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Tschüss, altes Smartphone

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Irgendwann ist für jedes Smartphone die Zeit gekommen. Die Fotos der anderen sind schöner, der Akku hält nicht mehr bis zum Abend– oder das neue Modell ist einfach viel attraktiver. Kurz: Das alte Smartphone muss weg. Vielleicht kauft es noch jemand oder es geht ins Recycling. Aber was ist eigentlich mit Fotos und anderen persönlichen Daten? Reicht es, sie nur zu löschen?

Nein, das reicht nicht. Denn auf modernen Chipspeichern werden Daten beim Löschen nicht automatisch entfernt. Der Speicher wird nur als frei markiert. Mit etwas Mühe kann man sie also wiederherstellen, erklärt Miriam Ruhenstroth, Redaktionsleiterin von Mobilsicher.de. Und noch ein paar Dinge sind wichtig.

Daten zuerst sichern

Sollen persönliche Daten nicht zusammen mit dem Gerät verschwinden, werden sie gesichert. Dafür überträgt man sie direkt auf ein neues Gerät oder erstellt eine Sicherungskopie. Das geht über Speicherdienste wie Google Drive (Android) oder iCloud (Apple), sagt Miriam Ruhenstroth. Einige Hersteller bieten auch Datensicherung über spezielle Software an. Dafür wird das Gerät per Kabel an den Computer angeschlossen. Hat das Smartphone eine Speicherkarte, empfiehlt Ruhenstroth, diese herauszunehmen. Damit neue Nutzer das Smartphone in Betrieb nehmen können, müssen außerdem die Nutzerkonten entfernt werden. Androidnutzer melden sich dafür unter "Konten" ab.

Bei Apple trennt man erst alle verknüpften Geräte. Wenn die Funktion "Mein iPhone finden" (bis iOS 12) oder "Wo ist" (ab iOS 13) aktiv ist, muss diese Reaktivierungssperre in den iCloud-Einstellungen deaktiviert werden, sagt Patrick Bellmer von Heise-online.

Zurücksetzen

Ist auf dem Gerät die iOS-Version 10.2 oder älter installiert, müssen Nutzer sich separat bei "iCloud" und bei "iTunes&Appstore" abmelden. Welche Version installiert ist, steht in den Einstellungen bei "Allgemein/Info". Ab iOS 10.3 meldet man in den iCloud-Einstellungen die AppleID ab. Ab der aktuellen iOS-Version 13 geht es sogar noch leichter: Beim Zurücksetzen werden automatisch die Ortungsfunktion deaktiviert und die AppleID abgemeldet.

Nun kann das große Löschen beginnen: Durch das Zurücksetzen auf Werkseinstellungen werden alle persönlichen Daten und Einstellungen von dem Gerät entfernt. Nur das Betriebssystem bleibt. Bei Android ist diese Option in den Einstellungen – je nach Hersteller – unter "Allgemeine Verwaltung" oder "System" zu finden. Der Prozess kann bis zu einer Stunde dauern, daher steckt man das Smartphone besser ans Ladegerät. Bei Apples iOS heißt die Option "Alle Inhalte und Einstellungen löschen" und steckt in den allgemeinen Einstellungen unter "Zurücksetzen". Falls ein Einschränkungscode, etwa als Kindersperre, aktiviert ist, muss dieser eingegeben werden.

Manche Anbieter werben mit Apps, die den Telefonspeicher restlos bereinigen. Solche Löschprogramme hält Miriam Ruhenstroth für unnötig. Wer sie auf das zurückgesetzte Smartphone herunterladen will, muss sich dafür zunächst wieder mit seinem persönlichen Nutzer-Konto anmelden und der Nutzen ist unklar. Laut Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist nicht sicher, inwiefern Apps Daten auf einzelnen Telefonen wirklich löschen.

Speicher überschreiben

Einfacher ist es, den Speicher mit belanglosen Daten zu überschreiben. Dafür kann man etwa mit verdeckter Linse ein Video aufnehmen, bis der Speicher voll ist. Anschließend wird das Telefon erneut zurückgesetzt. Das BSI empfiehlt diesen Schritt besonders für ältere Smartphones.

Manche Geräte sind schon so alt, dass sich die Weitergabe nicht lohnt. Das liegt nicht nur an einem schwachen Akku: Viele neue Versionen bekannter Apps funktionieren mit alten Betriebssystemen (älter als iOS 10 oder Android 4.4) schlicht nicht mehr. Bei Apple gebe es zwar von manchen Apps noch die alte Version im App Store, sagt Patrick Bellmer. Sonst könne man das Gerät aber oft nur noch zum Abspielen von Musik verwenden.

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