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Eis-Rezepte zum Nachmachen

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Ob cremig oder fruchtig, süß oder herb, in der Waffel oder am Stiel: Für viele ist Eis eine willkommene Erfrischung – nicht nur an heißen Tagen. Rund 119 Kugeln hat jeder Deutsche durchschnittlich im vergangenen Jahr verzehrt.

Apropos verzehrt: Schlecken oder beißen ist nicht nur eine Frage der Gewohnheit, sondern auch eine Frage des Geschmacks. Hat doch eine niederländische Studie 2019 herausgefunden, dass die Art, wie wir ein Eis verzehren, Einfluss darauf hat, wie es schmeckt. Wer es etwa lieber süß mag, sollte sein Eis lediglich auf der Zunge zergehen lassen. Wer hingegen den fruchtigen Geschmacksanteil in den Vordergrund stellen will, sollte es kauen.

Doch bevor das Lieblingseis zerkaut werden oder auf der Zunge dahinschmelzen kann, muss es erst einmal gemacht werden. Dafür haben wir bei Eisdielen und -cafés in der Region angefragt, ob sie uns Rezepte für zu Hause zum Nachmachen verraten. Die folgende Auswahl bietet für die unterschiedlichsten Geschmäcker etwas. Und sie zeigt: Es ist nicht allzu schwer, die gefrorene Nascherei selbst herzustellen. Sogar eine Eismaschine ist dafür nicht zwingend notwendig. Also viel Spaß beim Ausprobieren. Und: Buon Appetito!

Vanilleeis nach Familienrezept

In der Hitliste der beliebtesten Eissorten ist Vanilleeis regelmäßig ganz vorne mit dabei. In unserer Auswahl darf es darum nicht fehlen. Für den Klassiker hat Maros Zammatteo vom Eiscafé Simonetti auf ein altes Familienrezept seines Großvaters, zurückgegriffen. Dieser hatte 1960 damit begonnen, in Öhringen Eis herzustellen. 

Laut Rezept gibt man drei Eigelb (am besten von Eiern in Bio-Qualität) zusammen mit 210 Gramm Zucker in einen Mixer und gießt das Ganze mit Milch auf – bis auf eine Gesamtmenge von einem Liter. Anschließend mischt man die Masse gut durch, bis eine Art Pudding entsteht. In diesen gibt man Stange und Mark einer Tahiti-Vanilleschote. „Denn das ist die Beste“, erklärt Zammatteo. Ebenfalls mit hinein kommt die Schale einer halben Zitrone. Auch hier rät der 48-Jährige zu Bio-Qualität. Nun muss das Ganze bis auf 83 Grad erwärmt werden, damit die Bakterien absterben, so der Eiscafé-Inhaber. Ein Thermometer hilft bei der Kontrolle. 

Zum Schluss wird die Masse heruntergekühlt. Theoretisch könnte man sie in den Gefrierschrank stellen und immer wieder mal umrühren. „Aber das dauert ewig“, sagt Zammatteo. Darum empfiehlt er dafür eine Eismaschine. Ein kleines Modell gebe es inzwischen für 150 bis 200 Euro, so der Fachmann aus Öhringen. Innerhalb von zwei, drei Tagen sollte man das Eis verzehren.

Fruchteis-Grundrezept zum Nachmachen 

Peter Staudenmeier vom Dellarte Eiscafé in Heilbronn konnte damals noch gar nicht richtig sprechen. Aber wenn er als kleiner Junge gefragt wurde, was für ein Eis er denn gerne haben möchte, kam ihm immerhin schon ein „Scholade“ über die Lippen. Seit mittlerweile 25 Jahren macht Staudenmeier nun selbst Eis.

Zum Nachmachen für zu Hause hat er sich für ein einfaches Fruchteis-Grundrezept entschieden, das jeder nach Belieben anpassen kann.

Dafür ein Drittel Zucker in einem Drittel warmem Wasser auflösen. Anschließend mit einem Drittel Früchte vermengen. „Nehmen Sie um Gottes Willen keine ganzen Früchte dafür, die frieren Ihnen sonst zu Granit“, warnt Staudenmeier. Deswegen: Die Früchte vorher zumindest zerkleinern, besser noch pürieren. Bis auf sehr saures Obst wie beispielsweise Kiwi, Zitrone oder Maracuja, ist jede Frucht geeignet.

