunutze. Sie inserieren in den Kleinanzeigen Produkte zu guten Preisen und bitten darum, den Betrag über „Family & Friends“ zu bezahlen. Wenn der Käufer merkt, dass die Ware bei ihm nicht ankommt, ist das Konto der Betrüger längst aufgelöst.

Zahlungsart beachten

Grundsätzlich sollten Käufer immer vorsichtig sein, wenn der Kauf nur oder unbedingt per Vorkasse abgewickelt werden soll oder kann, rät Julia Rehberg von der Verbraucherzentrale Hamburg. „Zwar hat man auch bei einem Kauf über Online-Kleinanzeigen gesetzliche Ansprüche, falls die Ware nicht der Beschreibung entspricht oder gar nicht verschickt wurde. Aber oft ist es schwierig, diese durchzusetzen.“ 

Besonders dubios sei es häufig, wenn Zahlungen ins Ausland gehen sollen, weiß Rehberg. „Die Verkäufer lassen sich alle möglichen Ausreden einfallen, warum das so ist und weshalb das Geld vorab gezahlt werden muss. In einem solchen Fall sollten Verbraucher den Kauf aber vorsichtshalber abbrechen.“ Auch Hiscox warnt: „Manche Betrüger bitten darum, den Kaufbetrag vorab mit einem Zahlungstransferdienst zu überweisen, zum Beispiel Western Union oder Moneygram. Der Betrüger erhält das Geld und taucht damit unter.“

Schwer zu durchschauen 

Ebenfalls vorsichtig sollte sein, wer auf selbst als Verkäufer auftritt. Besonders schwer zu durchschauen ist der sogenannte Dreiecks-Trick. Bei dieser Masche stellt man als Verkäufer etwas online, zum Beispiel ein Smartphone. Der Betrüger signalisiert sein Interesse. Gleichzeitig stellt er selbst das identische Smartphone ebenfalls zum Verkauf ein. Meldet sich beim Betrüger ein Käufer, gibt er diesem die Kontodaten des ursprünglichen Verkäufers. Sobald das Geld beim Verkäufer eingegangen ist, verschickt dieser die Ware – allerdings an den Betrüger. Auch hier wird gerne Paypal genutzt. Denn dann bleibt der Verkäufer auf dem Schaden sitzen, wenn der Käuferschutz greift. Hat der Käufer per Ã?berweisung bezahlt, dann bekommt er sein Geld dagegen nicht zurück, wenn der Verkäufer den Versand nachweisen kann. 

Hiscox empfiehlt, für alle Geschäftskontakte die Nachrichtensysteme der Plattformen zu nutzen: „Die Plattformen haben nämlich Filter eingerichtet, mit denen sie manche betrügerische Nachricht erkennen.“ Dagegen nutzten Betrüger gerne Whatsapp oder E-Mail. Wer also auf einen anderen Kommunikationskanal als den der Plattform besteht, hat vielleicht nicht die besten Absichten.

 

 

 

Galerien

Regionale Events