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Zahl der Drogentoten stark angestiegen

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Nach einem historischen Tiefstand ist die Zahl der Drogentoten 2019 in Baden-Württemberg wieder deutlich angestiegen. Im vergangenen Jahr starben 145 Menschen durch den Konsum illegaler Drogen. Gegenüber den 121 Toten im Vorjahr ist das eine Zunahme um 20 Prozent. „Wir müssen weiterhin alles daransetzen, den Menschen die Risiken bewusstzumachen, die der Drogenkonsum mit sich bringt“, erklärte Innenminister Thomas Strobl (CDU) auf Anfrage. Strobl wies darauf hin, dass die Zahlen trotz des Anstiegs zuletzt „im langjährigen Vergleich eine rückläufige, also gute Entwicklung zeigen“. Mit 287 Toten wurde zur Jahrtausendwende die höchste Zahl erreicht. Seither seien im Durchschnitt in Baden-Württemberg 190 Menschen an den Folgen ihrer Sucht gestorben. Jedes Opfer sei eines zu viel. 

Heroin

Am Konsum von illegalen Drogen sterben vorwiegend Männer. 2019 waren es 121 und nur 24 Frauen. Unverändert ist das Durchschnittsalter der Opfer mit 38,1 Jahren. 23 der Toten hatten nicht die deutsche Staatsangehörigkeit. Die häufigste Todesursache war Heroinkonsum in Verbindung mit weiteren Drogen. Obwohl sich die Opferzahl durch den Konsum der neuen psychoaktiven Stoffe, die unter dem Begriff „Legal High“ zusammengefasst werden, weiterhin auf niedrigem Niveau bewegte, warnte Strobl: „Auch wenn diese Stoffe teilweise gesetzlich nicht verboten sind, sind sie gefährlich. Manche sind hoch wirksam und können schon bei der Aufnahme kleiner Mengen zu Vergiftungserscheinungen führen.“ Im letzten Sommer waren acht psychoaktive Stoffe wegen ihrer Gefährlichkeit neu unter das Betäubungsmittelgesetz gestellt worden.

Beim Drogenhandel gewinnt nach den Erkenntnissen der Polizei das Internet und der abgeschirmte Bereich des Darknet weiter an Bedeutung. Dort seien illegale Drogen mit geringem Aufwand zu finden und leicht verfügbar. Das Landeskriminalamt Baden-Württemberg geht mit dem Arbeitsbereich „Internetrecherche“ virtuell auf Streife, um dem Entstehen von rechtsfreien Räumen vorzubeugen. Gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt würden neue Methoden zur Bekämpfung des Handels entwickelt. Die Ermittlungen seien in der Regel aufwendig und zeitintensiv. Als beispielhaften Erfolg nannte Strobl ein noch im Aufbau befindliches Drogenlabor im Landkreis Karlsruhe, das im November 2019 ausgehoben wurde. In dem Zusammenhang seien alleine 5500 Ecstasy-Tabletten gefunden worden und Chemikalien, die für die Herstellung von 18 Kilogramm Amphetamin ausgereicht hätten.

Prävention

Regional weist die Bilanz des Innenministeriums für das vergangene Jahr große Unterschiede aus. In Stuttgart gab es 19 Opfer, vier mehr als im Vorjahr. Während es in Mannheim einen Rückgang von elf auf neun Drogentote gab, registrierte die Polizei in Freiburg einen Anstieg von sechs auf neun. Gravierend war der Anstieg im Kreis Reutlingen von null auf sechs Tote. 

Nach einer Ã?berarbeitung des Konzepts besuchten vergangenes Jahr 54 000 Schüler das Programm „Prävention auf dem Stundenplan“. Es wird landesweit an allen weiterführenden Schulen für die Klassen 6 bis 9 angeboten und gibt Informationen zu legalen und illegalen Drogen. Neben Alkohol und Nikotin werden Cannabis und Designerdrogen sowie die psychoaktiven Stoffe thematisiert. Die mit externen Experten entwickelten Bausteine des Programms lassen sich nach Angaben des Umweltministeriums zielgruppengerecht anpassen. Für Erwachsene, die mit jungen Menschen zu tun haben, bietet das Innenministerium eine spezielle Informationsbroschüre mit dem Titel „Risiko Drogen“. Für Strobl ist bei der ganzheitlichen Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität neben der Strafverfolgung die „Prävention ein unverzichtbares Standbein“.

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