Vor allem Himbeeren, Erdbeeren und Kirschen sind beliebt. Ein Spritzer Zitronensaft kommt noch als Geschmacksverstärker hinein. Anschließend muss die Masse in die Tiefkühltruhe, bis sie gut durchgefroren ist. „Das ist ein klassisches Rezept für den sofortigen Verzehr, damit kann man nix falsch machen“, erklärt Staudenmeier.

Und für diejenigen, die es lieber sahniger haben: anstatt in Wasser in einem halben Liter Sahne 170 Gramm Zucker auflösen und mit zerkleinerten Früchten vermengen.

Wassereis beim Italiener 

Woran man generell ein gutes Eis erkennt? Da muss Armin Knecht nicht lange überlegen. „Wenn es nicht am Gaumen kleben bleibt“, sagt der Eismacher vom La Piazza in Bad Wimpfen. Schmecke man hingegen im Nachgang einen Fettfilm, sei die kalte Nascherei weniger gut gemacht.

Fettreiche Zutaten sucht man demnach in Knechts Rezept vergebens. Der gelernte Meister für Bäderbetriebe, der nach eigenen Angaben seit 30 Jahren professionell Eis herstellt, hat sich für unsere Do-it-Yourself-Tipps für ein „richtig erfrischendes Wassereis“ entschieden. „Das habe ich in meinem Repertoire und mache es phasenweise an sehr heißen Tagen“, sagt der 53-Jährige.

Dafür mischt man 3500 Gramm frisch gepressten Grapefruitsaft mit 1500 Gramm Zuckersirup und gibt noch einen Schuss frischen Zitronensaft dazu. Fertigen Zuckersirup – der etwa auch für Cocktails verwendet werden kann – gibt es laut Knecht übrigens in Supermärkten zu kaufen.

Anschließend füllt man den Mix in Eisformen und gibt noch einen Stiel dazu – und ab damit in die Gefriertruhe. „Das wars, ganz simpel“, sagt Knecht. Anstatt als Eis am Stiel könne man die Fruchtsaft-Mischung auch in Eiswürfelform genießen. Denn in Getränken mache sie sich ebenfalls sehr gut. „Durch den Zuckersirup wird sie auch nicht steinhart“, erklärt der Eismacher aus Bad Wimpfen.

Vegane Alternativen 

Menschen, die auf tierische Produkte und raffinierten Zucker verzichten, müssen keineswegs auch auf Eis verzichten. Für sie gibt es ebenso leckere Rezepte mit alternativen Produkten. Einige Rezepte hat das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) zusammengestellt.

Geschälte, reife Bananen beispielsweise sind in der Regel süß genug. In Scheiben geschnitten und mehrere Stunden lang gefroren, lassen sie sich laut BZfE im Mixer zusammen mit etwas Hafer- oder Reisdrink zu einer cremigen Masse pürieren. Diese kann man entweder gleich so, wie sie ist, genießen, oder man verfeinert sie mit Zutaten wie Kakaonibs, Zimt, Nussmus, Himbeeren oder Granatapfelkernen.

Auch reife Avocados eignen sich demnach als Grundlage für ein cremiges Eis. Dazu einfach die Frucht halbieren, den Kern entfernen, das Fleisch herauskratzen und mit Kokosmilch pürieren. Abgeschmeckt wird anschließend mit Ahornsirup, einer Prise Salz und Limettensaft. Zum Herunterkühlen kommt die Mischung dann in die Gefriertruhe.

„Selbst Schokoladeneis kann vegan zubereitet werden“, erklärt das BZfE. Dazu braucht es ein hochwertiges Kakaopulver, das einen hohen Kakaoanteil hat. Dieses wird mit Kokosmilch und etwas Vanille vermengt. Gehackte Trockenfrüchte wie entsteinte Datteln sorgen für mehr Süße. Dann das Ganze ebenfalls gefrieren lassen.

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